VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (Foto: imago images, imago images/Sportfoto Rudel)

Seit zwei Jahren VfB-Trainer

Pellegrino Matarazzo: Ungewöhnlich steht dem VfB Stuttgart gut

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Am 30. Dezember 2019 wurde Pellegrino Matarazzo als neuer Trainer des damaligen Zweitligisten präsentiert. Ziemlich unbekannt war er und ungewöhnlich lang ist er schon da.

Einen Tag und acht Jahre ist Christian Streich in Freiburg länger Cheftrainer als VfB-Kollege Pellegrino Matarazzo in Stuttgart. Ob er die zehn Jahre bei einem Verein auch mal voll bekäme, wurde der 44-jährige Matarazzo neulich gefragt. "Lass uns in vier, fünf Jahren nochmal darüber sprechen", war die Antwort. Wer dieser Tage in die Zeitungen schaut, könnte aber den Eindruck bekommen, dass zwei Jahre Matarazzo und VfB fast so beeindruckend sind, wie zehn Jahre Streich in Freiburg.

Nach Labbadia-Aus 2013 endlich mal wieder Konstanz

Tatsächlich war in der jüngeren Vergangenheit nur Bruno Labbadia (Dezember 2010 bis August 2013) länger Trainer in Stuttgart als der Italo-Amerikaner. Ende Januar wird Matarazzo es dann sogar so lange beim VfB ausgehalten haben, wie seine vier Vorgänger Tim Walter (6 Monate), Nico Willig (3), Markus Weinzierl (7) und Tayfun Korkut (9) zusammengenommen. 25 Monate sind es dann. Geht es nach VfB-Sportchef Sven Mislintat, werden es 25 plus X: "Selbst wenn wir absteigen, ist und bleibt Rino unser Trainer." Zu dieser klaren Ansage von vor der Saison steht Mislintat weiter, trotz Relegationsplatz 16 zum Jahreswechsel.

Leisetreter Matarazzo folgte auf Lautsprecher Walter

Als der bis dato vor allem als Co-Trainer von Julian Nagelsmann in Hoffenheim bekannte Matarazzo am 30. Dezember 2019 per Pressemitteilung präsentiert wurde, war der VfB zwar Dritter der 2. Liga, so richtig gepasst hatte es mit dem forschen Tim Walter aber nicht. Der Neue bekam von Vorstandschef Thomas Hitzlsperger Vorschusslorbeeren: "...weil wir davon überzeugt sind, mit ihm sowohl unsere kurzfristigen als auch die mittel- bis langfristigen Ziele zu erreichen." Ausschlaggebend war für Sportchef Sven Mislintat damals auch Matarazzos schon in Hoffenheim bewiesenes Händchen für junge Spieler: "Es geht nicht um entweder oder, sondern um Aufstieg und Entwicklung. Das ist der Plan."

Matarazzos Grußworte zum Start, verbal besonnen: "Mir ist bewusst, dass das Interesse und auch die Erwartungen sehr groß sind", sagte der in den USA geborene Sohn italienischer Einwanderer fast schon zurückhaltend. Ziemlich genau einen Monat nach seiner Ernennung feierte er im ersten Spiel den ersten Sieg, ein 3:0 gegen Heidenheim. Der VfB stieg, wenn auch mit Zittern verbunden, im Juni 2020 zurück in die Bundesliga auf.

In der Ruhe liegt seine Kraft

Nach dem erreichten Kurzfrist-Ziel Bundesliga-Aufstieg blieb Matarazzo auf dem Boden, ist bis heute großer Fan seiner Mannschaft, aber gleichzeitig großer Kritiker und Mahner. "Ich bin ein optimistischer Realist." Das, was er bei seiner Vorstellung Anfang Januar 2020 über sich gesagt hat, präsentiert er bis heute. Hat sich nicht blenden lassen vom hervorragenden neunten Platz in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg und lässt sich aktuell nicht aus der Ruhe bringen, trotz Überwintern auf Relegationsplatz 16.

"Lösungsorientiert" sei er seit seinem Mathematikstudium, akribisch, strukturiert und aufgabenorientiert: "Meine Aufgabe ist, die Mannschaft zu führen und Ergebnisse zu erzielen." Dabei verspüre er mehr Spaß als Druck. Sicher auch ein Grund dafür, dass seine zwei Jahre beim VfB Stuttgart dieser Tage ziemlich viele Schlagzeilen wert sind.

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