Mario Gomez (li.) und Nicolas Gonzalez (Foto: Imago, Avanti)

Bundesliga | VfB Stuttgart Gomez oder Gonzalez? Der VfB Stuttgart und die "G-Frage"

Der VfB Stuttgart muss im Baden-Württemberg-Duell gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 15:30 Uhr) unbedingt punkten. Es stellt sich die Frage, wer vorne die Tore schießen soll?

Die Alternativen sind klar: Mario Gomez oder Nicolas Gonzalez. Einer von beiden soll am Samstag der Abwehrreihe der TSG Hoffenheim einheizen. Die "G-Frage" im Angriffszentrum des VfB Stuttgart beschäftigt natürlich auch Trainer Markus Weinzierl. Denn der muss sie bis zum Anpfiff beantworten: "Jeder hat seine Stärken und Vorzüge", so der VfB-Coach gegenüber SWR Sport: "Wir entscheiden gegnerbezogen und nach Trainingsleistungen."

Gonzalez stand in Dortmund in der Startelf

Zuletzt in Dortmund stand Nicolas Gonzalez nach seiner Drei-Spiele-Sperre wegen einer Roten Karte aus dem Düsseldorf-Spiel (0:3) wieder in der zentralen Angriffsposition, Gomez saß dafür nur auf der Bank. Die Bilanz des jungen Argentiniers war ausbaufähig: kein Tor geschossen, eine Riesenmöglichkeit frei vor BVB-Torhüter Roman Bürki ausgelassen, den Ball knapp neben den Pfosten gesetzt. Es wäre die 1:0-Führung gewesen.

Aber auch wenn er nicht trifft, Nicolas Gonzalez besticht dennoch immer wieder mit unbändiger Kampfeslust, mit Laufstärke und bemerkenswertem Ballhandling. Bei zwei Toren und vier Vorlagen in 21 Spielen darf der 20-Jährige aber gerne deutlich zulegen, was Torgefährlichkeit und Effektivität in vorderster Linie angeht.

Gomez ist der Top-Scorer beim VfB

Mario Gomez wiederum ist das Gegenmodell zum eher zartgliedrigen Argentinier: groß, kräftig, mit Wucht unterwegs und nach wie vor der Top-Scorer beim VfB in dieser Saison mit sechs Toren und zwei Assists. Im Strafraum schwer zu halten, bekannt für Treffer aus dem Nichts. Zuletzt aber war auch Gomez mit schwer lädierter Torgarantie unterwegs, saß häufiger auf der Bank.

Bundesliga | Duelle VfB und Hoffenheim VfB Stuttgart gegen TSG Hoffenheim: Mehr als nur Fußball

