Mario Gomez jubelt (Foto: Imago, imago images/Pressefoto Baumann)

Fußball | 2. Bundesliga Derby-Zeit, Gomez-Zeit?

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Ausgerechnet vor dem Derby gegen den KSC sind die Vorzeichen für Stuttgart nicht die besten. Von den letzten fünf Spielen verlor der VfB vier. Chancenwucher und Derby-Experte Mario Gomez bleiben Topthema.

Vielleicht gehören zur Derby-Vorbereitung ja auch die glorreichen Duelle der Vergangenheit. Angefangen mit dem ersten Bundesliga-Derby am 12. Oktober 1963 (3:0-Sieg des VfB in Karlsruhe) bis zum letzten Aufeinandertreffen, das - wie jetzt - in der 2. Liga stattfand. Der VfB gewann im Frühjahr 2017 zu Hause mit 2:0, kehrte am Ende der Saison in die Bundesliga zurück, Karlsruhe stieg in die 3. Liga ab.

Für die meisten aktuellen VfB-Spieler ist all dies nur ein Teil der Vereinsgeschichte des Klubs, bei dem sie aktuell unter Vertrag stehen. Nicht so für Mario Gomez. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass viele VfB-Fans den Stürmer endlich mal wieder in der Startelf sehen wollen.

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Vier Derbys, zwei Tore und jede Menge Emotion

Im Leben eines Fußballers gibt es Partien, die ein Spieler nicht vergisst. Es ist davon auszugehen, dass für den Schwaben Mario Gomez die Derbys gegen den Karlsruher SC dazu gehören. Auch wenn er nur vier Mal im VfB-Trikot gegen die Badener gespielt hat. Gomez' erstes Derby verlor der VfB mit 0:1. Tamás Hajnal sorgte mit seinem Tor am 2.9.2007 für den bislang letzten KSC-Erfolg gegen Stuttgart. Gomez' persönliche Revanche begann schon im Rückspiel, als er beim 3:1-Erfolg ein Tor beisteuerte.

Als Gomez zum "Derby-Provokateur" wurde

Mario Gomez bejubelte damals sein Tor provokant vor der KSC-Fan-Kurve. Das brachte ihm eine Belehrung seines Gegenspielers Maik Franz ein: "Das geht gar nicht, da muss er noch viel lernen!" Franz selbst war übrigens der Auslöser für Gomez' nächsten Fauxpas. "Maik Franz ist ein Arschloch", ärgerte sich Gomez nach Spielende in die Mikrofone, nachdem sich Franz 90 Minuten lang zu seinem persönlichen Wadenbeißer entwickelt hatte.

"Schon vom Namen allein geht Gefahr aus!"

VfB-Fan auf die Frage, ob Mario Gomez im Derby spielen soll

Gomez erlebte zwei weitere Südwest-Derbys. In der letzten gemeinsamen Bundesliga-Saison des VfB Stuttgart und des Karlsruher SC. Beide Spiele gewann der VfB. Gomez steuerte im Hinspiel am 21. September 2008 sein bislang letztes Tor gegen Karlsruhe bei.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Seine Derby-Tauglichkeit hat der 34-Jährige längst bewiesen. Die würde er sicherlich auch auf der Bank demonstrieren, wenn die Emotionen einschießen. Aber als Bankangestellter ist Gomez für viele VfB-Anhänger verschenkt. "Schon vom Namen her geht Gefahr aus", sagt der eine. "Mit seinen Fähigkeiten kriegt er vielleicht mal einen rein, was die anderen gerade nicht schaffen", sagt der andere.

Hinter diesen Aussagen steckt der Heißhunger auf Tore. Dabei ist Stuttgart mit 18,08 Torschüssen pro Spiel in der 2. Liga spitze. Allerdings braucht der VfB 11,74 Schüsse, um ein Tor zu erzielen, und liegt damit unter dem dem Ligaschnitt (9,6). Insgesamt liegt der VfB mit 20 erzielten Toren deutlich hinter dem HSV (30) oder Spitzenreiter Bielefeld (29). Aufsteiger Karlsruhe hat 22 Tore erzielt.

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Bei Walter ist Gomez nur einer von vieren...

Die VfB-Fans kennen diese Zahlen auch. Sie sehen auch, dass Mario Gomez in dieser Saison bislang gerade mal zwei Spiele über 90 Minuten gemacht hat. Nur drei Mal stand er in der Startelf. Warum also nicht mal wieder gegen den KSC? Trainer Tim Walter ist da defensiver: "Ich habe vier Stürmer. Jeder ist in der Lage, ein Tor zu erzielen. Ich gehe da immer nach Trainingseindrücken", sagte kürzlich im SWR Fernsehen.

Mario Gomez selbst sagt dazu schon lange nichts mehr. Vielleicht bekommt er ja im Derby am Sonntag die Chance, mal wieder Taten sprechen zu lassen.

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