Lauf Medienberichten wird Holstein-Kiel-Trainer Tim Walter zur kommenden Saison den VfB Stuttgart übernehmen (Foto: Imago, imago images / Hübner)

Fußball | Bundesliga Kiel bestätigt: Trainer Walter will nach Stuttgart

In den möglichen Wechsel von Trainer Tim Walter von Holstein Kiel zum VfB Stuttgart kommt Bewegung. Kiels Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth äußert sich zur Trainerfrage.

An diesem Freitag hat Kiels Sport-Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth hat erstmals bestätigt, dass eine Anfrage der Schwaben bei Holstein eingegangen ist. "Auch Tim Walter ist an uns herangetreten und hat den Wunsch geäußert, den Trainerposten in Stuttgart zu besetzen. Wir werden uns damit beschäftigen und Lösungen finden müssen", sagte Wohlgemuth dem NDR-Hörfunk.

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Bisher hatten sich die Kieler in der Personalie sehr zurückhaltend geäußert. Walter hat in Kiel einen Vertrag bis 2020 und müsste aus diesem herausgekauft werden. Der 43-Jährige war vor der Saison von der zweiten Mannschaft des FC Bayern München an die Förde gewechselt. In Kiel meisterte er den Umbruch nach den Abgängen von Trainer Markus Anfang und zahlreicher Leistungsträger nach der starken Vorsaison.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Nun sind die Stuttgarter am Zug und müssen in die Verhandlungen mit Kiel einsteigen. Die Schwaben suchen den Nachfolger für Interimscoach Nico Willig, der den VfB nach der Freistellung von Markus Weinzierl übernommen hatte, aber nur bis zum Saisonende betreuen wird.

Laut Kicker will Kiel etwa eine Million Euro für Walter, der im vergangenen Sommer von der zweiten Mannschaft des FC Bayern München nach Kiel gekommen war. Davor war der gebürtige Bruchsaler zwei Jahre lang Jugendtrainer beim Karlsruher SC, wurde aber von den Bayern für eine Ablöse von 200.000 Euro abgeworben.

Der aktuelle VfB-Trainer Nico Willig sagte am Donnerstag, er kenne seinen Trainer-Kollegen nur flüchtig. Auch sonst wollte er sich nicht zu der Personalie äußern.

Bringt Walter gleich einen Spieler mit?

Walter, seit Sommer 2018 Coach von Hostein Kiel, leitete am Donnerstag Vormittag ganz normal das Training des Tabellen-Siebten der Zweiten Liga. Sollte Walter tatsächlich nach Stuttgart wechseln, könnte er einen Spieler aus seinen Kieler Reihen mitbringen. Laut "kicker" handelt es sich dabei um Rechtsverteidiger Jannik Dehm. Der 23-Jährige könnte bei den Schwaben die Lücke in der Abwehr schließen, die Weltmeister Benjamin Pavard mit seinem Wechsel zum FC Bayern München hinterlässt.

Selbstbewusst und gelegentlich impulsiv

Edmund Becker, Leiter des Nachwuchszentrums beim Karlsruher SC, hat viele Jahre mit Tim Walter zusammen gearbeitet. Unter Beckers Leitung durchlief Walter als Coach verschiedene Junioren-Mannschaften, trainerte die U15, die U17 und später die U19. "Tim liebt eine sehr offensive Spielweise. Ihm ist ein 4:3-Sieg lieber als ein 1:0," sagt Becker.

Walter gilt als selbstbewusster Coach, er ist sehr überzeugt von seiner Spielphilosophie und vertritt seinen Standpunkt klar und - wenn es der Sache dient - auch hart. "Er ist sehr direkt und will seine Vorstellungen unbedingt umsetzen," erzählt Becker. Dabei wird Walter allerdings auch nachgesagt, dass er gelegentlich sehr impulsiv sei. Bayern-Boss Uli Hoeneß soll ihm zum Abschied aus München den Rat gegeben haben, etwas ruhiger zu werden. Aus Walters Umfeld ist zu hören, dass er gut daran täte, etwas an seiner Außendarstellung zu arbeiten. Mit seiner direkten, unverblümten Art müsse er im helleren Rampenlicht der Bundesliga vorsichtig sein, heißt es.

Ziel: Champions League

Walter, dessen Familie (verheiratet, drei Kinder) in München lebt, ist ein überaus ehrgeiziger Trainer. Das Beste ist für ihn gerade gut genug. So soll er in Gesprächen mit Medienvertretern immer wieder geäußert haben, dass er irgendwann mal mit einem seiner Teams in der Champions League spielen wolle. Der Badener würde mit seinem ersten Job in der Fußball-Bundesliga einen weiteren Schritt tun, um irgendwann einmal sein großes Karriere-Ziel zu erreichen. Becker ist zuversichtlich, dass sich Walter als Erstliga-Trainer etablieren wird. "Ich traue es ihm zu", sagt der Karlsruher.

Walters potenzieller Neu-Arbeitgeber, der VfB Stuttgart, der momentan auf Abstiegs-Relegationsplatz 16 steht, wird aktuell noch von Nico Willig trainiert. Der 38-Jährige, der kürzlich den entlassenen Markus Weinzierl abgelöst hatte, wird zur neuen Saison aber wieder als Coach zu den Stuttgarter U19-Junioren zurückkehren. Willig hat in bisher zwei Spielen einen Sieg und eine Niederlage verbucht. Am Samstag (15:30 Uhr) spielt der VfB gegen den VfL Wolfsburg.

Als Zugang für die nächste Saison soll zudem Offensivspieler Mateo Klimowicz geplant sein. Der 18-Jährige, Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Diego Klimowicz, kommt vom argentinischen Klub Instituto Central Cordoba und soll insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten.

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