Guido Buchwald (Foto: Imago, DeFodi)

Fußball | Bundesliga Jeder gegen Jeden: Unruhe beim VfB Stuttgart vor Relegation

Für den VfB Stuttgart geht es in der Relegation gegen Union Berlin um den Klassenverbleib in der Bundesliga. Doch ausgerechnet vor den zwei wichtigsten Spielen in dieser Saison herrscht bei den Schwaben große Unruhe.

So meldete sich VfB-Ehrenspielführer Guido Buchwald zu Wort und kritisierte erfahrene Stuttgarter Spieler wie Daniel Didavi oder Gonzalo Castro. Diese, so der Weltmeister von 1990, seien auf dem absteigenden Ast.

"Leistungszenit überschritten"

Der Kader sei "einfach schlecht zusammengestellt", sagte der 58-Jährige der Zeitung "Hessische Niedersächsische Allgemeine". "Man hat nur ganz junge Spieler, die noch nicht so weit sind, oder aber eben Ältere geholt, deren Leistungszenit überschritten ist. Wie zum Beispiel Castro oder Didavi", so Buchwald, der 1992 mit den Schwaben Deutscher Meister wurde.

Buchwald glaubt trotzdem an den VfB

Er erneuerte damit seine Kritik am ehemaligen VfB-Sportvorstand Michael Reschke. "Dem Team fehlt es an erfahrenen Führungsspielern, die Mitte 20 und topfit sind", sagte er. Buchwald glaubt trotz des Kaders an den Klassenerhalt seines Ex-Klubs. Die Mannschaft habe "mehr Qualität als Union Berlin", sagte er. "Der neue Trainer Nico Willig hat eine gute Ansprache und erreicht die Jungs. Das wird reichen für den VfB."

Donis: "Negative Stimmung unter Weinzierl"

Auch VfB-Angreifer Anastasios Donis fand deutliche Worte - für Ex-Trainer Markus Weinzierl. "Er hat eher mit den erfahrenen Spielern und weniger mit den jungen Spielern gesprochen. Meiner Meinung nach war das ein Problem", sagte der griechische Nationalspieler der "Sport Bild": "Im Training haben wir uns nicht aufgebaut, die Stimmung war negativ."

"Jetzt haben wir wieder Spaß"

Die abstiegsbedrohten Schwaben hatten sich an Ostern nach dem 0:6 beim FC Augsburg von Weinzierl getrennt und ihn durch den U19-Trainer Nico Willig ersetzt. "Jetzt haben wir Spaß im Training, wir genießen unseren Job wieder", sagte Donis.

Das war laut dem 22-Jährigen unter Weinzierl anders. Er habe am Anfang, als er verletzt gewesen sei, einige Gespräche mit dem 44-Jährigen geführt. "Dann kam ich zurück - und wir sprachen eigentlich überhaupt nicht mehr. Mit Nico Willig spreche ich jeden Tag, selbst wenn ich nicht aufgestellt werde."

Zuvor hatte sich bereits Matthias Sammer zur Lage beim abstiegsbedrohten VfB geäußert - und seinem Ex-Klub unter anderem verfehltes Anspruchsdenken und Selbstzerstörung vorgeworfen. Klar ist, dass das alles Nebengeräusche sind, die Stuttgart jetzt gar nicht brauchen kann. Schließlich stehen in der Relegation die zwei wichtigsten Spiele der Saison an.

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