Fredi Bobic (Foto: Imago, imago/Zink)

Bundesliga | VfB Stuttgart Fredi Bobic: "Der VfB Stuttgart wird kratzen und beißen"

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Wenn der VfB Stuttgart am Sonntag (18 Uhr) bei Eintracht Frankfurt spielt, dann trifft er auch auf seinen früheren Torjäger und Sportvorstand Fredi Bobic. SWR Sport hat mit ihm gesprochen.

Fredi Bobic, wieviel "roter Brustring" steckt denn bei Ihnen noch immer unterm Anzug?

Stuttgart ist jetzt zwar auch schon eine Zeit lang her. Aber man weiss immer, woher man kommt, das hab' ich nie vergessen. Klar, dass man immer auch ein bisschen Richtung Stuttgart schaut, wie die Entwicklung dort ist, wie die Lage ist. Das ist doch ganz normal, und das wird auch bis ins Rentenalter so bleiben. Trotzdem schaut man eher fokussiert auf das, was man gerade tut, und das ist Eintracht Frankfurt.

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Die Eintracht ist DFB-Pokalsieger, jetzt der Triumph in der Europa League gegen Inter Mailand, das Schnuppern an der Champions League. Warum läuft es denn unter Ihnen so gut in Frankfurt?

Es sind viele Dinge aufgegangen, die wir uns so gewünscht haben. Das Wichtigste in der Position sind die Transfers, die man macht. Die Mannschaft, die man zusammenstellt. Dazu noch der passende Trainer. Da muss das eine Rädchen ins andere laufen. Wir haben uns nach dem Pokalsieg sehr viele Gedanken gemacht, wie wir uns weiterentwickeln können, obwohl wir im Trainer- und Spielerbereich wichtige Abgänge hatten, das hat alles gepasst. Wir haben ein gutes Teamwork auf allen Seiten. Wir bekommen gerade bundesweit und auch international sehr viel Anerkennung, das war zuletzt nicht üblich in Frankfurt, deshalb sind wir sehr glücklich und wollen aus der guten Ausgangsposition das Optimale herausholen. Trotzdem muss man, gerade wenn`s gut läuft, immer auch unter den Teppich schauen. Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf das Spiel gegen den VfB.

Diese Woche gab es viel Lob für Sie vom VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich, der Sie als "Macher" bezeichnete und als "Typ" in Stuttgart vermisst. Wie sehr freut Sie das?

Es war keine einfache Zeit damals in Stuttgart, weil man aus sehr erfolgsverwöhnten Zeiten kam. Ich habe versucht, aus den damaligen Gegebenheiten das Beste herauszuholen. Ich freue mich natürlich, wenn Wolfgang Dietrich so was sagt. Er war damals ja noch nicht im Amt, hat mich aber spontan zu einem Spiel eingeladen, nachdem er Präsident geworden war. Wir haben uns privat unterhalten, vorher kannten wir uns noch nicht richtig. Er ist ein angenehmer Mensch, der weiß was er will. Es ist auch für ihn nicht einfach, den richtigen Weg zu finden, Traditionsvereine wie Stuttgart und Frankfurt sind speziell. Ich wünsche Wolfgang Dietrich alle Gute und dass er in Ruhe seine VfB-Strategie umsetzen kann.

Am Sonntagabend in Frankfurt werden die VfB-Freundschaften ruhen. Wie brisant ist denn für Sie die Partie?

Wir wollen natürlich gewinnen, die Champions League-Plätze drei und vier sind erreichbar. Wir haben in diesem Kalenderjahr noch kein Spiel verloren, wollen unseren Lauf fortsetzen. Gegner wie der VfB Stuttgart mit der Abstiegsangst im Nacken werden aber kratzen und beißen und alles dafür tun, um bei uns zu punkten. Die werden enstprechend defensiv auftreten. Letztlich liegt es aber an meiner Mannschaft, so einen Gegner niederzukämpfen und niederzuspielen. Von daher wird es ein sehr gutes und ein sehr spannendes Spiel zwischen zwei großen Traditionsvereinen. Das wird für uns kein Selbstläufer. Aber das ist in der Bundesliga kein Spiel.

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