VfB-Fans mit Choreo vor Nürnberg-Spiel (Foto: Imago, imago images / HMB-Media)

Bundesliga | VfB Stuttgart VfB-Verteidiger Andreas Beck: "Die Mannschaft lebt."

Eigentlich ist ein Punkt gegen Nürnberg im Abstiegskampf zu wenig für den VfB Stuttgart. Aber vielleicht ist dieser Punkt so viel Wert, wie die leidenschaftliche interne Analyse.

"Die Mannschaft lebt!"

Reibung erzeugt ja bekanntermaßen Wärme. Frei nach diesem physikalischen Gesetz war die Kabinen-Analyse der Spieler beim VfB Stuttgart am Tag nach dem 1:1 gegen Nürnberg etwas, sagen wir mal, intensiver.

"Es gab eine ausgiebige Diskussion in der Kabine. Da wurde auch die Meinung gesagt, das kann auch reinigend sein"

VfB-Verteidiger Andreas Beck im SWR-Fernsehen.

Ohne ins Detail zu gehen, sagt der Routinier einen Satz, der unbewusst den Dampf raus nimmt: "Die Mannschaft lebt"! Ein Satz, der nicht wenige überraschen mag. Becks Überzeugung wirkt dabei nicht aufgesetzt, dazu gibt sich der Abwehrmann selbstkritisch: "In den letzten Wochen hatten wir eine gewisse Galligkeit, eine Griffigkeit, die hat gegen Nürnberg gefehlt. Wir waren in der ersten Hälfte zu passiv. Das muss angesprochen werden". Und es wurde angesprochen: konstruktiv und intensiv.

Weinzierl = Energie, Emotion, Leidenschaft

Trainer Markus Weinzierl war Teil der Kabinen-Reibung. Auch das mag die überraschen, die seit Wochen über den angeblichen Bruch des Trainers mit seinen Spielern unken. "Er hat wieder Energie und Emotion reingebracht", sagt Andreas Beck. Statt nichtssagender Floskeln gibt es auch hier klare Worte. Pro Weinzierl und contra zahlreiche Kritiker: "Die Energie und Leidenschaft nach so einem Spiel wie Nürnberg wieder in die Mannschaft zu tragen ist nicht einfach, aber das macht er gut". Hätte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger dem Trainer nicht schon direkt nach dem Nürnberg-Spiel eine quasi-Jobgarantie erteilt, Weinzierl hätte Beck als Fürsprecher engagieren können.

Gute Basis, wenig Punkte...

Andreas Beck hat mit seinen 32 Jahren schon einiges erlebt. Von Meisterschaft (mit dem VfB 2007) über Abstiegs-Relegation (2013 mit Hoffenheim) bis hin zur unglaublichen Euphorie in Istanbul, wo er mit Besiktas zweimal Meister wurde. All das hat ihn vor allem eines gelehrt: Realist zu bleiben. Also will Beck sein Plädoyer für Trainer Weinzierl nicht falsch verstanden wissen. Weil auch Beck weiss, dass Emotion allein keinen Erfolg bringt. "Das hat uns jetzt nicht so viele Punkte gebracht, aber wir sind noch im Rennen"! Nicht zuletzt, weil die Mannschaft lebt - allen Unkenrufen zum Trotz.

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