Tim Walter, Trainer des VfB Stuttgart (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Fußball | 2. Bundesliga Der Druck auf VfB-Trainer Tim Walter nimmt zu

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Fünf Pleiten in den letzten sieben Ligaspielen, nur Rang drei bei schon sechs Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Arminia Bielefeld: Der VfB Stuttgart befindet sich seit Wochen auf sportlicher Talfahrt - mit Ausnahme des Derbysiegs gegen den KSC. Damit wächst auch der Druck auf Trainer Tim Walter.

Am 27. September war die Welt für den VfB Stuttgart und seinen Trainer Tim Walter noch in Ordnung. In einer umkämpften Flutlichtpartie siegten die Schwaben damals im Topspiel mit 1:0 bei Arminia Bielefeld. 20 Punkte aus acht Matches, fünf Punkte Vorsprung auf Rang drei. Der Aufstiegsfavorit der 2. Liga schien seiner Rolle gerecht zu werden.

Anfang Dezember sieht die Welt des VfB indes schon ganz anders aus. Seit dem Erfolg bei der Arminia setzte es fünf Pleiten in sieben Spielen, darunter die 2:6-Klatsche beim Hamburger SV sowie die Niederlagen gegen Klubs wie Kiel, Wehen Wiesbaden oder Osnabrück.

Tim Walter gerät in den Fokus

Durch die sportliche Talfahrt der Stuttgarter rückt automatisch Trainer Walter in den Fokus. Der Druck auf den VfB-Coach wächst umso mehr, je stärker das Saisonziel direkter Wiederaufstieg in Gefahr gerät.

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Nach der jüngsten 1:2-Pleite beim SV Sandhausen zeigte sich Walter kämpferisch. "Wir sind zum Siegen verdammt und wollen jedes Spiel gewinnen. Dass das im Fußball nicht immer gelingt, ist doch menschlich", sagte er im Gespräch mit SWR Sport, stellte aber auch fest: "Das ist scheiße! Wir stellen es uns auch anders vor. Aber dafür müssen wir mehr investieren."

Walter: "Das kotzt mich an"

Der Trainer ist genervt, denn die Fehler wiederholen sich beim VfB aktuell Woche für Woche. Trotz eines fast absurd hohen Ballbesitzes und sehr vieler Torabschlüsse ist die Chancenverwertung mangelhaft. Die Abwehr leistet sich immer wieder Blackouts, im Spielaufbau gibt es technische Fehler. In Sandhausen kamen Unaufmerksamkeiten nach ruhenden Bällen hinzu. "Jetzt kriegen wir auf einmal Standard-Gegentore. Das ärgert mich einfach, das macht mich sauer. Das kotzt mich total an", sagte Walter.

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Das Saisonziel gerät in Gefahr

Der Trainer, der im Sommer von Holstein Kiel zu den Schwaben gewechselt war, hat auch registriert, dass die Luft für ihn dünner wird. Schließlich lautet das Saisonziel direkter Wiederaufstieg. Der VfB hat den teuersten Kader der 2. Liga (Quelle: transfermarkt.de). Und der sehr selbsbewusst auftretende Walter macht aus seinen Zielen und Ambitionen mit den Stuttgartern auch keinen Hehl - was im Misserfolgsfall zum Bumerang werden könnte.

Thomas Hitzlsperger sagt Fortbildung ab

Ein Indiz für die angespannte Lage beim Erstliga-Absteiger ist auch, dass VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger auf eine lange geplante USA-Reise verzichtet hat. Dort hatte der frühere Profi gemeinsam mit anderen Führungskräften des deutschen Profifußballs (unter anderem Fredi Bobic/Eintracht Frankfurt, Hasan Salihamidzic/FC Bayern und Sebastian Kehl/Borussia Dortmund) eine Fortbildung absolvieren wollen. Hitzlsperger aber sagte am Tag der Abreise überraschend ab und bleibt in Stuttgart. "Weil im Moment die Situation hier wichtiger ist als die Reise", sagte ein VfB-Sprecher.

Mislintat: "Es macht überhaupt keinen Spaß"

Auch Sportvorstand Sven Mislintat ist angesichts der aktuellen Entwicklung beunruhigt: "Es macht überhaupt keinen Spaß, fühlt sich nicht gut an. Das ist überhaupt nicht das, was wir uns vorgenommen haben."

Und so wachsen die Unruhe und auch die Diskussionen um Walter. Für Ruhe können nur Erfolge sorgen. Gegen Nürnberg und in Darmstadt - die letzten beiden Spiele der Hinrunde in der 2. Liga - sollte der VfB Stuttgart möglichst keine Punkte liegen lassen - sonst wird es für Walter wohl wirklich eng.

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