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Fußball | 2. Bundesliga VfB-Coach Tim Walter - Hart, aber herzlich

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Der VfB Stuttgart befindet sich mitten in der Saisonvorbereitung auf die 2. Bundesliga. Beim neuen VfB-Coach Tim Walter darf trotz Fokus und Konzentration der Spaß nicht zu kurz kommen. Reicht diese Mischung für den direkten Wiederaufstieg?

Der VfB Stuttgart hat seinen letzten Test vor dem zweiten Trainingslager beim Verbandsligisten TSG Backnang mit 3:0 gewonnen. Trotz der drei Treffer von Santiago Ascacibar (16. Minute), Nicolas Gonzalez (57) und Neu-Verpflichtung Maxime Awoudja (76.) sahen die Zuschauer freche Backnanger und teils müde Stuttgarter. "Wir haben jetzt zwei Wochen intensiv trainiert, ein paar Dinge haben wir zu langsam gemacht, weil der Kopf träge ist. Ein müder Kopf macht auch müde Beine", so der VfB-Trainer Walter, weshalb man das Spiel auch nicht überbewerten dürfe. 

Rezept: Ein gutes Miteinander = Erfolg = Geselligkeit

Neben aller Ernsthaftigkeit in der Vorbereitung für die kommende Zweitliga-Saison legt der Coach besonders auf einen Aspekt wert: Zwischenmenschlichkeit. Dadurch erreicht Walter seine Mannschaft besser, wodurch der gemeinsame Erfolg greifbarer sein kann.

"Von gesellig sind wir noch weit entfernt. Der menschliche Aspekt ist mir wichtig. Ein Miteinander ist immer das wichtigste, um Leistung abzurufen. Nur wenn ich den Mensch erreiche, kann ich ihn als Spieler besser machen. Gesellig kann man dann danach sein", so Walter über seine Mannschaftsführung.

Fußball | 2. Bundesliga VfB Stuttgart: Neuzugänge der Saison 2019/2020

VfB-Neuzugänge 20192020 (Foto: Imago, Imago)
VfB-Neuzugänge 2019/2020 (v.l.n.r.): Atakan Karazor, Leih-Rückkehrer Roberto Massimo, Pascal Stenzel, Trainer Tim Walter, Philipp Klement und Mateo Klimowicz. Es fehlen: Fabian Brelow, Gregor Kobel, Hamadi Al Ghaddioui, Maxime Awoudja, Sasa Kalajdzic und Tanguy Coulibaly Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Gregor Kobel (21), Torwart, wird von der TSG Hoffenheim bis 2021 ausgeliehen Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Fabian Bredlow (24), Torwart, kommt für 300.000 Euro vom 1. FC Nürnberg nach Stuttgart und erhält einen Vertrag bis 2022 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Pascal Stenzel (23), Rechter Verteidiger, wird bis 2021 vom SC Freiburg ausgeliehen Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Atakan Karazor (22), Defensives Mittelfeld, kommt für 800.000 Euro von Holstein Kiel und unterzeichnet einen Vertrag bis 2023 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Mateo Klimowicz (18), Offensives Mittelfeld, kommt für eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro von Instituto AC aus Argentinien und hat den Vertrag bis 2024 unterschrieben Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Klement (26), Offensives Mittelfeld, wechselt für 2,5 Millionen Euro vom SC Paderborn bis 2023 nach Stuttgart Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Hamadi Al Ghaddioui (28), Mittelstürmer, kommt für 300.000 Euro vom SSV Jahn Regensburg und hat einen Vertrag bis 2021 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Sasa Kalajdzic wechselte von Admira Wacker Mödling zum VfB und unterschrieb einen Vertrag bis 2023. Der Stürmer soll rund 2,5 Millionen Euro gekostet haben. Leider verletzte sich der Angreifer im Test gegen den SC Freiburg schwer im Knie und fehlt den Schwaben jetzt für sechs bis acht Monate. Imago DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Maxime Awoudja ist Innenverteidiger. Der 21-Jährige wechselt aus der U23 des FC Bayern zum Bundesliga-Absteiger und bekommt dort einen Vertrag bis Sommer 2022 Imago Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Tanguy Coulibaly (18), Linksaußen, kommt ablösefrei aus der U19 von Paris Saint-Germain und unterschreibt einen Vertrag bis 2023 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

Neue Spieler werden nicht allein gelassen

Ein gutes Miteinander wird auch beim Einführen von neuen Spielern sichtbar. Die Neuzugängen kommen zu einem neuen Verein und in ein neues Umfeld. Alleingelassen mag sich da wohl keiner fühlen. "Bei uns ist das kein Problem, weil wir eine offene Gemeinschaft sind und eine gute Harmonie in der Kabine haben. Die Jungs kommen, ich stelle sie vor und schon sind sie mittendrin. Es geht schnell", meint Walter.

Tim Walter und das Aufsteigen "müssen" 

Der gebürtige Bruchsaler steht zu dem Wort "müssen" in der gleichen Beziehung wie ein Fußballprofi zu einem Wadenkrampf - man kann gerne darauf verzichten. Aber: Die hohe Erwartungshaltung der Stuttgarter Fans und des Umfelds bleiben allgegenwärtig. Optimistisch ist Walter trotzdem, nur benutzt er lieber das Wort "wollen". Das zeugt immerhin von Tatendrang und Energie, nimmt aber doch etwas Schärfe aus den Erwartungen heraus. 


"Wir wollen! Wir wollen! Definitiv! Wir sind gewillt, nach oben zu gehen und nächstes Jahr wieder in der Bundesliga zu spielen. Aber von müssen sind wir weit entfernt". 

Hat die Mannschaft Potential für den Wiederaufstieg, liebe Fans? 

Zugegeben: Wer nicht eingefleischter VfB-Fan ist, der musste beim Testspiel schon zwei Mal genau hinschauen, wer da gerade den Ball spielt. Viele neue Spieler, wie Tanguy Coulibaly, Mateo Klimowicz oder Roberto Massimo waren beim Freundschaftskick mit auf dem Platz. Nun bleibt es abzuwarten, ob diese Mannschaft das Potential besitzt, um den direkten Wiederaufstieg zu meistern. Die Fans vor Ort waren größtenteils optimistisch

Mit dem Sieg verabschieden sich die Stuttgarter in das zweite Trainingslager nach St. Gallen in der Schweiz. Trotz der müden VfB'ler wird es in den Bergen kein Regenerations-Programm geben. Sollte dies aber alles erfolgreich zu einem Wiederaufstieg dazugehören, dann waren es die müden Köpfe und müden Beine sogar wert.

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