VfB Mannschaftsbus (Foto: Imago, imago/ULMER Pressebildagentur)

Fußball | Bundesliga VfB Stuttgart: Zurück in der Spur statt Schlingerfahrt

Volle Kapelle beim VfB Stuttgart! Das heisst für Trainer Markus Weinzierl auch, dass er personell die Qual der Wahl hat. Und Mut haben muss, auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Mit etwas Abstand sieht man die Dinge oft ja etwas klarer. Dortmunds Trainer Lucien Favre hatte beim mühevollen 3:1 Erfolg gegen den VfB Stuttgart eine Aussenansicht: "Sie haben einen gigantischen Bus vor ihrem Tor parkiert".

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Besonderes Lob für besondere Leistung

Ein besonderes Lob für besondere Leistung der nach Zahlen weiter zweitschlechtesten Defensive der Liga (55 Gegentore, nur Hannover hat mehr). Am Steuer dieses "gigantischen Busses" sitzt Weltmeister Benjamin Pavard mit seinen Beifahrern Marc Oliver Kempf und Ozan Kabak. Einer wie Timo Baumgartl muss sich nach seiner erneuten Gehirnerschütterung erstmal mit den hinteren Sitzreihen begnügen. Was in der Schule der Platz für die "Coolen" war, ist für U21-Nationalspieler Baumgartl eine Geduldsprobe.

Plätze im VfB-Bus sind limitiert

Die Plätze im VfB-Bus auf der Reise zum Klassenerhalt sind begrenzt. Spielern wie Pablo Maffeo (kam für sechs Millionen Euro), Borna Sosa (neun Millionen) oder Holger Badstuber bleiben da oft nicht mal mehr die coolen Plätzen in den hinteren Sitzreihen. Innen ist in der Defensive die Zentrale besetzt, Badstuber kommt in acht Spielen gerade mal auf 416 Einsatzminuten. Maffeo, auf der rechten (defensiven) Aussenbahn zu Hause, hat in acht Spielen "immerhin" 601 Minuten gespielt, Sosa bringt es in ebenfalls acht Spielen auf 331 Minuten. Ja, alle hatten mal gesundheitliche Probleme. Aber alle drei waren zuletzt gesund und trotzdem nicht im Kader. Maffeo kommt an Andreas Beck rechts nicht vorbei, Sosa hat links Emiliano Insua deutlich vor sich.

Von der ersten Achse auf die Rückbank

Mario Gomez und Christian Gentner kommen in ihrer Karriere zusammen auf satte 692 Bundesligaspiele. Beide waren vor der Saison mit Badstuber und Torwart Ron-Robert Zieler als Führungsspieler zur vertikalen VfB-Erfolgsachse auserkoren. Aktuell bleibt von der Achse verlässlich nur Zieler übrig.

Markus Weinzierl bleibt sich treu

Trainer Markus Weinzierl bleibt sich und seiner sturen Linie treu. Der leichte Aufschwung gibt ihm Recht. Um also beim "Bus-Bild" zu bleiben: Gomez und Gentner sind ungewollt desöfteren "die Coolen" auf den hinteren Plätzen.

Wie cool gerade Gomez und Gentner auf Dauer diese Plätze fern der ersten Reihe finden, ist hypothetisch. Fakt ist aber auch, beide gehen damit um: Professionell. Gomez bekommt deutlich mehr Einsatzzeit, Gentner darf Teilrunden mitdrehen. Weinzierls Entscheidungen waren nicht immer populär, aber mutig. So hat der Gigantenbus einigermaßen in die Spur zurück gefunden, statt per Schlingerkurs vollkommen die Kontrolle zu verlieren.

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