Jens Lehmann nach Stoß gegen Demba BA (Foto: Imago, imago/Sportfoto Rudel)
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1. September 2013: Traum-Einstand für den neuen VfB-Trainer Thomas Schneider: Stuttgart feiert mit dem 6:2 den höchsten Sieg gegen Hoffenheim. In der Rückrunde gibt’s aber Gisdols Revanche: die TSG gewinnt daheim mit 4:1, zwei Spiele später ist schon wieder Schluss für Schneider beim VfB. Imago imago/Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
21. Februar 2009: Hoffenheims Sejad Salihovic verliert im Laufduell mit Sami Khedira seinen rechten Schuh. Weil nicht abgepfiffen wird, läuft er weiter und sorgt für eine Unterbrechung mit Folgen... Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
...die Unterbrechung ärgert VfB-Torwart Jens Lehmann. Lehmann ist früher am Objekt, greift sich den Schlappen. Der Schuhstreit war geboren, und.... Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
...Jens Lehmann warf den (rechten) Schuh auf sein Tor. Mit (dem linken) Schuh verschoss Salihovic am Ende noch einen Elfmeter. Was vom 3:3 an diesem 21.02.2009 in Erinnerung bleibt, ist aber der kuriose Schuhstreit! Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
3. Oktober 2015: Timo Werner köpft in Hoffenheim in der 90. Minute den 2:2 Ausgleich und schickt Handküsschen ins Publikum. Kurz darauf hat der 19-jährige den Siegtreffer auf dem Fuß, vergibt. Trainer Alexander Zorniger verteilt sarkastisch Handküsschen…. Imago imago/Michael Weber Bild in Detailansicht öffnen
5. März 2016: Julian Nagelsmann ist erst gut drei Wochen Bundesligatrainer und verliert mit Hoffenheim 1:5 in Stuttgart. Der VfB klettert auf Platz 11, die TSG bleibt Vorletzter. Am Saisonende aber steigt Stuttgart ab, Novize Nagelsmann jubelt über den Klassenerhalt. Imago imago/Jan Huebner Bild in Detailansicht öffnen
6. Mai 2018: Die Jubel-Rückrunde unter Tayfun Korkut geht in Stuttgart weiter. Beim 2:0 am 33. Spieltag trifft Mario Gomez doppelt. Hoffenheim muss nochmal um die Champions-League-Teilnahme zittern, schafft es am Ende aber doch. Imago imago/Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
27. Oktober 2018: Im zweiten Spiel unter Trainer Markus Weinzierl verliert der VfB auch in Hoffenheim. Die TSG feiert einen souveränen 4:0 Erfolg, Stuttgart ist das neue Schlusslicht der Liga. Imago imago/foto2press Bild in Detailansicht öffnen

Im letzten Heimspiel gegen Hannover (5:1) stand der 33-Jährige in der Startelf und schoss prompt die wichtige 1:0-Führung. Es war übrigens sein erster Treffer in der Rückrunde. "Mario hat gegen Hannover gut gespielt", lobt Markus Weinzierl seinen namhaften Angreifer Gomez, um im selben Atemzug aber auch der Zukunftshoffnung Gonzalez die Tür für Hoffenheim offen zu halten: "Nico hat in Dortmund gut gespielt." Verraten jedenfalls wollte der VfB-Trainer auf der Pressekonferenz am Donnerstag indes nichts, was die "G-Frage" angeht.

Gomez war Doppel-Torschütze gegen 1899

Was am Samstag in jedem Fall für einen Startelf-Einsatz von Gomez spricht, ist die Erinnerung an die Partie gegen Hoffenheim vor einem knappen Jahr. Der Angreifer schoss sich beim 2:0-Heimsieg am 5. Mai 2018 mit zwei Toren zum "Matchwinner" und ließ in diesem Duell seinen jungen Hoffenheimer Gegenspieler Kevin Akpoguma (inzwischen nach Hannover ausgeliehen) ganz schön alt aussehen. Generell sieht die Gomez-Bilanz gegen die Kraichgauer glänzend aus: Neun Treffer in bislang 13 Spielen gegen Hoffenheim. Die TSG ist eine Art Lieblingsgegner für den Stürmer-Routinier.

Ob Gomez oder Gonzalez, in jedem Fall "müssen wir uns offensiv steigern und verbessern und Torchancen erarbeiten", sagt Markus Weinzierl, "in Dortmund hatten wir zu viele Ballverluste".

Im Oktober verlor der VfB mit 0:4

Mario Gomez oder Nicolas Gonzalez? Die "G-Frage" beschäftigt den VfB Stuttgart vor dem Duell gegen Hoffenheim. Vielleicht heißt es am Samstag, halb vier, aber auch: Gomez UND Gonzalez gemeinsam im Angriff der Schwaben. "Möglich", lächelt Markus Weinzierl süffisant zu entsprechender Fragestellung, "theoretisch ist alles möglich". Wobei, im Hinrundenspiel am 27. Oktober in Hoffenheim standen Gomez und Gonzalez nebeneinander in der Startelf. Am Ende setzte es eine bittere 0:4-Klatsche für den VfB Stuttgart...

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