Tim Walter enttäuscht nach der 0:1-Niederlage gegen Holstein Kiel. (Foto: Imago, Imago)

Fußball | 2. Bundesliga VfB Stuttgart wankt zwischen Anspruch und Realität

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Der VfB Stuttgart setzt sich zunehmend selbst unter Druck. Zwar stehen die Schwaben mit 20 Punkten derzeit gut da. Die beiden Pleiten gegen Wehen Wiesbaden und Holstein Kiel passen aber überhaupt nicht zu den Zielen der Stuttgarter.

Worten Taten folgen lassen

Dass Stuttgarts Trainer Tim Walter gerne selbstsichere Aussagen trifft, war schon bei seiner Verpflichtung im Sommer bekannt. Dieser Linie bleibt der gebürtige Bruchsaler treu. "Uns kann keiner ein Bein stellen", sagte er vor dem Spiel gegen das Tabellenschlusslicht Wehen Wiesbaden.

"Wir wollen dieses Spiel gewinnen und wir werden dieses Spiel gewinnen", versicherte Walter vor dem Aufeinandertreffen mit dem seinem Ex-Klub Holstein Kiel. Sein Team verlor beide Partien vor heimischer Kulisse.

Die derzeitigen Ergebnisse passen nicht zu den Ansprüchen des VfB. Konstant überzeugen konnten die Stuttgarter in der laufenden Spielzeit ebenfalls noch nicht.

"Der Ball will nicht rein."

Ein Grund für den aktuellen Negativtrend ist die mangelhafte Chancenverwertung des VfB. Gegen Wiesbaden gaben die Schwaben 13 Torschüsse mehr ab. Auf das Tor kamen jedoch nur fünf. Das reichte für ein Tor. Wiesbaden machte aus fünf Torschüssen zwei Treffer. Dass Stuttgart viermal Aluminium traf, war zwar bitter, änderte aber nichts am 1:2-Endstand.

Auch gegen Kiel (0:1) nagelte Silas Wamangituka die Kugel an die Latte. "Der Ball will momentan einfach nicht hinter die Linie", erklärte Walter nach dem Spiel gegen Holstein. Seine Mannschaft kritisiert er für die fehlende Ausbeute nicht: "Das hat nichts damit zu tun, dass wir wenig investieren, weil wir investieren brutal viel." Man müsse weiter hart arbeiten, dann gehe der Ball auch bald wieder hinter die Linie.

Die Jungs machen es überragend.

Tim Walter nach der Niederlage gegen Holstein Kiel

Auch Mannschaftskapitän Marc Oliver Kempf sieht keinen Grund zur Sorge. Bis auf die Punkteausbeute hatte er bei SWR Sport in Baden-Württemberg nichts an der Ausrichtung des VfB auszusetzen, denn er findet: "Wir sind auf einem guten Weg, haben uns in den letzten Wochen gut präsentiert."

Daher gebe es nichts gegen die Philosophie und Spielidee zu sagen. Viel eher müsse sich der Traditionsklub weiter jeden Tag verbessern. Und weiter: "Ich denke, wir sind trotz der zwei Niederlagen noch auf dem richtigen Weg."

Stresstest in Hamburg

Für den VfB Stuttgart steht jetzt zweimal der Hamburger SV auf dem Programm. Am Samstag (26.10., 13:00 Uhr) in der Liga und am Dienstag (29.10., 18:30 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Je nachdem, wie die Resultate gegen Hamburg ausfallen, wird es auf dem richtigen Weg weitergehen oder langsam ungemütlich in Bad Cannstatt werden.

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