Der VfB Stuttgart strebt den Wiederaufstieg in die Bundesliga an (Foto: Imago, Michael Weber)

Fußball | 2. Bundesliga Der VfB Stuttgart im Teamcheck: Der Wiederaufstieg ist das große Ziel

Der VfB Stuttgart steckt mal wieder in der Krise - vermutlich so tief wie nie zuvor in seiner Vereinsgeschichte. Die Schwaben sind gerade zum zweiten mal innerhalb von drei Jahren aus der Bundesliga abgestiegen. Dazu kommen Turbulenzen außerhalb des Platzes: Eine Mitgliederversammlung, die von fehlendem W-LAN gestoppt wurde und anschließend den Präsidenten zum Rücktritt zwang. Der VfB Stuttgart im Teamcheck von SWR Sport.

So lief die vorige Saison

28 Punkte aus 34 Spielen reichten für Platz 16 und die Relegation gegen Union Berlin. Dort scheiterte der VfB dann nach zwei Remis (2:2, 0:0) aufgrund der Auswärtstorregel. Es war allerdings ein verdienter Abstieg der Stuttgarter, denn so schlecht war noch nie eine VfB-Mannschaft in der Bundesliga-Historie des Klubs.

Es war ein Abstieg mit Ansage: Die Mannschaft wirkte vom ersten Spiel an verunsichert. Die Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hansa Rostock (0:2) war nur der Anfang einer desaströsen Saison. Stuttgart stand nie besser als auf Rang 15. Dabei verschliss der Klub mit Tayfun Korkut, Markus Weinzierl und Nico Willig drei Trainer. Doch keiner der Coaches war in der Lage, das Team aus dem Keller zu holen. Nur dank der noch schwächeren Hannover und Nürnberg schafften es die Schwaben überhaupt in die Relegation. Dort machten zwei schwache Spiele gegen Union den zweiten Abstieg innerhalb von nur drei Jahren perfekt.

Wer kommt wer geht?

Nach dem Abstieg folgte der Umbruch. Mit Andreas Beck, Christian Gentner und Dennis Aogo mussten drei altgediente Profis gehen. Dazu zog es Weltmeister Benjamin Pavard für 35 Millionen Euro zum FC Bayern, dem sich auch Talent Leon Dajaku anschloss. Der hochtalentierte Innenverteidiger Ozan Kabak wechselte für 15 Millionen Euro nach Schalke. Keeper Ron-Robert Zieler kehrte indes zu Hannover 96 zurück. Bei Alexander Esswein (Hertha BSC) und Steven Zuber (Hoffenheim) endeten die Leihen, Erik Thommy wechselte ebenso auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf wie Pablo Maffeo zum FC Girona.

Fußball | 2. Bundesliga VfB Stuttgart: Neuzugänge der Saison 2019/2020

VfB-Neuzugänge 20192020 (Foto: Imago, Imago)
VfB-Neuzugänge 2019/2020 (v.l.n.r.): Atakan Karazor, Leih-Rückkehrer Roberto Massimo, Pascal Stenzel, Trainer Tim Walter, Philipp Klement und Mateo Klimowicz. Es fehlen: Fabian Brelow, Gregor Kobel, Hamadi Al Ghaddioui, Maxime Awoudja, Sasa Kalajdzic und Tanguy Coulibaly Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Gregor Kobel (21), Torwart, wird von der TSG Hoffenheim bis 2021 ausgeliehen Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Fabian Bredlow (24), Torwart, kommt für 300.000 Euro vom 1. FC Nürnberg nach Stuttgart und erhält einen Vertrag bis 2022 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Pascal Stenzel (23), Rechter Verteidiger, wird bis 2021 vom SC Freiburg ausgeliehen Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Atakan Karazor (22), Defensives Mittelfeld, kommt für 800.000 Euro von Holstein Kiel und unterzeichnet einen Vertrag bis 2023 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Mateo Klimowicz (18), Offensives Mittelfeld, kommt für eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro von Instituto AC aus Argentinien und hat den Vertrag bis 2024 unterschrieben Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Klement (26), Offensives Mittelfeld, wechselt für 2,5 Millionen Euro vom SC Paderborn bis 2023 nach Stuttgart Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Hamadi Al Ghaddioui (28), Mittelstürmer, kommt für 300.000 Euro vom SSV Jahn Regensburg und hat einen Vertrag bis 2021 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Sasa Kalajdzic wechselte von Admira Wacker Mödling zum VfB und unterschrieb einen Vertrag bis 2023. Der Stürmer soll rund 2,5 Millionen Euro gekostet haben. Leider verletzte sich der Angreifer im Test gegen den SC Freiburg schwer im Knie und fehlt den Schwaben jetzt für sechs bis acht Monate. Imago DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Maxime Awoudja ist Innenverteidiger. Der 21-Jährige wechselt aus der U23 des FC Bayern zum Bundesliga-Absteiger und bekommt dort einen Vertrag bis Sommer 2022 Imago Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Tanguy Coulibaly (18), Linksaußen, kommt ablösefrei aus der U19 von Paris Saint-Germain und unterschreibt einen Vertrag bis 2023 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

