Matthias Klopfer, Oberbürgermeister von Schorndorf (Foto: SWR)

Fußball | 2. Bundesliga Schorndorfs OB kandidiert um den Posten des VfB-Präsidenten

Matthias Klopfer ist Oberbürgermeister in Schorndorf und möchte der neue Präsident des VfB Stuttgart werden. Im Interview mit dem SWR verrät er die Hintergründe seiner Kandidatur.

Herr Klopfer, Sie sind ein aktueller Bewerber für den Posten des VfB Präsidenten?

Ja es ist so, ich kandidiere. Ich würde mich freuen, wenn ich am 15. Dezember die Mehrheit der Mitglieder von meiner Person - von meinen Ideen - überzeugen könnte.

Wie kam es denn dazu, dass Sie sich dazu entschlossen haben? Das macht man ja nicht von heute auf morgen, oder?

Genau und gleichzeitig ist es kein langfristiger Plan gewesen. Ich bin davon ausgegangen, dass es zwar eine kritische Mitgliederversammlungen gibt, aber dass der Präsident im Amt bleibt. Jetzt haben die Dinge sich geändert: Ich habe am Montag Nachmittag erstmals darüber nachgedacht und dann ähnlich wie bei meiner Kandidatur in Schorndorf entschieden - das ist mir eine Herzensangelegenheit. Das ist eine einmalige Chance und ich glaube, dass ich auch viel einbringen könnte für den Verein.

Das heißt Sie waren bei der Mitgliederversammlung dabei und haben entschlossen: Das ist so nicht gut, ich kann es besser?

Nein, ich war nicht bei der Mitgliederversammlung dabei, weil ich arbeiten war. Bei uns war großes Stadtfest. Ich habe es auf dem Liveticker mitverfolgt. Ja, sicherlich ein Tiefpunkt in der Geschichte des VfB Stuttgart, aber das ist ja das berühmte I-Tüpfelchen nach vielen Jahren. Klar habe ich die schwierige Lage beim VfB nach zwei Abstiegen miterlebt. Aber da kann jetzt kein Präsident etwas dafür, dass es mit der technischen Abstimmung nicht klappt. Aber ich dachte, es ist richtig, jetzt ein Signal zu senden, dass es auch Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen. Ich freue mich, wenn es neue Bewerber gibt und bin ganz gespannt auf den Wettlauf der Ideen.

Das heißt, Sie gehen davon, dass Sie nicht der Einzige sind, der sich aufstellen lässt?

Davon gehe ich aus, ja. Das ist eine ganz spannende Aufgabe, die natürlich mit viel Arbeit verbunden ist - auch mit einem hohen Risiko. In Teilen auch mit harter persönlicher Kritik. Damit muss man umgehen können. Man lernt in der Politik aber, damit umzugehen. Ich habe ein ganz breites Erfahrungswissen und kann vor allem Menschen zusammenführen. Das habe ich die letzten Jahrzehnte bewiesen.

Sie sagen schon, es ist gerade nicht einfach beim VfB. Haben Sie vielleicht auch Angst, dass es ihnen genau so um die Ohren fliegt wird wie dem Herrn Dietrich dann?

Ich glaube, der Verein ist gut beraten, jetzt jemanden zu wählen, der bereit ist, diese mühsame Kernarbeit zu leisten, über viele, viele Jahre. Man sollte nicht jedes Mal verzweifeln wenn ein Spiel verloren geht, oder wenn es mit dem Wiederaufstieg nicht gleich wieder klappt, sollte man nicht sofort wieder die Pferde wechseln. Das gilt sowohl für den neuen Vorstandsvorsitzenden, als auch für den neuen Präsidenten. Umso wichtiger ist, dass man einen Präsidenten hat, der bereit ist, mit allen im Verein zusammenzuarbeiten. Ich sag immer: Das einfache Mitglied ist genauso wichtig, wie der Hauptsponsor und der Vorstandsvorsitzende ist genauso wichtig, wie der Fahrer des Mannschaftsbusses. Alle müssen dazu bereit sein, ihren Teil dazu beizutragen, um Erfolge zu erzielen.

Das einfache Mitglied ist genauso wichtig, wie der Hauptsponsor und der Vorstandsvorsitzende ist genauso wichtig, wie der Fahrer des Mannschaftsbusses.

Matthias Klopfer gegenüber dem SWR

Sie würden definitiv viel Zeit und Energie einbringen: Wie passt es denn zeitlich überhaupt, wenn Sie gleichzeitig noch Oberbürgermeister sind?

Die Remstal Gartenschau habe ich jetzt viele Jahre begleitet und mit viel Engagement vorangetrieben. Das ist am 20. Oktober aber leider beendet. Ich habe jetzt auch wieder Lebensenergie für neue Aufgaben und ich habe auch wieder Zeit. Mein Kollege Kessing hat ein wunderbares Ehrenamt: Er ist Präsident des Deutschen Leichtathletik Verbandes und gleichzeitig auch OB in Bietigheim-Bissingen und macht einen tollen Job. Und ich glaube, man kann auch von Oberbürgermeistern erwarten, dass sie sich ehrenamtlich in unsere Gesellschaft einbringen und das will ich auch in Zukunft tun.

Gibt es schon einen Slogan für ihre Kandidatur?

Den gibt es noch nicht. Ich glaube, das Allerwichtigste ist, dass ich erstmal viele Gespräche führe, viel zuhöre und letztendlich schaue, dass das Vereinswohl über allem steht.

"Klopfer for president" wäre ja schon mal was...

Für mich würde auch Vorsitzender schon vollkommen ausreichen, so wie es früher auch mal gute Sitte war. Für mich ist es wichtig, dass ich anschließend bei den Fans genauso sitze, wie mal in der Loge mit Sponsoren. Und dass ich mal im Fanbus zu den Außwärtsspielen mitfahre. Das wird sicher als Oberbürgermeister, Vorsitzender, Präsident mal der Fall sein.

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