Nico Willig und VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger bei der Vorstellung von Nico Willig als Interimstrainer des VfB Stuttgart. (Foto: Imago, imago)

Bundesliga | VfB Stuttgart VfB-Coach Nico Willig - der erste Eindruck passt

Nico Willig, der bisherige U19-Trainer des VfB Stuttgart soll nun mit den Profis den Klassenerhalt packen. Der erste Eindruck von dem Neuen bei der Vorstellung war durchaus positiv.

Egal ob Interimstrainer für vier Spiele oder Cheftrainer auf unbestimmte Zeit: bei der offiziellen Vorstellung des jeweiligen Protagonisten ist der Presseraum des VfB Stuttgart proppenvoll. Der Medienauflauf war aber für Nico Willig überhaupt kein Problem: "Ich bin jetzt nicht erschrocken, weil ungefähr die gleiche Anzahl haben wir bei U19-Spielen als Zuschauer. Von dem her, war es von der Menge ganz o.k. so." Deutlich mehr als o.k. war der erste offizielle Auftritt des gebürtigen Tübingers als verantwortlicher Trainer einer Profimannschaft. Für die zahlreichen Medienvertreter war da während der knapp halbstündigen Pressekonferenz überhaupt nicht zu erkennen, ob da ein alter Hase oder ein Novize vor ihnen Platz genommen hat. Entsprechend fokussiert geht Willig die Mission Klassenerhalt an.

"Es geht darum, eine ständige Angriffsbereitschaft zu entwickeln, wenn mir das gelingt und wenn wir das auf den Platz bekommen, dann reicht es."

Nico Willig

Sympathisch, eloquent, schlagfertig und ohne jegliche Nervosität präsentierte er sich der versammelten Medienlandschaft. Das kam an – übrigens auch bei der Mannschaft: "Na klar gab's dieses Fragezeichen, wenn ich am Sonntag da jetzt reinlaufe. Und dann lief ich rein in diese Kabine und ich habe mich wohlgefühlt. Dann lief ich raus auf den Platz, und ich hab' mich in dem, was ich seit 15 Jahren mache, Training geben und Spieler Inhalte vermitteln, wohl gefühlt. Dieses Fragezeichen gibt es momentan für mich nicht mehr."

Dauer

Jungprofis wie Führungsspieler haben Nico Willig offensichtlich akzeptiert. Der U19-Trainer ist erst einmal Geschichte. Sportvorstand Thomas Hitzlsperger sieht sich – stand heute – in seiner Auswahl bestätigt: "Die ersten Eindrücke sind sehr positiv. Ich fühle mich bestätigt in der Auswahl. Das Ziel ist klar formuliert: Wir wollen in der Bundesliga bleiben."

Dauer

Bildhaft gesprochen liegt die Mannschaft des VfB Stuttgart derzeit kollektiv auf der Intensivstation. Nico Willig liebt solche Herausforderungen. Zudem eilt dem ehemaligen Oberliga-Spieler der Ruf voraus, durchaus mit Empathie auf seine Spieler eingehen zu können. Seit Sonntag hat der 38-Jährige erkannt: Dieses Team benötigt dringend eine Infusion aus Emotion, Energie und Spaß. Deshalb führte der Balinger etliche Einzelgespräche, noch am Sonntag nach dem ersten Training setzte er sich mit Mario Gomez, Kapitän Christian Gentner und Torhüter Ron-Robert Zieler zusammen. "Genauso wie ich versuche voranzugehen über Fleiß, Arbeit und Akribie, erwarte ich auch von den Führungsspielern, dass sie ihren Mitspielern wieder Energie geben." In diesen Gesprächen, wollte er den Spielern seine Philosophie von Fußball vermitteln. "Es geht darum, eine ständige Angriffsbereitschaft zu entwickeln, ein ständiges Online-Sein."

Dauer

Für Nico Willig ist es eher ein Vorteil, dass seine Zeit als VfB-Cheftrainer spätestens nach der Relegation endet. Es ist überhaupt nicht sein Karriereziel, so schnell wie möglich Cheftrainer einer Bundesliga-Mannschaft zu werden. Er schließt es aber auch nicht aus. Und bis es soweit ist, lässt er sich von namhaften Kollegen inspirieren: Jürgen Klopp, Julian Nagelsmann oder Christian Streich, bei denen schaut Nico Willig gerne mal genauer hin.

Dauer

Egal wie das Projekt als VfB-Cheftrainer endet, Nico Willig wird danach wieder die U19 übernehmen, die er an die Tabellenspitze der A-Jugend-Bundesliga und ins Pokalfinale geführt hat. Soweit der Plan, stand heute. Aber wer weiß, Bundesliga ist Tagesgeschäft. Vielleicht schafft der VfB Stuttgart mit dem Bundesliga-Neuling den direkten Klassenerhalt und vielleicht gerät Sportvorstand Thomas Hitzlsperger darüber dann ins Grübeln. Und vielleicht wird Nico Willig dann ... Stop! Soweit sind wir noch nicht.

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