Santiago Ascasibar vom VfB Stuttgart sieht rot gegen Haverts (Foto: Imago, Pressefoto Rudel/Robin Rudel;)

Bundesliga | VfB Stuttgart Lama-Drama um VfB-Verteidiger Ascacíbar

Mit 0:1 verliert der VfB Stuttgart gegen Leverkusen, doch das Sportliche gerät in den Hintergrund. Ein fataler Aussetzer von Santiago Ascacibar ist der große Aufreger des Spieltags.

Für die Spuck-Attacke von Santiago Ascacíbar hatte auch VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger bei allem Frust im Abstiegskampf absolut kein Verständnis. In einer Ansprache an die Mannschaft kündigte der 37-Jährige am Sonntag Konsequenzen von Vereinsseite an.

"Er ist in Sachen Mentalität und Einstellung ein Vorbild. Er hat aber in dieser Situation ganz klar eine Grenze überschritten", stellte Hitzlsperger am Tag nach dem 0:1 gegen Leverkusen klar.

"Das dulden wir nicht, und wir werden diese Aktion auch intern bestrafen. Da müssen wir ein klares Zeichen setzen."

VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger

Aussetzer kurz vor Schluss

Kurz vor Schluss hatte sich am Samstag die Anspannung beim 22-jährigen Ascacíbar in einem fatalen Aussetzer entladen. Der Argentinier spuckte in Richtung des Siegtorschützen Kai Havertz - und sorgte damit für einen Aufreger.

"Solche Leute braucht man nicht in der Bundesliga", schimpfte Bayer-Stürmer Kevin Volland bei Sky. Ascacíbar sah die Rote Karte und war aufgebracht. Schiedsrichter Tobias Stieler stellte sich dazwischen, doch der VfB-Profi griff Havertz noch ins Gesicht.

"Wir dürfen nicht anfangen, den Frust über die derzeitige Lage nach außen zu tragen. Wenn wir dies tun, sind wir auf dem falschen Weg", sagte Hitzlsperger, der diesen Weg im Saison-Endspurt noch gemeinsam mit Trainer Markus Weinzierl geht. Weinzierl wirkte noch mitgenommen, als er davon sprach, dass der Mittelfeldspieler dem Drittletzten einen Bärendienst erwiesen habe.

"So etwas darf nicht passieren, auch wenn die Situation noch so unbefriedigend ist. Du musst deine Emotionen im Griff haben."

VfB-Trainer Markus Weinzierl

Der schmale Grad zwischen Einsatz und Aussetzer

Ascacíbar gilt als Kämpfer, der mit dem Herzen dabei ist, führt in der Bundesliga mit zehn Gelben Karten in dieser Saison aber auch eine unrühmliche Statistik an. Wie lange er nun aussetzen wird, dürfte Anfang der Woche bekannt werden. Das Abstiegsduell in Augsburg am Samstag muss der VfB ohne ihn gewinnen.

"Fünf Spiele sollte er gesperrt sein."

Bayer-Torhüter Lukáš Hrádecký

Rudi Völler, der einst bei der WM 1990 vom Niederländer Frank Rijkaard selbst bespuckt worden war, hielt sich dagegen zurück. "Stuttgart hat genug Probleme", sagte der seit Samstag 59 Jahre alte Bayer-Geschäftsführer Sport.

Es wird eng für den VfB

Die 18. Niederlage am 29. Bundesliga-Spieltag verschärfte die Gefahr, am Saisonende direkt abzusteigen. Nur drei Punkte trennen die Schwaben vom Tabellen-17. Nürnberg. Die Chancen, die Relegation abzuwenden, sind auf maximal fünf Spiele geschrumpft.

Mit seinem Platzverweis halste Ascacíbar Trainer Weinzierl zudem ein weiteres Problem auf. Denn im defensiven Mittelfeld fehlen die Alternativen: Dennis Aogo und Kapitän Christian Gentner sind momentan verletzt. In Augsburg wird der Coach erneut umstrukturieren müssen. Die Partie bei den bayrischen Schwaben habe Endspiel-Charakter, warnte Weinzierl: "Wenn wir 15. werden wollen, müssen wir gewinnen."

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