Markus Weinzierl bleibt Trainer des VfB Stuttgart (Foto: Imago, imago images / Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart VfB-Sportvorstand Hitzlsperger gibt Weinzierl eine Job-Garantie

Der VfB Stuttgart wahrt im Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg den Abstand auf die direkten Abstiegsplätze. Doch die Lage bei den Schwaben rund um den angeknockten Trainer Markus Weinzierl bleibt toxisch - trotz einer Jobgarantie für den Coach.

Thomas Hitzlsperger klangen die "Aufwachen!"-Rufe der aufgebrachten Fans noch in den Ohren, als der Sportvorstand des VfB Stuttgart nach dem schmeichelhaften 1:1 (0:1) im Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg sichtlich gezeichnet vor die TV-Kameras trat. "Das Ganze ist eine verdammt schwierige Situation und geht extrem an die Substanz", sagte Hitzlsperger bei Sky.

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Doch anstelle des branchenüblichen Reflexes Trainerentlassung zeigte Hitzlsperger die umgekehrte Reaktion: Er gab Markus Weinzierl überraschend eine Jobgarantie. "Ich habe diese Woche öfter mit dem Trainerteam gesprochen, und wir ziehen das zusammen durch", sagte der frühere Nationalspieler: "Sie müssen Vertrauen spüren - und das haben sie auch von mir gekriegt." Doch die Lage beim VfB bleibt toxisch, auch wenn die Schwaben auf Relegationsplatz 16 ihr Vier-Punkte-Polster auf den Club dank des Treffers von Winterzugang Ozan Kabak (75.) wahrten. "Es ist extrem schwierig, für alle Beteiligten", sagte Hitzlsperger.

Die Wut der VfB-Fans richtet sich gegen die Vorstand

Einige VfB-Fans in der Stuttgarter Fankurve akzeptieren Wolfgang Dietrich nicht mehr als Präsidenten (Foto: Imago, Roland Krivec/DeFodi.eu;)
Einige VfB-Fans in der Stuttgarter Fankurve akzeptieren Wolfgang Dietrich nicht mehr als Präsidenten Imago Roland Krivec/DeFodi.eu;

Die Fans gingen nach dem ernüchternden Auftritt gegen tapfere, aber ineffektive Clubberer auf Distanz zu ihren Lieblingen - und zählten erneut Präsident Wolfgang Dietrich an. Mit wütenden Sprechchören sowie auf rund einem Dutzend Plakaten und Bannern forderten sie dessen Rauswurf. Weinzierl, dessen bis 2020 datierter Vertrag nur für die Bundesliga gilt, darf dagegen durchatmen - trotz der Gerüchte um seine Ablösung im Sommer durch den Österreicher Oliver Glasner (Linzer ASK). "Das habe ich nur nebenbei mitbekommen", sagte der Trainer über Hitzlspergers Jobgarantie, "wir arbeiten gut und zielgerichtet zusammen, jeden Tag. Daher geht es genau so weiter." Er spüre das Vertrauen seines Vorgesetzten, ergänzte er: "Wir sprechen immer, auch kurz über das Thema, aber für mich ist das kein Thema, womit ich mich aufhalte."

In den vorangegangenen 90 Minuten hatte Weinzierl alles versucht. Er stellte zweimal das System um, wechselte nach dem Rückstand durch Matheus Pereira (42.) offensiv. "Sehr viel Herz, Moral, Wille", beobachtete er bei seiner Mannschaft. Immerhin den Ausgleich erzielte der gute Kabak (Weinzierl: "Er macht unheimlich viel Freude") noch. Platz 15, betonte Weinzierl, bleibe das Ziel: "Wir haben noch lange nicht aufgegeben." Dafür müsse seine Mannschaft aber "mehr Qualität, Souveränität und Ruhe" auf den Platz bringen. Und einen echten Offensivplan, der am Samstag trotz am Ende geballter Angriffskraft nicht zu erkennen war.

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