VfB Stuttgart Gentner (Foto: Imago, imago)

VfB Stuttgart | Meinung Neues Jahr, alte Schwächen

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Der Rückrunden-Auftakt des VfB Stuttgart ist komplett missraten - wie schon die Hinrunde. SWR-Sportredakteur Johannes Seemüller kommentiert die aktuelle Situation des Bundesligisten.

Jetzt also auch 2019. Da dachten sie alle beim VfB Stuttgart, die teilweise schlimmen Auftritte des schwäbischen Bundesligisten im zweiten Halbjahr 2018 müssten doch ein Ende haben. Trainer Markus Weinzierl hatte noch optimistisch nach dem Wintertrainingslager unter spanischer Sonne bilanziert, man habe die "Top-Bedingungen zu 100 Prozent genutzt". Vereinsverantwortliche hatten die Hoffnung genährt auf eine Wiederholung der fulminanten Rückrunde der Vorsaison, in der der VfB Stuttgart hinter den Bayern zweitbestes Team der Liga war. Im neuen Jahr sollte alles besser werden. Pustekuchen.

Trotz einer Steigerung in der Schlussphase: Schon wieder eine krachende Heimniederlage bei klirrender Kälte zum Rückrunden-Auftakt gegen Mainz 05 (2:3). Ein Team, das - bei allem Respekt - nicht zu den Überfliegermannschaften der Liga zählt. Das einzig Neue beim VfB Stuttgart in diesem Spiel schienen die Winter-Zugänge Alexander Esswein und Steven Zuber zu sein. Ansonsten: the same procedure as last year.

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Schwerfällig wie ein sedierter Patient

Die VfB-Defensive (mit 38 Gegentreffern gemeinsam mit Nürnberg die schlechteste der Liga) taumelte - wie schon in der Hinrunde - schwerfällig wie ein sedierter Patient. Die Offensive zeigte sich zum wiederholten Male bissig wie ein zahnloser Tiger. Mario Gomez und Co. bleiben mit 14 Toren aus 18 Saisonspielen neben Nürnberg die Harmlosfraktion der Liga. Im Zweikampfverhalten wirkte mancher Spieler so aggressiv wie ein buddhistischer Mönch bei der Meditation.

Schwache Bilanz von Weinzierl

Und der Trainer? Markus Weinzierls Bilanz als VfB-Coach ist alles andere als berauschend. Nur neun Punkte holte sein Team in elf Spielen unter seiner Regie. Das sind pro Spiel nur 0,81 Punkte und sehr dürftig im Vergleich zu seinem Vorgänger Tayfun Korkut, den Weinzierl im Oktober 2018 abgelöst hatte. Korkuts Bilanz beim VfB Stuttgart: 1,64 Punkte pro Spiel.

Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart dürften ins Grübeln kommen, ob Weinzierl noch der richtige Mann ist auf der Trainerbank. Auch Sportvorstand Michael Reschke wird sich in schlaflosen Nächten fragen, warum ihn sein sonst so guter Riecher in Sachen Neuverpflichtungen ausgerechnet in dieser Saison verlassen hat.

Der VfB Stuttgart 2019. Alte Schwächen auch im neuen Jahr.

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