VfB-Trainer Tayfun Korkut (Foto: Imago, Pressefoto Rudel/Robin Rudel)

DFB-Pokal | VfB Stuttgart Mit Optimismus an die Ostsee

Am Samstag um 20:45 Uhr wird es ernst für den VfB stuttgart. Mit der Erstrundenpartie im DFB-Pokal beim Drittligisten FC Hansa Rostock starten die Schwaben in die Saison.

Tayfun Korkut spielt noch immer am liebsten mit verdeckten Karten. Nach knapp sieben Monaten beim VfB Stuttgart, mit einer als zweitbeste Rückrundenmannschaft abgeschlossenen Saison und einer vielversprechenden Vorbereitung im Rücken, verzichtet der 44-Jährige weiter auf Sprüche und allzu viele Hinweise auf seine Ideen. Zur Aufstellung im ersten Pflichtspiel der Saison, am Samstag (20:45 Uhr) im DFB-Pokal beim Drittligisten FC Hansa Rostock, nur so viel: "Alle sind Kandidaten."

Korkut lässt sich nicht in die Karten blicken

Ob Weltmeister Benjamin Pavard spielen darf, ob Neuzugang Pablo Maffeo rechts in der Viererkette den Vorzug erhält vor Andreas Beck nach dessen auskuriertem Kreuzbandriss, ob es überhaupt vier Verteidiger gibt oder vielleicht doch mit einer Fünferkette gespielt wird - all das überlässt Korkut wie üblich den Spekulationen von Fans und Medien.

Erfreut zeigt sich Korkut über die Qualität in der Breite des Kaders. Für ihn sei es ein "Idealzustand", dass er bei Einwechslungen immer wieder eine "neue Energie" und "neue Qualität" auf den Platz bringen kann.

Für Tayfun Korkut haben sich nach dem geglückten Klassenerhalt die Vorzeichen verändert. Er ist im August 2018 nicht mehr der Ersthelfer aus dem Januar, der den Traditionsverein mit aller Kraft vor dem direkten Rückfall in die 2. Fußball-Bundesliga bewahren musste. Er hat nicht mehr den Druck, mit dem Aufsteiger und einer für seinen Vorgänger Hannes Wolf zusammengestellten Mannschaft in jeder Partie punkten zu müssen.

Korkut ist jetzt Cheftrainer eines Teams, das schon Wochen vor dem Trainingsauftakt seine Zugänge kannte. In den Testspielen der Vorbereitung blieb der VfB Stuttgart ungeschlagen, zudem blieben die Schwaben von größeren Verletzungssorgen verschont. Wohin kann der Weg des VfB Stuttgart in dieser Saison führen? Korkut gibt sich in der Öffentlichkeit gewohnt zurückhaltend: "Klar gehen wir optimistisch in die Saison. Aber ich bin zu lange dabei, um Prognosen abzugeben."

Kein Bonus für den Weltmeister

Innerhalb der Mannschaft ist der gebürtige Stuttgarter ein Freund deutlicher Worte. Beim Training darf es auch mal derb werden. "Ich bin nicht da, um alle glücklich zu machen. Ich bin da, um alle Spieler so bereit zu machen, dass sie für den VfB das Beste geben können." Es gebe auch keinen Weltmeister-Bonus für Benjamin Pavard. So wie er Pavard kennenglernt habe brauche der Franzose gar keinen Bonus, und einen solchen Bonus würde es bei ihm als Trainer sowieso nicht geben.

Pokal-Auftakt in Rostock

Gegen den Drittligisten Hansa Rostock ist die Pokalbilanz der Schwaben miserabel, bei allen drei Begegnungen gewann Hansa bislang. Doch das kümmert Korkut nicht. "Da hab ich sowieso gar nicht drüber nachgedacht, ob das ein Angstgegner ist. Das ist Vergangenheit", sagte er. Korkut lebt in der Gegenwart - und die sieht beim VfB Stuttgart vor dem Pflichtspiel-Start sehr vielversprechend aus.

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