Bei den Neuzugängen blieben die großen Namen bislang aus. Mit Philipp Klement wurde ein technisch versierter Zehner geholt, der die 2. Liga kennt und in der letzten Saison für den SC Paderborn immerhin 16 Tore erzielte und sieben weitere Treffer vorbereitete. Auf Neuzugang Sasa Kalajdzic ruhten im Angriff große Hoffnungen, doch der 22-jährige Österreicher zog sich beim Testspiel gegen den SC Freiburg (4:2) einen Kreuzbandriss, einen Innenbandriss und einen Außenbandriss zu. Der U21-Nationalspieler Österreichs war vom FC Admira Wacker Mödling gekommen und fehlt Stuttgart nun sechs bis acht Monate. Gregor Kobel (TSG Hoffenheim) soll die neue Nummer eins werden, Fabian Bredlow (1. FC Nürnberg) sein Stellvertreter.

Weitere Neuzugänge sind Maxime Awoudja (Innenverteidigung, U23 FC Bayern München), Mateo Klimowicz (Offensives Mittelfeld, Argentinien), Atakan Karazor (Defensives Mittelfeld, Holstein Kiel), Hamadi Al Ghaddioui (Sturm, Jahn Regensburg), Pascal Stenzel (Rechter Verteidiger, SC Freiburg) und Tanguy Coulibaly (Flügelspieler, Paris St. Germain). Große Hoffnungen liegen auch auf Orel Mangala, der nach seiner Leihe zum Hamburger SV zum VfB zurückkehrte.

Die Kassen sind indes gut gefüllt: Rund 55 Millionen Euro nahm der VfB in der Sommerpause bisher ein, gut neun Millionen gab Stuttgart aus. Wenn ein geeigneter Spieler zu haben ist, will der VfB aber nochmal handeln und personell nachlegen, so Sportdirektor Sven Mislintat.

Der Trainer

1,92 Meter groß, 43 Jahre alt: Tim Walter ist eine imposante Erscheinung. Der neue Coach weiß, was er will. Selbstbewusst ist er von Holstein Kiel an den Neckar gekommen. "Wir übernehmen gerne die Favoritenrolle, ich war noch nie Favorit, ich habe damit kein Problem", so der neue Trainer.

Dauer

Lange Zeit erfolgreich in der Nachwuchsabteilungen der Bayern gewesen, will er den VfB nun wieder in die Bundesliga führen. Schon in den ersten Trainigseinheiten wurde deutlich, dass die Mannschaft mitzieht. Sie hört auf den neuen Chef. Wenn die Mannschaft so auftritt, wie Walter, können sich die VfB-Fans auf die Saison freuen.

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Erwartungen an die neue Spielzeit

Das Ziel ist klar: Der direkte Wiederaufstieg. Das betont auch Sportvorstand Thomas Hitzlsperger immer wieder. Gemeinsam mit seinem Sportdirektor Mislintat hat er eine junge, ehrgeizige Truppe zusammengestellt. Und ein älterer ist ja immerhin auch noch dabei: Mario Gomez spielt seine erste Saison in der 2. Liga - und will diese am besten mit dem Aufstieg krönen.

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