Timo Baumgartl hat in diesem Jahr bisher nur ein Spiel für den VfB Stuttgart bestritten (Foto: SWR)

Bundesliga | VfB Stuttgart Timo Baumgartl: Deutschlands Kapitän auf der VfB-Bank

Er ist eins der größten Talente des VfB Stuttgart und zudem Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft. Doch nach wiederkehrenden Verletzungen schaut Timo Baumgartl beim VfB Stuttgart derzeit nur zu.

Es sah aus, wie eine Geschichte aus dem Bilderbuch: Ein Stuttgarter Junge, geboren im Landkreis Böblingen und aufgewachsen in Maichingen, wechselt in der B-Jugend zum VfB und kämpft sich dort innerhalb von drei Jahren bis in die Bundesliga. Mit 18 Jahren durfte er in der Saison 2014/15 erstmals Bundesliga-Luft schnuppern. Und bereits nach seinem ersten Bundesliga-Einsatz wurde Baumgartl unter Trainer Armin Veh zur wichtigen Stütze in der VfB-Abwehr.

Ein Stammspieler war geboren, fest verwurzelt in der Region und entwickelt in der eigenen Jugend. Bis heute stand der 23-jährige Innenverteidiger insgesamt in 119 Partien für den VfB Stuttgart auf dem Platz. Er ging mit in die 2. Liga, kämpfte um den Wiederaufstieg und war eine zentrale Größe in der erfolgreichen vergangenen Saison, die fast mit einer Europa-League-Teilnahme endete. Wenn er fit war, spielte er fast immer. Jedoch ist seine Verletzungshistorie fast so lang und vielfältig, wie die Trainer-Liste des VfB in den letzten Jahren: Die Patellasehne, der Blinddarm, das Schambein und gleich drei Gehirnerschütterungen haben das VfB-Talent immer wieder zurückgeworfen.

Im Krankenbett überholt

Auch in die aktuelle Saison ging Baumgartl als etatmäßige Stammkraft der VfB-Abwehr. Bis zum 18. Spieltag absolvierte er 16 Bundesliga-Partien, allesamt über 90 Minuten. Jedoch manövrierte sich der VfB auf den Relegationsplatz und stand nach drei Niederlagen in Folge mit dem Rücken zur Wand. Und Baumgartl verletzte sich schon wieder: Die dritte Gehirnerschütterung innerhalb von anderthalb Jahren, verursacht durch einen Ellbogencheck im Training, bedeutete einen Monat Pause für den 1,90-Meter großen Innenverteidiger.

Drei Niederlagen und zwei Unentschieden später, Baumgartl lag weiterhin im Krankenbett, schafften die Stuttgarter beim 5:1-Sieg gegen Hannover den Befreiungsschlag und belohnten ihre starke Form der letzten Spieltage. Diese war nicht zuletzt auf eine stabile Abwehrreihe zurückzuführen: Marc Oliver Kempf, Weltmeister Benjamin Pavard und der 19-jährige Winterneuzugang Ozan Kabak sorgten im Zentrum der Fünfer- respektive Dreierabwehrkette für Sicherheit und Ruhe. In den sechs Spielen, die Baumgartl ausgefallen ist, spielte sich seine Konkurrenz in den Vordergrund.

Kapitän der U21, aber im Abstiegskampf auf der Bank

"Wir brauchen das Wohlbefinden von ihm und die hundertprozentige Aussage, dass er sich fit fühlt", sagte Trainer Markus Weinzierl in der Zwischenzeit: "Er weiß, dass wir ihn brauchen und auf ihn warten". Doch aktuell besteht noch kein Bedarf nach einem Wechsel in der Stuttgarter Innenverteidigung. In den letzten beiden Partien in Dortmund und gegen Hoffenheim saß Baumgartl zumindest wieder auf der Bank. Nach Weinzierls Aussage müsste er also wieder fit sein. Und das zeigte der Stuttgarter auch in der letzten Woche, als er zweimal als Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft auflief und beide Spiele über 90 Minuten bestritt.

Weinzierl sei "beruhigt, dass wir diese Option haben", aber die Gehirnerschütterung habe Baumgartl "einen Tick zurückgeworfen". Dass Baumgartl weiterhin ein guter und wichtiger Spieler für den VfB ist, steht außer Frage. Gerade nach dem schon beschlossenen Abgang von Benjamin Pavard im Sommer entsteht eine Lücke in der VfB-Hintermannschaft, die Baumgartl schließen könnte. Zuvor gilt es allerdings für den U21-Kapitän mit dem VfB die Klasse zu halten und seinen Platz in der Mannschaft wieder zu erobern.

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