Fredi Bobic hat eine lange Vergangenheit beim VfB Stuttgart (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga VfB-Präsident Wolfgang Dietrich: "Bobic ist ein absoluter Macher"

Von Juli 2010 bis September 2014 war Fredi Bobic Sportdirektor beim VfB Stuttgart, dann wurde der Ex-Profi entlassen. Seit Juni 2016 ist der frühere Nationalspieler Vorstand Sport bei Eintracht Frankfurt - mit durchschlagendem Erfolg. In Stuttgart trauert ihm so manch einer hinterher.

Fredi Bobic und Stuttgart - eine ganz besondere Beziehung. Der frühere Stürmer kommt aus der Schwaben-Metropole. In der Stadt lernte er das Kicken, beim VfB wurde er Nationalspieler, DFB-Pokalsieger und Torschützenkönig der Bundesliga. Doch seit drei Jahren wirkt Bobic bei Eintracht Frankfurt. Am Sonntag (18 Uhr) empfängt sein aktueller Klub seinen Ex-Verein.

Dauer

Wolfgang Dietrich: "Als Typ ein Verlust für den VfB"

Vor dem brisanten Aufeinandertreffen - Frankfurt kämpft um die Champions League, Stuttgart spielt gegen den Abstieg - adelte nun VfB-Präsident Wolfgang Dietrich den Eintracht-Vorstand. "Das ist ein absoluter Macher, der in einem sehr schweren Umfeld einen guten Job macht", lobte Dietrich den "kicker-Mann-des-Jahres-2019": "Als Typ ist es ein Verlust, dass er dem VfB Stuttgart verloren gegangen ist."

Dauer

"Schade, dass wir ihn verloren haben"

"Wegen ihm haben wir einen Gegner, der sehr gut aufgestellt ist. Es ist schade, dass ein Verein wie der VfB vor Jahren solche Leute verloren hat", so Dietrich weiter.

Von 2010 bis 2014 arbeitete Bobic in seiner Heimatstadt Stuttgart, erst als Sportdirektor, die letzten gut 17 Monate als Sportvorstand. Zu der Zeit musste der Klub an Personalkosten sparen, denn die fetten Jahre in der Champions League waren vorbei.

DFB-Pokalsieg mit Eintracht Frankfurt

Nach dem knapp vermiedenen Abstieg in der Saison 2013/2014 trennten sich die Wege, zwei Jahre später heuerte Bobic bei der Eintracht an und macht dort seither einen überragenden Job. Seit dem Bestehen in der Abstiegsrelegation 2016 gegen den 1. FC Nürnberg folgten in der Liga Spielzeiten ohne Sorgen und zwei Teilnahmen am DFB-Pokalfinale. 2017 gab es eine Niederlage gegen Borussia Dortmund, 2018 den Triumph gegen Bayern München.

Jene beeindruckende Nacht im Berliner Olympiastadion war Höhepunkt und Ende zugleich: Trainer Niko Kovac ging zum Rekordmeister, Kevin- Prince Boateng und drei weitere Stammspieler verabschiedeten sich ebenfalls. Doch der 47 Jahre alte Bobic und seine Vorstandskollegen fanden mit dem Österreicher Adi Hütter den optimalen Trainer und auch sonst die richtigen Bausteine.

Eintracht Frankfurt steht glänzend da

Der Lohn: Die Hessen sind in der Bundesliga Tabellenfünfter und stehen im Viertelfinale der Europa League. Im Kader stehen drei der derzeit begehrtesten Offensivkräfte Europas: Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic. Das Trio hat in dieser Saison zusammen 37 Bundesliga-Tore erzielt und bringt es auf einen Marktwert von rund 150 Millionen Euro. Bezahlt hat die Eintracht sieben Millionen Euro für den Franzosen Haller, zwei Millionen Euro für den Kroaten Rebic und eine Leihgebühr von 200.000 Euro für den Serben Jovic. Ihn können die Hessen für eine festgeschriebene Ablöse von sieben Millionen Euro von Benfica Lissabon verpflichten und im Falle eines lukrativen Angebotes eines europäischen Topklubs für ein Vielfaches weiterverkaufen.

Ex-Stuttgarter Kostic schlägt voll ein

Einer der letzten Transfers des mitunter etwas schroffen Europameisters von 1996 war die Verpflichtung des kaum bekannten Filip Kostic für sechs Millionen Euro aus Groningen. Dafür wurde Bobic damals hart kritisiert, denn der Serbe war in den zwei Jahren kein Musterbeispiel für Identifikation mit einem Verein. Auf dem Feld glänzte er aber und brachte dem VfB zwei Jahre später 14 Millionen Euro vom Hamburger SV ein. Inzwischen spielt Kostic auf Leihbasis in Frankfurt eine überragende Saison und soll im Sommer wohl fest verpflichtet werden.

Bis 2023 läuft Bobics Vertrag in Frankfurt. "Für mich ist der Weg noch nicht beendet, darum war es für mich auch keine große Frage, bei diesem wunderbaren Verein weiterzumachen. Den Verein, den ich schätzen und lieben gelernt habe", sagte er nach der Verlängerung im vergangenen Sommer. Und nun trifft er auf seine frühere Liebe - den VfB Stuttgart.

STAND