Christian Tiffert (Foto: Imago, Picture Point)

Fußball | 2. Bundesliga Christian Tiffert: "Die Medizinbälle waren mir egal"

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Christian Tiffert war einst einer der "Jungen Wilden" beim VfB Stuttgart. Zuletzt spielte er über drei Jahre in Aue. Vor dem Spiel der Schwaben im Erzgebirge (Freitag, 18:30 Uhr) hat SWR Sport mit ihm gesprochen.

Wir erreichen Christian Tiffert in Chemnitz auf dem Handy, kurz nach dem Training. "Ich hospitiere seit drei Wochen als Trainer beim Chemnitzer FC, das macht mir Spaß", sagt der inzwischen 37-Jährige gegenüber SWR Sport, "mal schauen, wie es so ist im Trainerberuf". Mit seiner Familie ist der gebürtige Hallenser schon vor einigen Jahren in den Osten Deutschlands zurückgekehrt, Wohnsitz Chemnitz.

Seine Spieler-Karriere hat er in diesem Sommer beendet, ganz still und leise. "Ach wissen Sie", macht Christian Tiffert nicht viel Aufhebens, "warum hätte ich das groß verkünden sollen, da nehme ich mich nicht so wichtig". Und schmunzelt: "Wen hätte das auch interessieren sollen.?"

"Riesen-Verbundenheit mit Stuttgart"

Ganz sicher interessiert es viele VfB-Fans, die noch gute Erinnerungen an ihren "Tiffi" haben. Er trug das Trikot mit dem roten Brustring von 2000 bis 2006 immerhin sechs Jahre lang und lief 136 Mal in der Bundesliga für die Schwaben auf. Christian Tiffert kam damals als Jugendnationalspieler und großes Talent von TeBe Berlin an den Neckar und wurde schnell Teil der legendären "Jungen Wilden".

Christian Tiffert in seiner Zeit beim VFB Stuttgart (Foto: Imago, Uwe Kraft)
Christian Tiffert in seiner Zeit beim VFB Stuttgart Imago Uwe Kraft

"Eine coole Stadt"

"Sechs Jahre bei einem Verein, das ist heutzutage nicht mehr üblich, da bleibt eine Riesen-Verbundenheit mit Stuttgart und dem VfB", schwärmt Christian Tiffert noch heute: "Ich bin oft hier, schließlich kommt meine Frau aus Stuttgart. Eine coole Stadt."

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Und auch sportlich lief es damals klasse: "Wir waren fast jedes Jahr international unterwegs und in der Bundesliga immer oben mit dabei". Mit einer klaren Hierarchie: "Bei Führungsspielern wie Soldo oder Balakov haben wir Jungen genau hingeschaut und zugehört".

Von Felix Magath hat Tiffert viel gelernt

Klar, dass das Gespräch mit SWR Sport schnell auf den damaligen Trainer Felix Magath kommt: "Es wird ja immer viel über Magath und seine Härte geschimpft, aber ich habe damals mit 19 Jahren von ihm die Chance in der Bundesliga bekommen. Da hat mich nicht interessiert, wie hart wir trainiert haben". Tiffert weiter: "Und die Medizinbälle? Die waren mir egal".

Von Magath habe er "mitgenommen, dass man auch über körperliche Grenzen gehen kann. Das ist Leistungssport". Geschadet hat Christian Tiffert die anstrengende Zeit unter Magath nicht, im Gegenteil: "Meine Kranken-Akte ist ein leeres Blatt Papier, ich war in 20 Jahren als Profi nie schwerer verletzt." Und so haben sich über die Jahre stattliche 552 Pflichtspiele als Fußballprofi angesammelt, über 60 davon auch beim 1. FC Kaiserslautern (2010 - 2012).

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"Aue kann immer eklig werden"

Die letzten fast vier Jahre seiner langen Karriere verbrachte der Mittelfeldspieler bei Erzgebirge Aue, ehe er das Profi-Dasein für ein paar Monate beim Halleschen FC ausklingen ließ. Dort, wo der VfB Stuttgart am Freitag (18:30 Uhr) zum vierten Saisonspiel antritt: "Aue kann immer eklig werden", weiß Christian Tiffert, der im Januar in der schmuck-renovierten Arena im Erzgebirge liebevoll verabschiedet wurde, "in Aue wird inzwischen aber auch ein guter Ball gespielt. Das ist eine gefestigte Mannschaft mit gutem Saisonstart".

Inwieweit die überraschende Suspendierung des Auer Trainers Daniel Meyer Einfluss auf die Leistung seiner letztjährigen Mitspieler haben wird, kann Tiffert schwer einschätzen: "Ich weiß nicht, wie die Jungs damit umgehen". Ein sattes 4:0 für den VfB, wie im Dezember 2016 in Aue, kann sich Christian Tiffert trotzdem nicht vorstellen: "Ich sehe Stuttgart nicht als klaren Favorit."

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