Mario Gomez im exklusiven SWR-Interview (Foto: Imago, Hansjürgen Britsch)

Bundesliga | VfB Stuttgart Mario Gomez: "Haben die Qualität, nicht abzusteigen"

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Mario Gomez ist eine Führungspersönlichkeit im Team des VfB Stuttgart. Im SWR-Interview spricht der Stürmer über die Situation des VfB und die Faktoren, die im Kampf gegen den Abstieg entscheidend sind.

SWR Sport: Was ist vom Kopf schwieriger: Um die Meisterschaft mitzuspielen oder unten nicht abzusteigen?

Mario Gomez: "Also schwierig ist beides. Wenn du in der Bundesliga Meister werden willst, musst du über 34 Spieltage der Beste sein. Was aber definitiv der schwierigere job ist, ist in einer Mannschaft zu spielen, in der es einige Probleme gibt und die gegen den Abstieg spielt. Da das Ruder rumzureißen ist definitiv für den Kopf anstrengender."

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Was passiert mental, wenn man Samstag für Samstag weiß, es geht mehr oder weniger um alles?

"Das Kopfthema schließt dann ja auch die Beine mit ein. Um so schwieriger es für den Kopf wird, um so schwieriger werden auch die Beine. Das ist ein ganz normales menschliches Phänomen. Im Abstiegskampf ist es so, dass du selten befreit aufspielst. Du kommst selten in die Situation, das du mal 1:0 oder 2:0 führst und ab der 30. Minute dann das Spiel runter spielst. Es ist eigentlich im Abstiegskampf so, dass du 90 Minuten lang mental voll da sein musst."

Warum steigt der VfB nicht ab?

"Weil ich tausendprozentig davon überzeugt bin, dass wir mit unserer Mannschaft die Qualität haben, nicht abzusteigen. Meine Hoffnung ist, dass wir eine bessere Rückrunde spielen werden als die Vorrunde."

Hat die letzte Rückrunde ein bisschen für Verblendung gesorgt innerhalb des Klubs?

"Ja, nicht nur innerhalb. Ich glaube allumfassend. Aber das Schöne ist, dass man das Ruder relativ schnell wieder rumreißen kann. Es muss unser Ziel sein, dass wir gut aus der Saison raus kommen. Das wir unsere Ziele erreichen. Und unsere Ziele sind nun mal mittlerweile der Nicht-Abstieg. Dementsprechend werden wir 17 Spiele alles dafür tun, um positiv in Erinnerung zu bleiben."

12 Tore in 17 Spielen der Hinrunde sind wahnsinnig wenig. Was kann man machen, dass sich das ändert?

"Mannschaftstechnisch gesehen ist das einfach so, dass uns der Ball nicht locker flockig vom Spann fliegt. Du weißt in so einer Situation geht's mit jedem Schuss gegen den Abstieg. Vielleicht steht's in der 80. noch 0:0. Was tun? Attackieren oder Punkt sichern? Das sind die Fragezeichen, die zuviel sind im Kopf und dann oftmals auch Punkte kosten. Ich wünsche und hoffe, dass wir in der Rückrunde einen guten Start hinlegen, um uns ein bisschen freizuschwimmen und dann vielleicht mal wieder befreiter fußballspielen zu können."

Was kann Trainer Markus Weinzierl machen, um die Köpfe frei zu bekommen?

"Zunächst einmal haben wir jetzt eine Vorbereitung, die dafür da ist, damit der Trainer seine Ideen mit der Mannschaft einstudieren kann. Und das hat er auch gemacht. Die Vorrunde wurde analysiert. Es wurde angesprochen, was besser werden muss. Aber das Allerwichtigste finde ich im Sport ist - obwohl es im Moment gerade schwer ist - den Kopf oben zu behalten und positiv zu bleiben. Klar, da ist der Trainer natürlich derjenige, der das vorleben muss. Und das tut unser Trainer."

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