nico-willig-vfb-stuttgart  (Foto: Imago, SWR, imago images / Michael Weber)

Fußball | Bundesliga Schalke wird keine Urlaubsreise für den VfB Stuttgart

Stuttgart muss in die Abstiegs-Relegation. Im letzten Saisonspiel auf Schalke (Samstag, 15.30 Uhr) geht es für den Tabellen 16. VfB Stuttgart also um nichts mehr. Doch das sieht Trainer Nico Willig komplett anders.

Normalerweise antwortet Nico Willig in wenigen Sätzen. Meist sehr freundlich, mit einem Lächeln auf den Lippen. Doch bei der Frage nach dem "unbedeutenden Spiel auf Schalke" hört für den 38-Jährigen der Spaß auf. "Für mich ist dieses Spiel alles andere als unbedeutend. Es ist sehr sehr bedeutend in der Entwicklung von Inhalten."

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Und damit sind die Themen Ballbesitz und Mittelfeldpressing gemeint. Beides will Willig nicht nur auf Schalke sehen, sondern das könnte seiner Meinung nach auch in der anstehenden Relegation über den Bundesligaverbleib mit entscheiden.

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"Da musst du auch in Stimmung kommen"

Willig will verhindern, dass der VfB mit einem Negativerlebnis in die Relegation gehen muss. "Es ist der Endspurt in gewisser Weise und da musst du auch in Stimmung kommen. Dazu dient auch dieses Spiel auf Schalke." Der Interimscoach weiß, wie schnell das zarte Pflänzlein "Selbstvertrauen" nach dem klaren 3:0 Erfolg gegen den VfL Wolfsburg bei seinem Spielern wieder verwelken könnte.

Die gelbe Gefahr

Wenn es ganz unglücklich auf Schalke laufen sollte, wären Ozan Kabak, Anastasios Donis und auch Emiliano Insua für das erste Relegationsspiel am kommenden Donnerstag in der Stuttgarter Arena gesperrt. Alle drei stehen derzeit bei vier Verwarnungen. Eine Fünfte würde das Aus im Hinspiel in der Relegation bedeuten.

"Irgendwo müssen wir auch eine Mischung finden, diese Gefahr, dieses Risiko ein wenig zu reduzieren. Es gibt auch Spieler die jetzt am Ende der Rückrunde etwas müder sind." Gut möglich also, dass Nico Willig auf Schalke ein wenig pokert. Frühe Aus- oder späte Einwechslungen wären da ein Mittel. Auch der verletzte Steven Zuber ist mit vier gelben Karten gefährdet. Allerdings ist der Schweizer noch nicht wieder einsatzbereit. Neuling Willig selbst freut sich auf Schalke-Trainer Huub Stevens. Beide kennen sich nicht. Der erfahrene Niederländer rettete den VfB gleich zweimal vor dem "Schlamassel" 2. Liga.

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"Wir nehmen den, den wir bekommen"

Paderborn oder Union Berlin, der Relegationsgegner des VfB wird dann am Sonntag gegen 17.20 Uhr feststehen. Eine Vorliebe hat Nico Willig nicht. "Ich habe mir für beide Mannschaften Pläne überlegt, aber ich habe da jetzt keinen Wunschgegner." Willigs Co-Trainer werden die Partien Paderborn in Dresden und von Union Berlin beim VfL Bochum vor Ort beobachten. Der Chef selbst wird das aus der Ferne am Fernseher verfolgen.

Keine Eile mit der Bundesliga

In drei Bundesligabegegnungen hat Willig den VfB als Trainer betreut. Dabei gab es zwei Siege und eine Niederlage. Der Mann hat also Erfolg. Dennoch, der gebürtige Tübinger lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er nach der hoffentlich erfolgreichen Relegation wieder zu seiner U19 zurückkehren werde. Diese Absprache mit Sportvorstand Thomas Hitzlsperger sei für ihn "etwas Bindendes". Auch dann, wenn es in ein paar Tagen ein Angebot aus der Bundesliga geben würde. Willigs Vertrag in Stuttgart läuft noch bis 2020. Und das die bisherigen Bundesligaeinsätze Lust auf mehr gemacht haben, zeigt der Zusatz mit einem Augenzwinkern: "Anschließend gibt es die Bundesliga auch noch."

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Keine Eile

Noch ist Nico Willig kein Retter. Da hat ihm der Trainerfuchs Huub Stevens also eine Menge voraus. Doch hält Willig den VfB mit seinen lebenserhaltenden Maßnahmen in der Bundesliga, kann er zum schwäbischen Helden werden, auf den die Bundesliga bald eine Auge werfen wird. Doch jetzt muss Willig erst einmal beweisen, dass er aus unbedeutenden Spielen, bedeutende Schlüsse für die Abstiegs-Relegation ziehen kann.

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