Wolfgang Dietrich, Präsident des VfB Stuttgart (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Bundesliga | VfB Stuttgart Schindelmeiser widerspricht VfB-Präsident Dietrich

Jan Schindelmeiser, Ex-Sportvorstand des VfB Stuttgart, hat Wolfgang Dietrich, dem Präsidenten des VfB Stuttgart, im Zusammenhang mit dessen Äußerungen zu seinen umstrittenen Quattrex-Geschäften widersprochen.

"Es gab und gibt keine Investitionen im Bereich Profifußball, die vor meiner Wahl (zum Präsidenten, Anm. der Redaktion) dem VfB und der DFL nicht bekannt waren - keine einzige. Auch die Luxemburger Beteiligung war ganz klar Bestandteil meiner Offenlegung dem VfB und der DFL gegenüber", hatte Dietrich in einer Medienrunde am Dienstag zum Besten gegeben. Zuvor hatte Dietrich den Aufsichtsrat und die weiteren Gremien des VfB Stuttgart über die Vorgänge und Absprachen zu informiert.

Was wusste der VfB-Vorstand wirklich?

Daimler-Vorstand Wilfried Porth hatte kurz darauf dem Präsidenten in einem Zeitungsinterview den Rücken gestärkt. Alles sei bekannt gewesen, betonte Porth. Der "Kicker" hinterfragt diese Aussage allerdings. Wusste der Vorstand des VfB Stuttgart 2016 wirklich, dass noch Geld aus den Engagements an Dietrich fließen kann?

Schindelmeiser widerspricht

"Nein", erklärte jetzt Jan Schindelmeiser, der damalige VfB-Sportvorstand, gegenüber dem Fachmagazin. "Allgemein bekannt war, dass Wolfgang Dietrich über die Firma Quattrex in geschäftlichen Beziehungen zu einigen Fußball-Clubs stand. Inwieweit dies über verschiedene Tochtergesellschaften verlief, war mir nicht bekannt." Informationen über Luxemburger Fonds oder indirekte Beteiligungen seien "niemals Gegenstand von Gesprächen oder gar offiziellen Sitzungen" gewesen, so Schindelmeiser. Diese Aussage steht im Widerspruch zu den Darstellungen Porths und Dietrichs.

Auf der Webseite des VfB Stuttgart hatte Dietrich kürzlich seine Erklärung an die Gremien veröffentlicht. Demnach erhält er nur noch verzinste Darlehensrückzahlungen sowie Kaufpreiszahlungen aus den ehemaligen Quattrex-Beteiligungen, die jedoch "keiner Weise abhängig vom sportlichen Erfolg der Partnerclubs der Quattrex-Unternehmen" seien. Er erklärt den widersprüchlichen Handelsregister-Eintrag, der ihn noch immer als Anteilseigner ausweist damit, "dass sich der vereinbarte Kaufpreis am Bilanzergebnis 31.12.17 orientiert und dieses erst seit kurzem vorliegt". Erst danach könne der Notar tätig werden.

Was ist Quattrex?

Die Firma Quattrex gibt Darlehen an Vereine und steht unter anderem in wirtschaftlichen Beziehungen zu den Zweitligisten Union Berlin und 1. FC Heidenheim sowie dem Drittligisten 1. FC Kaiserslautern (Der SWR berichtete bereits darüber im September 2016). Heidenheim und Union sind in einer Relegation mögliche Gegner für den vom Abstieg aus der Bundesliga bedrohten VfB.

"Ich werde noch in dieser Woche die entsprechenden Vereinbarungen den Gremien erneut offenlegen und dann im Anschluss den Sachverhalt auch öffentlich darstellen", sagte Dietrich: "Alleine die Unterstellung, dass ich etwas machen würde, das dem Verein schadet, schmerzt mich sehr und trifft mich brutal. Viel mehr als alle Kritik an meiner Arbeit."

Dauer

Zuletzt hatte der "kicker" berichtet, Dietrich habe sich von seinen Anteilen an der in Luxemburg ansässigen Firma Quattrex GP S.a.r.l. erst später getrennt als angegeben und sei mittelbar über eine andere Firma laut Auszug aus dem Handelsregister noch immer Anteilseigner der Quattrex Finance GmbH.

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