Odysseas Vlachodimos spürt keine Genugtuung weil der VfB Stuttgart abgestiegen ist (Foto: Imago, imago images / Schüler)

Bundesliga | VfB Stuttgart Vlachodimos: Keine Genugtuung wegen Abstieg des VfB Stuttgart

Mit 22 Jahren verließ Odysseas Vlachodimos frustriert den VfB Stuttgart. Inzwischen ist er Stammtorwart bei Benfica Lissabon. Der Abstieg der Schwaben stimmt ihn traurig.

Es stimmt. Man muss nicht immer in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt. Aber manchmal muss man die heimatlichen Gefilde eben doch verlassen, um sein Glück zu finden und um in der Heimat wieder geschätzt zu werden. So ergeht es Odysseas Vlachodimos. Der Deutsch-Grieche ist ein echter Stuttgarter Junge. Geboren im Stadtteil Wangen.

Stuttgarter Junge

Mit acht Jahren kam er zur Jugend des VfB Stuttgart. Hier durchlief er alle Juniorenteams, stieg auf in die Zweite Mannschaft und absolvierte dort 68 Spiele als Nummer 1. Am 29. August 2015 stand er als 21-Jähriger plötzlich im Tor der Profimannschaft von Trainer Alexander Zorniger. Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt flog Stammtorhüter Przemyslaw Tyton vom Platz, Vlachodimos kam rein, konnte die 1:4-Heimpleite aber auch nicht verhindern. Der Durchbruch in Stuttgart gelang ihm nie. Der junge Keeper absolvierte insgesamt drei Bundesliga-Spiele, drei Mal verlor der VfB. 2016 trennten sich die Wege.

Im "Kicker" erinnert sich Vlachodimos: "Als beim VfB die Tür für mich zufiel, war das rückblickend vielleicht auch ein Stück weit hilfreich. Das feuerte meinen Ehrgeiz noch mehr an. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, um mich weiterentwickeln zu können." Vlachodimos suchte sein Glück bei Panathinaikos Athen. Seitdem geht es bei dem deutschen U-21-Europameister von 2017 bergauf. Seit Sommer 2018 ist er die Nummer 1 beim portugiesischen Meister Benfica Lissabon.

Vlachodimos: "Ich bin nicht nachtragend"

Auch wenn er sich in der Hauptstadt Portugals pudelwohl fühlt; so oft es eben geht, ist er in seiner schwäbischen Heimat und drückt seinem ehemaligen Klub die Daumen. "Ich war beim ersten Relegationsspiel in Stuttgart gegen Union Berlin im Stadion. Dass man abgestiegen ist, ist sehr traurig. Der Klub gehört in die Bundesliga." Genugtuung empfindet er nicht, auch wenn ihm der Abschied vor drei Jahren weh getan hatte. "Dazu spielt Stuttgart eine zu große Rolle in meiner Laufbahn. Dass es (damals) nicht so geklappt hat, wie ich es mir erwünscht hatte, passiert halt. Ich bin nicht nachtragend."

Nationaltorhüter Griechenlands

An eine Rückkehr in die Bundesliga verschwendet der 25-Jährige keinen Gedanken. Er konzentriert sich ganz auf seine Aufgaben in Lissabon und neuerdings in der griechischen Nationalmannschaft. Im November 2018 gab er sein Debüt im Nationalteam. Inzwischen stand er drei Mal für Griechenland zwischen den Pfosten. "Ich denke nur kurzfristig. Ich habe noch einen Vierjahresvertrag, fühle mich in Lissabon super wohl."

Aber im Fußball kann es ja bekanntlich ganz schnell gehen. Der Marktwert des vor drei Jahren beim VfB Stuttgart ausgemusterten Torwarts, der in der kommenden Saison mit seinem Team in der Champions League spielt, wird mittlerweile auf 10 Millionen Euro geschätzt.

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