Andreas Beck, Verteidiger VfB Stuttgart (Foto: Imago, Imago/Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart Andreas Beck: Zuverlässiger Kämpfer beim VfB Stuttgart

Er ist gesetzt auf der rechten Abwehrseite des VfB Stuttgart. Und das ist kein Zufall. Denn ohne Andreas Beck in der Startelf holte der VfB nur einen Punkt in dieser schweren Spielzeit.

Als der junge Pablo Maffeo vor der Saison zum VfB Stuttgart kam, schien für Andreas Beck der Platz auf der Bank vorprogrammiert zu sein. Immerhin war der 21-jährige Spanier mit der Empfehlung von Trainerstar Pep Guardiola angereist. Der einstige Bayern-Pep hält als jetziger Coach von Manchester City so große Stücke auf Maffeo, dass er ihn angeblich für über 20 Millionen Euro zurückkaufen würde. Für schlappe neun Millionen kam er vor der Saison von den "Citizens" zu den Schwaben.

Andreas Beck und Pablo Maffeo im Training. (Foto: Imago, Pressefoto Rudel)
Andreas Beck und Pablo Maffeo im Training. Imago Pressefoto Rudel

Beck der Kämpfer

Es ist zweifellos eine der Stärken von Andreas Beck, dass er sich nicht von Zahlen und auch nicht von Namen beeindrucken lässt. Und so sitzt Maffeo auf der VfB-Bank und der 32-jährige Kämpfer Beck gilt als feste Abwehrgröße des Tabellen-16. Vielleicht auch deshalb, weil im Abstiegskampf harte Kerle mit eisernem Willen gefragt sind. Beide Eigenschaften kommen bei dem Literaturliebhaber zusammen.

Wenn das Handwerk zur Kunst wird

Um herauszuheben, was der Meister von 2007 kann, ist es gut zu wissen, was er nicht kann: Beck ist kein Sprinter, kein Flankengott und bestimmt auch kein Dribbelkönig. Ach ja, mit dem Toreschießen hat er es auch nicht unbedingt. Null Treffer in dieser Saison. Schwamm drüber. Doch alles andere ist Beck. Zuverlässig, verantwortungsvoll, meist fair und cool, erfahren und so intelligent, dass sein Horizont nicht an der Eckfahne endet. Auch das drückt sich in seiner Spielweise aus. Kurzum: Der blonde, etwas brav aussehende Andreas Beck, kann als Spieler zum Teufel werden. Einer, der sich in einen Gegenspieler "verbeißen" kann. Eine ganz besondere Kunst also, die für neun Nationalmannschaftseinsätze unter Joachim Löw gut war.

Kein Liebling der Fans

Zusammen mit Kapitän Christian Gentner und Mario Gomez verfügt der einstige VfB-Jugendspieler Beck über eine Stuttgarter DNA. Vielleicht hat auch deshalb das Publikum meistens keine Geduld mit dem Mann, der als Dreijähriger mit seiner Familie aus dem russischen Kemerowo nach Deutschland kam. Beck-Fehler werden schnell mit Kopfschütteln oder gar Pfiffen quittiert, oft schon nach der ersten misslungenen Aktion. Die eigenen Fans sind kritisch - Nachsicht sieht anders aus.

Klare Vorstellungen

Nachdem Andreas Beck sieben Jahre bei 1899 Hoffenheim spielte, stand für ihn fest, dass er als Profi gerne einmal eine Auslanderfahrung machen würde. Und so landete der einstige Hoffenheimer Kapitän bei Besiktas Istanbul. Dort gewann er zwei Mal in Folge die türkische Meisterschaft (2016 & 2017) und lernte die Landessprache. Sogar sein jetziger Mitspieler beim VfB Stuttgart, Ozan Kabak, der von Galatasary Istanbul zur Winterpause kam, lobte Übersetzer Beck für seine Türkisch-Sprachkenntnisse.

Noch einmal etwas anderes erleben

Gut möglich, dass der Ex-Nationalspieler noch einmal im Ausland spielen wird. Gegenüber dem "kicker" sagte der Rechtsverteidiger, dass der VfB zwar sein Verein sei, zumal er in Stutgart "das Fußballspielen gelernt" habe. Doch im selben Atemzug erwähnte Beck auch, dass er es sich auch gut vorstellen könne, "wieder einen Schritt weiterzugehen, auch ins Ausland." Der Vertrag in Stuttgart endet nach der Saison. Gespräche über die sportliche Zukunft gibt es im Moment nicht. Vielleicht könnten die VfB-Fans ja den Ausschlag geben. Wie wäre es mit Zuspruch und Beifall für Andreas Beck, der mit Haken und Ösen für den Klassenerhalt kämpft!?

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