Der neue VfB-Trainer Markus Weinzierl (Foto: Imago, imago/Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart Weinzierl geht "offensiv und mutig" ans Werk

Markus Weinzierl hat am Mittwoch seine Arbeit als neuer Coach des VfB Stuttgart aufgenommen. Der 43-Jährige ist von der Qualität des Kaders überzeugt und will schon im nächsten Spiel gegen Dortmund eine Serie starten.

Der Medienandrang war enorm. Als der neue Cheftrainer des VfB Stuttgart um 10:58 Uhr gut gelaunt und gebräunt den Presseraum der Mercedes-Benz-Arena betrat, wurde Markus Weinzierl von 11 Kamerateams und 50 Medienvertretern erwartet.



Weinzierl, dem wie schon in Augsburg und Gelsenkirchen Wolfgang Beller als Co-Trainer assistieren wird, zeigte sich voller Vorfreude auf seine neue Aufgabe. Diese bestehe in erster Linie darin, die Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu führen. "Ich will offensiv und mit Mut in allen Bereichen die Situation angehen", sagte der Ex-Coach des FC Augsburg und des FC Schalke 04. Er wolle sich mit den Spielern austauschen und daraus seine Schüsse ziehen.

Indirekte Kritik an Vorgänger Korkut

Indirekte Kritik übte er an der Spielweise unter der Regie seines Vorgängers Tayfun Korkut. "Wenn ich einen Mario Gomez als Stürmer vorne haben, dann muss er von den anderen Spielern entsprechend gefüttert werden, damit er seine Tore machen kann", sagte Weinzierl in Anspielung auf die defensive Spieltaktik Korkuts. Unter seinem Vorgänger konnte der VfB Stuttgart wenige Torchancen kreieren.

Sein Bundesliga-Debüt mit dem VfB wird für Weinzierl zu einer echten Herausforderung. Am 20. Oktober ist Tabellenführer Borussia Dortmund in Stuttgart zu Gast. "Wir haben zehn Tage Zeit bis Dortmund. Da gilt es, den Esprit auf die Ränge zu bringen. Wir wollen gegen Dortmund eine Serie starten", äußerte sich Weinzierl optimistisch.

"Chance gegen den BVB"

"Natürlich ist die Konstellation so, dass der VfB 18. ist und der Tabellenführer kommt. Aber man kann als Tabellenletzter den Tabellenführer auch schlagen. Ich sehe mehr die Chance als alles andere."


Der neue Coach ist von der Qualität des Kaders überzeugt. "Der Kader ist gut und mit Sicherheit nicht so, wie es der Tabellenstand aktuell darstellt." Jetzt gelte es, das Potenzial aus der Mannschaft zu kitzeln.

18 Monate Auszeit "wichtige Zeit"

Weinzierl, der zuletzt 18 Monate ohne Engagement bei einem Fußballclub geblieben war, sprach von der "vielleicht wichtigsten Zeit", obwohl "ich mir das natürlich anders gewünscht hatte." Er habe diese Auszeit privat und sportlich sehr gut genutzt und eine interessante Hospitanz bei Top-Trainer Pep Guardiola in Manchester gemacht. "Pep ist sehr eigen, sehr speziell und ein super Trainer. Es war nur eine Woche, aber die war sehr fortbildend", sagte der Neu-Coach.

Wichtige Rolle für Gomez

Eine besondere Rolle kommt wohl auf Stürmer Mario Gomez zu. "Wenn ich Mario Gomez da vorne drin habe, dann muss ich ihn auch in Szene setzen", betonte Weinzierl und verwies auf ein Flügelspiel und gute Pässe aus der Mitte. "Umso mehr Bälle da kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er trifft."

Am Nachmittag (15:30 Uhr) wird Weinzierl erstmals mit einer dezimierten Mannschaft trainieren. Sieben Profis der Stuttgarter fehlen, weil sie im Länderspieleinsatz sind. Weinzierl hatte am Dienstag einen Vertrag bis 2020 in Stuttgart unterzeichnet.

STAND