Grünen-Politiker Cem Özdemir steht mit einem Schal des VfB Stuttgart in der Mercedes-Benz-Arena (Foto: Imago, imago/Hartenfelser)

Bundesliga | VfB Stuttgart Klartext von Cem Özdemir zum VfB Stuttgart

Grünen-Politiker und Fußball-Fan Cem Özdemir hat die Vereinsführung des VfB Stuttgart nach dem Abstieg kritisiert. Der Club benötige eine Person an der Spitze, die den Verein eine.

VfB-Fan Cem Özedmir (Bündnis 90/ Die Grünen), der sich mit seinem Sohn das Relegations-Rückspiel bei Union Berlin live im Stadion An der Alten Försterei angeschaut hatte, beschäftigt sich noch immer intensiv mit dem Abstieg seines Lieblingsvereins. Es sei wichtig, so der Grünen-Politiker, dass der VfB-Vorstand die Frage nach dem Warum schlüssig beantworte. "Das ist meiner Ansicht nach noch nicht passiert. Alles auf den entlassenen Sportvorstand Michael Reschke zu schieben, erscheint mir etwas zu einfach", sagte Özdemir der "Stuttgarter Zeitung". Er glaube zudem, dass man bei der Aufarbeitung weit vor dieser Saison ansetzen müsse. Es fehle schon länger eine Spielphilosophie. 

Özdemir fordert "massiven Sportverstand"

Auf die Frage, ob die Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine AG ein Fehler gewesen sei, sagte der 53-Jährige, dass die damit einhergegangenen Versprechungen nicht eingehalten wurden. "Es reicht eben nicht, nur Geld zu generieren, sondern man muss es auch sinnvoll ausgeben", so Özdemir. Dafür brauche es in der Vereinsführung "massiven Sportverstand". Für den Grünen-Politiker bleibe rätselhaft, dass vor zwei Jahren nach dem Aufstieg Sportvorstand Jan Schindelmeiser entlassen worden sei. "Die Fans hätten ein Recht auf Erklärung gehabt."

Eine einende Person an der Spitze

Auf die Frage, ob er es begrüßt hätte, wenn der umstrittene Präsident Wolfgang Dietrich nach dem Abstieg zurückgetreten wäre, antwortete Özdemir süffisant: "Ich hätte ihm dafür viel Respekt gezollt. Die Frage ist aber nicht, ob ich das begrüßt hätte, sondern, ob Dietrich es schafft, den Verein und vor allem die Fans zu einen, damit alle Kraft in den Wiederaufstieg gesteckt werden kann. In der jetzigen Situation braucht es nämlich genau so eine einende Person an der Spitze des Vereins."

Angebot zu helfen

Darauf angesprochen, dass es Fans gebe, die in ihm den künftigen Präsidenten des VfB sehen, sagte Özdemir: "Das ehrt mich. Aber ich kann doch nicht sagen, der VfB braucht mehr Fußball-Sachverstand und stehe gleichzeitig als Politiker für dieses Amt bereit. Das passt nicht. Wenn ich dem VfB aber helfen kann, werde ich mich dem nicht verweigern. Ich bin ja nicht bekannt dafür, vor schwierigen Aufgaben davon zu laufen."

Der VfB Stuttgart war in der vergangenen Woche zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte nach 1975 und 2016 in die 2. Bundesliga abgestiegen.

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