Die drei Argentinier des VfB Stuttgart: Nicolas Gonzalez, Santiago Ascacibar und Emiliano Insúa. (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart Angrillen zur neuen Saison

Seit dieser Saison spielen beim VfB Stuttgart drei Argentinier. Dass sie den VfB vor allem durch ihre große Mentalität bereichern, wurde bereits deutlich.

Es war eine Pressekonferenz der besonderen Art. In Emiliano Insúa, Santiago Ascacibar und Nicolas Gonzalez hat der VfB Stuttgart drei Argentinier in seinen Reihen. Zusammen mit Sportvorstand Michael Reschke und einem Simultanübersetzer stellten sich die Argentiniern den neugierigen Fragen der Journalisten.

Gleich zu Beginn gab "El Jefe" (spanisch für Chef) Michael Reschke bekannt, dass Santiago Ascacibar sein Arbeitspapier vorzeitig um ein Jahr bis 2023 verlängert hat. Der Sechser, der in der vergangenen Saison zum VfB Stuttgart wechselte, stand auch bei anderen internationalen Spitzenclubs auf dem Zettel. Der Argentinier hat sich inzwischen von seinen Adduktorenproblemen erholt und trainiert wieder voll.

Ascacibar "dankbar"

Ascacibar fühlt sich wohl beim VfB, ist dem Verein "dankbar" für das in ihn gesetzte Vertrauen und will dies durch Leistung zurückzahlen. In Stuttgart ist man indes nicht daran interessiert, hohe Ablösesummen zu generieren. Vielmehr will man laut Reschke eine "schlagkräftige Mannschaft" stellen, die nun zusammenwachsen soll.

Gonzalez lebt seinen großen Traum

Teil dieser Mannschaft ist auch Nicolás González. Der 20-jährige Stürmer stieß im Laufe der Vorbereitung dazu und nimmt künftig den Platz des nach Wolfsburg abgewanderten Daniel Ginczek ein. Dabei haben der bullige Ginczek und der flinke Gonzalez gar nicht so viel gemeinsam. Nicolás "Turbo" González, wie er von der Presse bereits getauft wurde, kommt über sein Tempo und verfügt zudem über einen ausgeprägten Torriecher.

Zusammen mit Mama und Papa kam der Neuzugang aus dem klangvollen "Belén de Escobar". Doch so sehr sein Geburtsort nach schauriger Netflix-Serie im düsteren Drogenkartell klingt, so geerdet und fast noch schüchtern wirkt die neue Nummer 22 des VfB. Als er von seinem Schritt nach Deutschland zu kommen erzählt, meint der eine oder andere Beobachter zu sehen, wie seine großen dunklen Augen etwas feucht werden. Vielleicht, weil Heimat und Familie knapp 17 Flugstunden entfernt sind.  Vielleicht aber auch deshalb, weil er gerade dabei ist, den Traum eines jeden kleinen argentinischen Jungen zu leben, der eines Tages unbedingt einmal in Europa kicken will.

Insúa macht den "großen Bruder"

Einer, der dem jungen Stürmer bei der Eingewöhnung helfen soll, ist Emiliano Insúa. Der 29-jährige ist beim VfB Stutgart fast schon so etwas wie ein Routinier und eine wichtige Stütze im Team von Trainer Tayfun Korkut. Zudem nimmt er für seine argentinischen Landsmänner die Rolle des großen Bruders ein und lädt seine Mitspieler immer wieder zum "Asado", einem argentinischen Grillfest, zu sich nach Hause ein.

Ebenfalls beliebt sind die argentinischen Mate-Tee-Zeremonien, die das Heimweh seiner beiden Mitspieler mildern dürften. Den Teeextrakt bezieht der Linksverteidiger übrigens aus einem Großhandel im Internet, wie er schmunzelnd verrät. Aber auch abseits von Klatsch und Tratsch zur Teestunde scheint die Kommunikation bei den Schwaben zu stimmen. In Mario Gomez, Gonzalo Castro, Pablo Maffeo und Tayfun Korkut verfügen die Stuttgarter über weitere Akteure, die spanisch sprechen. Bleibt aus Sicht der Stuttgarter nur noch zu hoffen, dass die Kommunikation auch auf dem Platz funktioniert. Ob letztlich dann "El Turbo" oder doch der "Torero" trifft, wird den Verantwortlichen und Fans des VfB am Ende sicherlich egal sein.

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