Tim Walter, Trainer des VfB Stuttgart (re.), herzt Silas Wamangituka (Foto: Imago, Pressefoto Baumann)

Fußball | 2. Bundesliga Tim Walter: "Die Mannschaft hat Moral und Mentalität bewiesen"

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Tim Walter, Trainer des VfB Stuttgart, stand vor dem Heimspiel der Schwaben gegen den 1. FC Nürnberg unter großem Druck. Dementsprechend erleichtert wirkte der VfB-Coach nach dem 3:1 seiner Mannschaft gegen die Franken.

3:1 gegen Nürnberg gewonnen, dabei Moral bewiesen und einen 0:1-Rückstand gedreht. Tim Walter war nach der Partie gegen den Club sehr zufrieden, wirkte fast euphorisiert. Der Trainer des VfB Stuttgart attestierte seiner Mannschaft eine starke Willensleistung.

"Das ist schon à la Chapeau"

"Nachdem wieder Tore von uns aufgrund des Videobeweis nicht gezählt haben, ist es echt geil, dass die Jungs zurückgekommen sind. Die Mannschaft hat Moral und Mentalität bewiesen. Wenn man ständig in den Nacken gehauen bekommt, 0:1 hinten liegt und trotzdem so zurückzukommen - das ist schon à la Chapeau", sagte Walter im Gespräch mit SWR Sport.

Michael Frey (10. Minute) hatte Nürnberg in Führung geschossen. Der eingewechselte Silas Wamangituka (58./Handelfmeter), Mario Gomez (59.) und Philipp Förster (72.) drehten dann in der zweiten Halbzeit die Partie zugunsten des VfB.

Erneut zwei VfB-Tore nach Video-Sichtung aberkannt

Stuttgart musste zudem - wie bereits zuletzt in Sandhausen - erneut die Folgen des Videobeweises verkraften. Erst erkannte Schiedsrichter Robert Schröder nach eigener Sichtung der Bilder einen Treffer von Wataru Endo (28.) ab, weil Gomez seinen Gegenspieler im Strafraum leicht gerempelt hatte. Dann traf Gomez (34.) selbst per Flugkopfball, allerdings hatte der Linienrichter die Fahne gehoben - und bei der Überprüfung durch den Video-Assistenten stellte sich heraus, dass der Angreifer minimal im Abseits stand.

Tim Walter: "Mario Gomez tut uns gut"

Insbesondere für Gomez, der den VfB gegen den Club mit dem Treffer zum 2:1 auf Siegkurs brachte, freute sich Walter nach der Partie. "Letzte Woche hat er drei Nüsse gemacht (die aberkannt wurden, Anm. d. Red.), heute haut er den einen rein. Das freut mich total. Zudem hat er das 3:1 gut vorbereitet. Mario ist wieder richtig fit, er tut uns gut. Das ist super für uns", so der Stuttgarter Coach.

Für Walter war der Sieg auch eine Erleichterung, weil der Druck auf ihn zuletzt stark zugenommen hatte. Einem Traumstart mit 20 Punkten aus acht ungeschlagenen Spielen folgte der Absturz mit fünf Pleiten in den letzten sieben Ligaspielen. "Wir sind zum Siegen verdammt", hatte der 44-Jährige vor der Partie gegen Nürnberg gesagt - und seine Mannschaft lieferte.

Der VfB steht weiter auf Rang drei, ist aber punktgleich mit dem Zweiten HSV. Das Saisonziel lautet "direkter Wiederaufstieg" - sollte es in Gefahr geraten, würde es auch für Walter eng werden. Nun dürfen er und die Mannschaft erstmal durchschnaufen. Der Erfolg gegen Nürnberg sei deshalb auch wichtig für den Kopf gewesen, so der Coach: "Spielen sie mal hier vor 50.000 Zuschauern, die uns nach vorne pushen, aber auch anfangen zu pfeifen, wenn wir mal hinten rum spielen. Von daher bin ich stolz auf meine Mannschaft, dass wir im dritten Heimspiel hintereinander drei Kisten gemacht haben. Das haben wir gegen den FCN gut gemacht - aber nächste Woche gehts weiter."

Dann muss der VfB Montags in Darmstadt ran (16.12., 20: 30 Uhr), bevor die Schwaben im letzten Spiel vor der Winterpause bei Hannover 96 antreten müssen.

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