Pablo  Maffeo dreht auf dem Trainingsgelände des VfB Stuttgart einsam seine Runden (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga Pablo Maffeo - der VfB-Millionen-Irrtum

Trainer Markus Weinzierl hofft, dass sein VfB Stuttgart beim FC Bayern (Sonntag, 15:30 Uhr) über sich hinauswächst. Der einstige Rekordtransfer Pablo Maffeo dürfte wieder nur zuschauen. Dabei hätte er zum Gewinner werden können.

Als Weinzierl beim VfB Stuttgart anfing, baute er erst einmal den jungen Rechtsverteidiger Pablo Maffeo auf. Er schob ihm den Kopf nach oben, drückte die Schultern gerade. Brust raus, mehr Selbstbewusstsein - das vermittelte Weinzierl dem 21-jährigen Spanier. Die ersten Eindrücke deuteten darauf hin, dass der Millionen-Einkauf vom Trainerwechsel bei den Schwaben profitieren könnte.

Maffeo soll verliehen werden

Gut drei Monate später ist alles anders. Auch im Auswärtsspiel beim FC Bayern München wird Maffeo voraussichtlich nicht einmal zum Kader gehören.

Nach nur einem halben Jahr steht der Außenverteidiger, bis zum vergangenen Donnerstag der Rekordtransfer des schwäbischen Bundesligisten, vor dem Abschied. Er soll verliehen werden. (Alle Transfer-News zu den Südwest-Klubs lesen Sie hier im Transfer-Ticker)

Nur noch eine Randerscheinung

In den Tagen vor der schwierigen Aufgabe beim deutschen Rekordmeister war Maffeo beim Mannschaftstraining außen vor. "Bei 10 gegen 10 beispielsweise können wir nur mit 20 agieren, aktuell haben wir mehr Feldspieler", schilderte Weinzierl: "Er wird individuell belastet. Das kann sich aber auch schnell ändern."

Deutliche Worte von Weinzierl

Mit deutlichen Worten hatte Weinzierl am Tag nach dem misslungenen Rückrundenauftakt gegen den FSV Mainz 05 (2:3) öffentlich Kritik an Maffeos Leistungsbereitschaft geübt. "Da bin ich ehrlich, dass er mir zu wenig macht", haderte der 44-Jährige. Maffeo trainierte am vergangenen Sonntag nicht einmal mit den Reservisten. "Den haben wir einfach laufen lassen, dass er an seinen Grundlagen arbeitet", sagte Weinzierl.

Teures Missverständnis?

Andreas Beck und Gonzalo Castro hätten momentan auf der rechten Abwehrseite "die Nase vorn". Dabei fühlt sich Castro dort nicht so wohl wie im Mittelfeld. Im Sommer war VfB-Sportvorstand Michael Reschke für die Verpflichtung gelobt worden, auf Empfehlung von Pep Guardiola war Maffeo von Manchester City nach Stuttgart gewechselt. Reschkes Beziehungen aus gemeinsamen Bayern-Zeiten zahlten sich aus. Die Ablösesumme von rund neun Millionen Euro wurde erst in der vergangenen Woche mit dem Transfer von Ozan Kabak (rund elf Millionen Euro) übertroffen.

"Für Pablo Maffeo gab es sehr viele Anfragen aus England und Spanien, dennoch hat er sich für den VfB entschieden", hatte Reschke nach der Unterschrift des Spaniers bis zum Sommer 2023 gesagt. "Pablo ist ein Spieler mit einem großen Herzen und einer enormen Wucht."

Der Transfer des Talents stärkte damals die Anzeichen für die positive Trendwende. Nur zwei Tage zuvor hatte der VfB mit einem fulminanten 4:1-Auswärtserfolg beim FC Bayern die beeindruckende Rückrunde abgeschlossen. "Ich bin überzeugt, dass es eine gute Entscheidung war, hier zu spielen und zu leben", sagte Maffeo damals. Nun herrschen Abstiegssorgen. Ein schwieriges Umfeld für einen jungen Spieler, um sich einzuleben.

Verletzung bremst Maffeo zusätzlich aus

Maffeo kam, ausgebremst auch von einer Sprunggelenksverletzung, bisher nur auf acht Bundesliga-Einsätze für die Stuttgarter. Winter-Zugang Kabak hat ihn inzwischen als Rekordeinkauf abgelöst, auch der 18 Jahre alte Türke gilt als ein Versprechen für die Zukunft. Bei ihm soll die Integration besser klappen, vielleicht kommt er schon am Sonntag zum Einsatz. "Er macht einen guten Eindruck. Er macht einen robusten Eindruck. Er ist eine Option für den Kader", sagte Weinzierl.

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