Großer Jubel beim VfB Stuttgart (Foto: Imago, regios24)

Fußball | Bundesliga VfB Stuttgart darf vor "zwei brutal schweren Wochen" durchatmen

Das Minimalziel Platz 16 gesichert, den Klassenerhalt in der Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga in der eigenen Hand: Der VfB Stuttgart darf nach dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg durchatmen - aber nur kurz.

Nachdem Thomas Hitzlsperger einige Steine vom Herzen gefallen waren, dachte der Sportvorstand des VfB Stuttgart an den ganz großen Fußball. "Ich habe auch Champions League geschaut diese Woche", sagte der 37-Jährige über die verrückten Halbfinal-Rückspiele der Königsklasse und fand: "Das heute war für mich ein krönender Abschluss."

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Hitzlsperger: "Erleichterung ist groß"

Nun hatte dieses 3:0 (1:0) des VfB gegen den VfL Wolfsburg zwar eine immense Bedeutung, aber sonst ganz und gar nichts gemein mit einer Fußball-Delikatesse. Das Mini-Minimalziel Relegation war der Lohn für die Schwaben und deshalb stellte Hitzlsperger fest: "Die Erleichterung ist groß."

Großer Willen beim VfB Stuttgart

"Die Mannschaft hat hervorragend gespielt und noch besser gekämpft", sagte Hitzlsperger weiter. Aber vieles war trotz der Tore von Gonzalo Castro (45. Minute), Anastasios Donis (55.) und Daniel Didavi (83.) Stückwerk und der Erfolg, der Rang 16 mit 27 Punkten zementierte, vor allem ein Produkt des Willens.

Interimstrainer Nico Willig hob so auch "Hunger, Gier und Laufstärke" hervor und erklärte diese Elemente zur Basis für die kommenden zwei Wochen, in denen sich entscheidet, ob der fünfmalige Meister den Absturz abwendet. Am 23. und 27. Mai trifft Stuttgart auf den Tabellendritten der 2. Bundesliga, danach ist Willigs Mission beendet, und womöglich übernimmt der derzeitige Kieler Trainer Tim Walter.

Willig fordert "Top-Leistungen"

"Wir brauchen Top-Leistungen, um unser großes Ziel zu erreichen", sagte Willig, der wieder in den VfB-Nachwuchsbereich rückt. Weil nun erst die Chance auf Rettung feststeht, trat VfB-Torwart Ron-Robert Zieler auf die Euphoriebremse. "Es ist schön für den Moment, aber wir haben noch zwei brutal schwere Wochen vor der Brust, erst dann bin ich zufrieden", sagte er.

Zieler hofft auf "einen Push" durch den zweiten Heimsieg unter Willig, aber er kennt auch die zwei Gesichter des VfB. Das schlechte hatten die Stuttgarter vor einer Woche gezeigt (1:3 bei Hertha BSC), sie würden es in der Schlusssequenz einer Katastrophensaison gerne verstecken. "Wir können uns nicht erlauben nachzulassen", betonte Zieler, während Hitzlsperger verdeutlichte: "Die Mannschaft hat erkannt, dass Kampf und Leidenschaft über allem stehen."

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