Daniel Didavi auf der Ersatzbank (Foto: Imago, Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de;)

Fußball | 2. Bundesliga Lockerheit und Selbstverständnis: Was Didavi dem VfB geben möchte

In Nürnberg gelang Daniel Didavi einst der Durchbruch in der Bundesliga. Das Spiel am Montag ist allerdings vor allem deshalb besonders, weil es für ihn das erste nach acht Wochen Pause sein soll.

Das Schnick-Schnack-Schnuck-Duell mit seinem VfB-Kumpel Hamadi Al Ghaddioui wird Rückkehrer Daniel Didavi nicht vom Restaurant auf den Platz übertragen. "Wir sind nicht in der Position, im Spiel zu schnicken", sagte der 29-Jährige vor dem erwarteten Comeback gegen den 1. FC Nürnberg am Montagabend. Ein schnelles Spielchen wie sonst um die Rechnung wird es also auf dem Rasen bei Standards nicht geben: "Ich denke sowieso: Hamadi und Freistöße, das wird nicht passieren. Der soll vorne stehen und den reinköpfen", meinte Didavi über den erfolgreichsten Angreifer des VfB Stuttgart.

Ohne Didavi lief es nicht mehr

Spaß haben will der offensive Mittelfeldspieler nach zwei Monaten Verletzungspause und überstandener Muskelverletzung in der Wade aber auch so - und dem VfB im wichtigen Heimspiel (20.30 Uhr) gegen seinen Ex-Club zurück in die Spur helfen. Seit Didavi sich beim 1:2 gegen Wehen Wiesbaden Anfang Oktober verletzte, hat der einstige Topfavorit von den sechs folgenden Zweitliga-Spielen vier verloren. Auf Tabellenführer Arminia Bielefeld fehlen inzwischen sechs Punkte, auf den Hamburger SV und Rang zwei auch schon drei.

Was der VfB vom FCB lernen kann

"Wir müssen anfangen zu gewinnen. Ohne Frage. Wir wollen aufsteigen", betonte Didavi am Donnerstag gut gelaunt und forderte: "Wir müssen dieses Selbstverständnis zurück bekommen. Nicht Arroganz, aber Selbstverständnis." Gegner dürften gar nicht mehr daran glauben, dass man gegen den VfB überhaupt gewinnen kann. "Wir sind sicher nicht der FC Bayern der 2. Liga. Aber dieses Bayern-Gen wäre gut. Denen ist egal, wenn sie ein Gegentor fangen."

"80 Minuten scheiße spielen und in der 85. dann das Tor"

Dass Didavis Technik, Selbstverständnis und Erfahrung dem VfB gut tun würden, daran bestehen kaum Zweifel. Auch bei ihm selbst nicht. "Man merkt schon, dass wir eine junge Mannschaft haben. Die Spieler sind nach Gegentoren verunsichert und verkrampfen. Gerade da könnte ich der Mannschaft helfen, weil ich die gewisse Lockerheit habe", erzählte er. Von Pfiffen oder einer lange Zeit schlechten Leistung lasse er sich nicht mehr verunsichern. "Ich kann 80 Minuten scheiße spielen und in der 85. Minute mache ich dann das Tor."

Walter: Didavi ist "nicht so einfach zu ersetzen"

Auch der zunehmend in der Kritik stehende Trainer Tim Walter verschleiert Didavis Bedeutung für das Team nicht. "Dida ist ein wichtiger Spieler für uns. Nicht nur auf dem Platz, auch außerhalb. Durch seine Art und Weise, durch seinen Ehrgeiz aber auch seine Lockerheit. Er verbindet beides", hatte Walter zu Wochenbeginn gesagt. "Er ist ein Teil unserer Mannschaft, der nicht so einfach zu ersetzen ist."

Didavi jetzt "komplett schmerzfrei"

Eine Einsatzgarantie wird er ihm bei der Pressekonferenz am Freitag wohl nicht aussprechen. Aber die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes gegen den kriselnden 1. FC Nürnberg mit dem früheren VfB-Trainer Jens Keller auf der Bank ist hoch. Obwohl Didavi nach der langen Pause noch nicht wieder Topniveau haben kann. "Ich bin ein Spieler, der, auch wenn die Fitness nicht gleich zu 100 Prozent da ist, der Mannschaft in gewissen Situationen helfen kann." Nach acht Wochen Pause bezeichnete er sich als "komplett schmerzfrei" und fühlt sich bereit. Übrigens auch für Siege gegen Al Ghaddioui im Schnick-Schnack-Schnuck: "Er ist schon gut. Aber langsam komme ich ran."

REDAKTION
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