Markus Weinzierl beim VfB-Training (Foto: Imago, imago/Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart VfB-Trainer Weinzierl: "Frankfurt hat Wucht und Power"

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Der abstiegsbedrohte VfB Stuttgart muss am Sonntag (18 Uhr) bei Eintracht Frankfurt antreten. Eine schwere Aufgabe angesichts des 37-Tore-Sturms der Hessen.

Das erste Aufeinandertreffen als Trainer des VfB Stuttgart mit der Frankfurter Eintracht ging für Markus Weinzierl kräftig in die Hose. Es war der 10. Spieltag am 2. November, ein Freitagabend, als die Eintracht den VfB richtiggehend vorführte. Die Eintracht gewann in Stuttgart locker mit 3:0, die völlig verunsicherten Schwaben ergaben sich ihrem Schicksal, Frankfurt hätte leicht noch höher gewinnen können. "Im Hinspiel hatten wir keine Chance", erinnert sich Markus Weinzierl an den damaligen Auftritt. Es war damals die dritte deutliche Niederlage im dritten Spiel unter dem neuen Coach Markus Weinzierl, nach dem 0:4 gegen Borussia Dortmund und dem 0:4 bei der TSG Hoffenheim.

Der VfB Stuttgart hat sich zuletzt stabilisiert

Inzwischen sind gut fünf Monate ins Land gegangen, und das Pflänzchen VfB hat in den letzten Wochen deutlich kräftigere Konturen angenommen, sich auf mäßiger Basis stabilisiert. Der Kantersieg gegen Hannover 96 und die Unentschieden gegen die Europa-Aspiranten Bremen und Hoffenheim sorgten in Cannstatt für neue Zuversicht im Abstiegskampf. "Wir haben aufsteigende Tendenz", hofft Markus Weinzierl jetzt auch auf ein ordentliches Ergebnis im Rückspiel bei den Hessen, "aber wir dürfen nicht nur verteidigen, wir brauchen auch Ballbesitz und Torchancen". Was aber schwer genug werden dürfte: "Frankfurt ist seit 13 Spielen ungeschlagen, die haben eine riesige Euphorie, mit den Fans im Rücken sind sie klarer Favorit", so Weinzierl.

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Während der VfB trotz der jüngsten Punktgewinne als 16. aber weiter latent im Tabellenkeller festhängt und um den Klassenerhalt bangt, schnuppern die Frankfurter nach dem sensationellen DFB-Pokalsieg 2018 gegen die Bayern in dieser Saison sogar an der Champions League: Platz fünf derzeit, nur ein Pünktchen hinter dem viertplatzierten Borussia Mönchengladbach. Dazu kommt der jüngste Triumph in der Europa League gegen Inter Mailand. Der Ex-Stuttgarter Fredi Bobic hat die Frankfurter als Sportvorstand zu einem Spitzenteam geformt.

Frankfurter "Büffelherde" sorgte schon für 37 Tore

Mit dem Franzosen Sebastien Haller, dem Serben Luka Jovic und dem Kroaten Ante Rebic besitzten die Hessen den aktuell erfolgreichsten Angriff der Bundesliga: "Die haben vorne eine brutale Qualität und unheimlich viel Wucht", zeigt sich auch Markus Weinzierl begeistert von den Frankfurter Toremachern. 37 Saisontreffer gehen auf das Konto des torgefährlichen Sprinter-Trios, das in Fußballerkreisen inzwischen ehrfürchtig als "Büffelherde" bezeichnet wird. Wie der VfB Stuttgart diese "Büffelherde" zu stoppen vermag? "Wir brauchen Lauffreude und große Kompaktheit", legt Markus Weinzierl die Stirn nachdenklich in Falten, "und bloß keine Ballverluste. Die Frankfurter haben ihre Stärken vor allem im schnellen Umschaltspiel, da zeigen sie Wucht und Power".

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Wer ersetzt den gesperrten Santiago Ascacibar?

Einer, der das filigrane Angriffsgefüge der Eintracht mit seiner Giftigkeit gut hätte unterbinden können, ist am Sonntag gesperrt. Der kleine Argentinier Santiago Ascacibar sitzt seine zehnte Gelbe Karte ab und könnte von Christian Gentner, Daniel Didavi, Dennis Aogo oder Erik Thommy ersetzt werden. Je nach offensiverer oder denfensiverer Ausrichtung. Personelle Alternativen besitzt Markus Weinzierl also zur Genüge. Fehlen nur noch die nötigen Punkte.

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