Thomas Hitzlsperger (Foto: Imago, imago)

Fußball | Bundesliga Thomas Hitzlsperger: "Der VfB Stuttgart muss jetzt liefern"

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Nach der Freistellung des bisherigen Sportvorstands Michael Reschke hat der VfB Stuttgart am Dienstagnachmittag bereits seinen Nachfolger Thomas Hitzlsperger vorgestellt.

Da saß er nun, der Thomas Hitzlsperger, auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im VfB-Clubhaus, frisch befördert vom Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums zum neuen Sportvorstand des VfB Stuttgart. Smart wie immer und sportiv gekleidet im blauen Pullover, freute er sich auf seine künftige Aufgabe: "Vielen Dank dafür, dass ich die Chance und das Vertrauen bekomme", so Hitzlsperger mit einem Lächeln, "das ist eine große Aufgabe. Und ich habe großen Respekt vor dieser Verantwortung".

Hitzlsperger hatte in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der Jugendarbeit beim VfB beste Gelegenheit, den Verein und seine Strukturen aus nächster Nähe kennenzulernen: "Ich konnte vor allem auch lernen, wie man ein Team führt", beschrieb Hitzlsperger seine Erfahrungen, "ich konnte im Leistungszentrum viel bewegen, habe aber auch viel Unterstützung erfahren". Auch die Kontakte zum Bundesligateam intensivierten sich in den letzten Monaten, Thomas Hitzlsperger verwies dabei auch auf seinen "engen Austausch mit Michael Reschke".

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Vom bisherigen Sportvorstand Reschke hatte sich der VfB - zu diesem Zeitpunkt überraschend - am Dienstag getrennt. Dank Michael Reschke habe man zwar als Aufsteiger in der letzten Saison "einen hervorragenden siebten Platz erreicht", so VfB-Präsident Wolfgang Dietrich, zuletzt aber sei der Erfolg ausgeblieben, "der Klassenerhalt in erheblicher Gefahr".

Der Aufsichtsrat sei aktuell nicht mehr davon überzeugt gewesen, dass "in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden können", erklärte Präsident Dietrich. Reschkes Abberufung war eine einstimmige Entscheidung, die in der Aufsichtsratssitzung am Montagabend getroffen worden war.

Michael Reschke war in die Kritik geraten

Der 61-jährige Michael Reschke, der 2017 vom FC Bayern geholt wurde, war zuletzt wegen mangelhafter Kaderplanung und damit verbundener Erfolglosigkeit immer stärker in die Kritik geraten. Im Gegenzug hatte der Verein gleich auch Thomas Hitzlsperger als Reschke-Nachfolger bekannt gegeben.

Jetzt also soll der ehemalige Nationalspieler und WM-Dritte von 2006 für neue Impulse sorgen. Als erstes gelte es, die sportliche Situation "mit einer knallharten Analyse" aufzuarbeiten. Vor allem der letzte Auftritt in Düsseldorf gab Thomas Hitzlsperger zu denken: "Wie sich die Mannschaft am Sonntag präsentiert hat, so kann man nicht weiterarbeiten".

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Zu Trainer Markus Weinzierl pflegt er einen guten Draht

Zum bislang erfolglosen Trainer Markus Weinzierl pflegt Hitzlsperger "einen sehr guten Draht. Wir sprechen die gleiche Sprache. Ich will dem Trainer helfen und für ihn als Partner da sein". Das erste erklärte Ziel ist dabei natürlich der Klassenerhalt: "Ich werde in der täglichen Arbeit alles dafür tun, dass wir in der Liga bleiben", so Hitzlsperger, der mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister wurde. Wie lange Markus Weinzierl sein Vertrauen genießt, darauf wollte er sich allerdings nicht festlegen.

Kurzfristig, so Thomas Hitzlsperger, "muss der VfB Stuttgart liefern". Der neue Sportvorstand sieht sich dabei als Teamplayer, der viele kompetente Leute um sich scharen möchte. Gleichzeitig will Hitzlsperger aber auch langfristig planen: "Ich habe keinen größeren Wunsch, als diese Aufgabe sehr lange zu machen. Denn ich fühle mich sehr wohl in Stuttgart".

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