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Fußball | Bundesliga Inklusion: Wenn der Weltmeister zum Trainingspartner wird

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Für viele Kinder ist und bleibt es wohl ein Traum, einmal neben den Fußball-Profis auf dem Platz zu stehen. Für Kinder mit geistiger Behinderung wurde das beim VfB Stuttgart nun doch Realität.

Hochgestreckte Arme, leuchtende Fan-Augen sowie Trikots und T-Shirts voll mit Namen der VfB-Spieler: Der Mittwoch des Bundesligisten stand - neben der bereits begonnenen Spielvorbereitung gegen den 1. FC Nürnberg - voll und ganz im Zeichen des guten Zwecks. Beim Inklusionsprojekt "Pfiff" (Projekt für inklusive Fußball-Förderung), sind gemeinsame Trainingseinheiten zwischen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und VfB-Spielern organisiert worden.

Gute Stimmung beim PFIFF-Aktionsnachmittag. 120 Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainierten mit @Akolochadrac, @BenPavard28, Steven #Zuber und Dennis #Aogo. Hat Spaß gemacht! #VfBfairplay #Inklusion #VfB https://t.co/n5LdqP7Nv5

Dennis Aogo: "Schön zu sehen, wie glücklich die Kinder sind"

Zuerst galt es aber für die 120 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Nervosität abzulegen - wann trainiert man schon mit einem Fußball-Weltmeister? Die war allerdings schnell verfolgen, da mit Benjamin Pavard, Steven Zuber, Chadrac Akolo und Dennis Aogo vier gut gelaunte Profis auf den Platz stiefelten. "Man fühlt sich natürlich gut, wenn man mit kleinem Aufwand für große Freude sorgen kann. Es ist schön zu sehen, wie glücklich die Kinder hier sind", sagte Aogo mit Blick auf den Fußballplatz. Es ging ihm dabei aber nicht in erster Linie um den Fußball, sondern eher um das gemeinsame Füreinander.  

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Machen die VfB-Profis immer freiwillig mit?

"Brust raus für Inklusion" lautet dabei das Motto. Denselben Satz werden die Spieler von Trainer Markus Weinzierl auch dieses Wochenende im Kellerduell gegen Nürnberg (Samstag, 15:30 Uhr) auf ihrem roten Trikot-Brustring tragen.

Aber mal Hand aufs Herz: Diese Veranstaltung in Bad Cannstatt ist wichtig für die Gesellschaft und das Image des VfB, erfordert aber zusätzlich die Zeit der Spieler, die mitten in der Trainingswoche stecken. Engagieren sich die Spieler für abweichende Termine aus Überzeugung oder muss auch mal jemand gegen seinen Willen mit? Laut VfB-Präsident Wolfgang Dietrich mangelt es nicht an fehlendem Einsatz: "Es wären wahrscheinlich auch mehr mitgegangen. Jetzt haben wir den Weltmeister und den Torjäger hier. Also alle, die ordentlich performen, trotz schwieriger Situation."

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Erfolgreiche Autogrammjagd

Nach drei oder vier kurzen Trainingseinheiten mit den Profis neigte sich allerdings der Höhepunkt der Veranstaltung schon rasch dem Ende zu. Nach einem Gruppenfoto mussten die vier Profis wieder vom Fußballplatz abziehen - das echte Training bei Coach Weinzierl stand an. Das Glücksgefühl der VfB-Fans aber blieb. Einige Kinder waren von der ganzen Aufregung recht erschöpft, dafür aber um einige Unterschriften auf dem Trikot reicher. Und um ein strahlendes Lächeln sowieso.

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