Ex-VfB-Stuttgart-Trainer Jürgen Kramny (Foto: SWR)

Bundesliga | VfB Stuttgart Kramny zum VfB: "Abstiegskampf muss gelebt werden"

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Mit Trainer Jürgen Kramny stieg der VfB Stuttgart vor drei Jahren ab. Im SWR-Interview äußert er sich über die aktuelle Situation seines Ex-Klubs - und sieht Parallelen zu damals.

In der Saison 2015/16 übernahm der geborene Bad Cannstatter Jürgen Kramny die Profis des VfB Stuttgart auf Tabellenplatz 17. Nach fünf Siegen und zwei Unentschieden in Kramnys ersten acht Spielen als Chef, war der Klassenerhalt in Stuttgart fest eingeplant. Am Ende klappte es doch nicht: Weil die Schwaben an den letzten sieben Spieltagen stets als Verlierer vom Platz gingen, war der erste Abstieg des VfB seit 1975 besiegelt. Und Jürgen Kramny war seinen Job los.

Kramny hat seine alte VfB-Liebe im Blick

Nicht nur die U17-Junioren des VfB, für die Kramnys Sohn Maurice aufläuft, sind für den 47-Jährigen auch heute noch interessant. Auch bei den Bundesliga-Profis schaut Kramny noch ganz genau auf seinen ehemaligen Arbeitgeber. Den Grund für die noch glimpfliche Lage der Stuttgarter auf dem Relegationsplatz sei das "Glück, dass zwei Mannschaften noch weniger Punkte gesammelt haben". Trotz des aktuell nicht vielversprechenden Trends können die Schwaben den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen: "Sie haben es noch in der eigenen Hand, aber jetzt muss man schon richtig aufpassen."

Die aktuelle Situation von VfB-Coach Markus Weinzierl vergleicht Kramny mit seiner Abstiegs-Rückrunde 2016: "Wir hatten nach 28 Spieltagen 33 Punkte, also zwölf mehr als der VfB jetzt, und trotzdem hat es nachher nicht gereicht".

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Zurückhaltung trotz Einblick in den Verein

Das aktuelle Führungspersonal des VfB zu bewerten, wollte sich der vereinslose Trainer nicht anmaßen. "Das ist nicht mein Bier", sagt der Spieler- und Trainerberater. "Die Leute, die dort arbeiten, die unterstützen sich, oder eben nicht." Und mit Blick auf den neuen Sportvorstand Thomas Hitzlsperger sagt er: "Jetzt hat man wieder gewechselt auf der Position des Sportvorstandes, da bin ich mal gespannt, wie das da weitergeht." Trotz seiner Zurückhaltung habe er immer noch einen "viel besseren Einblick" in den Verein "als manche, die dort arbeiten".

Er fordert von einer Mannschaft im Abstiegskampf Willen, Biss und Emotionen: "Es ist das Wichtigste, dass der Abstiegskampf gelebt wird." Macht Trainer Markus Weinzierl mit seiner betont ruhigen Art also etwas falsch? "Der Verein hat sich seine Leute ausgesucht und eingestellt, und die müssen jetzt miteinander klarkommen. Wenn sie der Meinung sind, dass sie Ruhe ausstrahlen müssen, dann müssen sie das so tun."

Ex-VfB-Stürmer Manuel Fischer: "Ich wünsche mir einen Unterschied-Spieler"

Auch der ehemalige Stuttgarter Manuel Fischer, der mittlerweile in der deutschen Futsal-Nationalmannschaft spielt, meldete sich zur aktuellen Situation des VfB zu Wort.

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Der Stürmer ist der Meinung, dass der Traditionsverein aus Stuttgart deutlich mehr Potenzial hat und daher nicht in der Nähe der Abstiegsplätze "rumkraxeln" müsste. Er wünscht sich einen "Unterschied-Spieler", der das Eins-gegen-Eins sucht. Fischer geht davon aus, dass der VfB den Relegationsplatz halten kann. "Dann muss man halt einfach zweimal die Eier in die Hand nehmen und dann den Fans und der Region etwas zurückgeben."

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