Bruno Labbadia auf der Bank des VfB Stuttgart (Foto: SWR)

Bundesliga | VfB Stuttgart Der VfB Stuttgart lässt Bruno Labbadia nicht los

Ein Ex-VfB-Trainer auf der VfL-Bank, vier ehemalige Wolfsburger im Stuttgarter Kader, Relegationshoffnung gegen Champions-League-Träume. Das sportlich so wichtige letzte Heimspiel der Saison erzählt für den VfB auch abseits des Platzes viele Geschichten.

Bruno Labbadia ist ein Relegations-Experte. Beim Hamburger SV und in der letzten Saison auch beim VfL Wolfsburg wurde der frühere Mittelstürmer als "Feuerwehrmann" geholt, um den Abstieg im Schlussspurt der Saison zu verhindern - und beide Male war er erfolgreich. In der aktuellen Saison spielt er mit Wolfsburg um die Champions League und will mit einem Sieg bei seinem Ex-Verein in Stuttgart zwei Spieltage vor Schluss weitere Plätze gutmachen. Trotz seiner immer noch anhaltenden Gefühle zum VfB will Labbadia Stuttgart nichts schenken. Dennoch wünscht er seinem ehemaligen Arbeitgeber den Verbleib in der Bundesliga über die Relegation.

Sollten die beiden Ex-Vereine von Bruno Labbadia, VfB Stuttgart und der Hamburger SV, in der Relegation aufeinandertreffen, dann wäre das für den aktuellen Wolfsburg-Trainer ein ganz besonderes Spiel: "Das wäre krass. Ich kann nicht sagen, zu wem ich mehr halten würde", sagte der 53-Jährige. Eine Relegation habe er selbst zweimal mitgemacht und könne sich gut in die Situation hineinversetzen.

Auf der VfB-Bank hielt sich Labbadia immerhin fast drei Jahre. Seit seinem Abgang haben die Stuttgarter in nicht einmal sechs Jahren sage und schreibe zehn Cheftrainer verbraucht, sind 2016 abgestiegen und stehen nun unter Interimscoach Nico Willig erneut mit dem Rücken zur Wand.

VfB und VfL: Viele Überschneidungen und doch so weit entfernt

Bruno Labbadia vor einem VfB Stuttgart Logo (Foto: SWR, imago/Sportfoto Rudel)
Seit Anfang 2018 ist Bruno Labbadia mittlerweile Trainer des VfL Wolfsburg, den er in der letzten Saison über die Relegation in der Bundesliga halten konnte. Zwischen 2010 und 2013 betreute der frühere Mittelstürmer den VfB Stuttgart und führte die Schwaben sogar ins Achtelfinale der Europa League und das DFB-Pokalfinale. Seit dem Abgang von Labbadia aus Stuttgart blieb übrigens kein VfB-Coach mehr eine komplette Saison im Amt. imago/Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Christian Gentner hat ist nach dem Meistertitel des VfB 2007 nach Wolfsburg gewechselt - erst auf Leih-Basis, dann für eine Transfersumme von 2,5 Millionen Euro. Ein Jahr nachdem er auch dort 2009 deutscher Meister wurde, kam er ablösefrei zu seinem Heimatverein zurück und ist mittlerweile Kapitän beim Verein mit dem Brustring. imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Mario Gomez hat schon einige Stationen in seiner Kariere hinter sich: Meister mit Stuttgart 2007, dann der Wechsel zum FC Bayern, mit dem er Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger wurde. Über Florenz und Istanbul kam der Riedlinger 2016 zurück in die Bundesliga, zum VfL Wolfsburg. Nach anderthalb Jahren in Niedersachsen und einer gewonnenen Relegation kam Gomez zurück an den Neckar, wo er einen Vertrag bis 2020 unterschrieb und nach eigenen Angaben seine Karriere beenden will. imago/Christian Schroedter Bild in Detailansicht öffnen
"Wir wollen Daniel, dafür kriegt ihr Daniel", dachten sich die Verantwortlichen von VfB und VfL vor der Saison. So wechselte Daniel Didavi nach zwei Jahren in Wolfsburg zurück an den Neckar und Stürmer Daniel Ginczek dagegegen. Aufgegangen zu sein scheint dieser Wechsel allerdings nur für Daniel Ginczek, der bereits zwölf Scorerpunkte für den Champions-League-Anwärter sammelte. Daniel Didavi erzielte bislang beim VfB nur ein Tor und bereitete ein weiteres vor. imago Bild in Detailansicht öffnen
Die Hinrunden-Partie in Wolfsburg verlor der VfB mit 0:2. Trotz gutem Kampf ging der VfB durch den Treffer von Josuha Guilavogui (24.) in Rückstand, den Wout Weghorst noch vor der Pause (44.) nach einem Fehler von Santiago Ascacibar erhöhte. Interessant: Mit der Niederlage in Wolfsburg fiel der VfB am 16. Spieltag auf den Relegationsplatz zurück, den die Schwaben bis jetzt nicht mehr verlassen konnten. imago/Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Zum Abschluss noch etwas für Statistik-Liebhaber: Sowohl der VfB als auch der VfL sind in der ganzen Saison noch ungeschlagen, wenn sie das erste Tor im Spiel erzielten. Stuttgart holte nach eigener Führung alle sechs Saisonsiege und spielte dreimal Unentschieden, Wolfsburg war nach dem ersten eigenen Tor sogar 15-mal siegreich und teilte dreimal die Punkte. Wer am Samstag in Stuttgart in Führung geht, kann also so gut wie nicht mehr verlieren - jedenfalls, wenn man der Statistik traut. imago Bild in Detailansicht öffnen
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