Der VfB Stuttgart schöpft trotz der 1:3-Pleite in Dortmund neuen Mut (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga Der VfB Stuttgart schöpft neuen Mut im Abstiegskampf

Starke kämpferische Leistung, späte Niederlage, zudem einen Punkt auf den Konkurrenten FC Augsburg verloren: Der VfB Stuttgart schöpft trotz der 1:3-Pleite bei Borussia Dortmund neuen Mut im Bundesliga-Abstiegskampf.

So komisch es sich anhören mag: Für den VfB Stuttgart war die Niederlage bei Borussia Dortmund am 25. Bundesliga-Spieltag ein weiterer Schritt nach vorn.

Andreas Beck: "Kompliment an die Mannschaft"

"Wir spielen gut, wir verteidigen gut, wir kämpfen mit Leidenschaft", fasste Gonzalo Castro seine Eindrücke nach dem 1:3 (0:0) bei seinem ehemaligen Klub zusammen. Auch Ersatz-Kapitän Andreas Beck lobte die Einstellung und das Engagement des Teams: "Kompliment an die Mannschaft. Wir hatten einen guten Matchplan, gute Energie. Wir haben eine positive Entwicklung genommen. Es war sogar möglich, hier etwas zu holen."

Lucien Favre: "Sie haben einen gigantischen Bus geparkt"

Lange, fast lange genug, um zumindest einen Punkt mit in die schwäbische Heimat zu nehmen, machten die Stuttgarter dem BVB vor 81.365 Fans das Leben schwer. Der disziplinierte Auftritt des Tabellen-Sechszehnten nötigte auch dem gegnerischen Trainer Respekt ab. "Sie haben sehr gut gespielt. Sie haben einen gigantischen Bus geparkt", sagte BVB-Coach Lucien Favre und hob damit jene Tugenden hervor, die für einen erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga unerlässlich sind.

Selbst die BVB-Führung durch Marco Reus (62. Minute/Foulelfmeter) brachte das Team von Trainer Markus Weinzierl nicht aus der Fassung: Neun Minuten später schlug Stuttgart mit dem Ausgleich durch den Kopfball von Marc Oliver Kempf (71.) nach einem Castro-Freistoß zurück. Erst mit dem 1:2 von Paco Alcácer (84.) aus dem Getümmel vor Torhüter Ron-Robert Zieler heraus bahnte sich die VfB-Niederlage an, die der eingewechselte Christian Pulisic in der Nachspielzeit dann besiegelte.

Zieler nimmt positive Dinge mit

"Es war eine Abwehrschlacht", räumte Zieler ein, der die Dortmunder Edel-Offensive mit Reus, Alcácer, Mario Götze und Jadon Sancho zuvor ein ums andere Mal mit starken Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte. "Am Ende ist es schade, dass wir nichts mitnehmen", konstatierte der Schlussmann, für den das Positive überwog: "Das, was wir hier gezeigt haben, müssen wir wöchentlich abrufen. Dann haben wir die Chance, die Klasse direkt zu halten."

Weinzierl trotz Niederlage zufrieden

Man habe sich in den vergangenen Wochen "als Mannschaft in allen Bereichen verbessert" und sei weiter "zusammengewachsen", meinte der Torhüter weiter. Torschütze Kempf sagte: "Jeder hat sich reingeschmissen und alles versucht." Zurecht lobte Weinzierl die "super Moral" seiner Elf: "Dortmund hat brutale Qualität auf dem Platz. Am Ende brauchst du auch das nötige Glück, um beim BVB etwas mitzunehmen. Das hatten wir nicht, weil Alcácer der Ball beim 2:1 vor die Füße fällt, und er schießt ihn rein. Das bringt uns um den Lohn für eine sehr disziplinierte und leidenschaftliche Leistung."

Auch wenn der Abstand zum rettenden Ufer durch das 0:0 des FC Augsburg in Leipzig sogar um einen Zähler auf drei Punkte wuchs, herrscht beim VfB Optimismus statt schlechter Stimmung. "Auf diese Leistung können wir aufbauen. Ich bin zuversichtlich, in den letzten neun Spielen noch genügend Punkte zu holen", sagte Weinzierl. Kapitän Beck weiß, dass der Abstiegskampf nicht heute oder morgen entschieden wird. Man brauche einen langen Atem: "Es ist harte Arbeit. Und so wird es bleiben bis zum Schluss."

Es warten schwere Aufgaben

Doch klar ist auch: Den Relegationsrang noch zu verlassen und einen oder gar mehrere Klub zu überholen wird eine Herkulesaufgabe für den VfB. Die nächsten Gegner heißen Hoffenheim und Frankfurt - da wird Stuttgart eine Leistung wie in Dortmund brauchen, um zu bestehen.

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