Claus Vogt und Christian Riethmüller treten am 15. Dezember zur Präsdientenwahl bemi VfB Stuttgart an (Foto: Imago, imago images/Pressefoto Baumann)

Fußball | 2. Bundesliga Präsidenten-Wahl beim VfB Stuttgart: Vogt und Riethmüller in der Endauswahl

Der VfB Stuttgart sucht einen neuen Präsidenten. Zwölf Personen hatten sich beworben, vier waren nach den ersten Bewerbungsgesprächen noch im Rennen. Nun hat der Verein bekanntgegeben, wer im Finale steht.

Der Vereinsbeirat des VfB Stuttgart hat sich entschieden: Claus Vogt und Christian Riethmüller stehen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Dezember zur Präsidentschaftswahl.

"Ich freue mich, dass mir der Vereinsbeirat sein Vertrauen entgegenbringt und wünsche mir, nun auch das Vertrauen der Mitglieder zu gewinnen", sagte Vogt zu seiner Nominierung. Ähnlich äußerte sich Riethmüller: "Ich habe mich riesig über meine Nominierung und das damit verbundene Vertrauen, das der Vereinsbeirat in mich setzt, gefreut."

Der jüngste Präsident seit Gerhard Mayer-Vorfelder

Seit Gerhard Mayer-Vorfelders Wahl 1975 war kein VfB-Präsident mehr jünger als die beiden Kandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Dietrich. Vogt oder Riethmüller bekommen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung zunächst ein Mandat für die Restlaufzeit der laufenden Amtsperiode bis zum Herbst 2020. Der neue Präsident soll auch wieder Vorsitzender des Aufsichtsrats der VfB Stuttgart 1893 AG werden. Dietrich war nach der abgebrochenen Mitgliederversammlung im Juli zurückgetreten.

Die Kandidaten im Überblick: Claus Vogt

Der Unternehmer Claus Vogt hat als einziger verbliebener Kandidat seine Bewerbung öffentlichkeitswirksam gestaltet. Der 50-Jährige ist Geschäftsführer der Böblinger Firma "Intesia" und einer der Gründer von "FC PlayFair!", einem kommerzkritischen Verein, der sich für Fußball als schützenswertes Kulturgut einsetzt. Diesen rief Vogt 2017 ins Leben.

Laut Vereinssatzung möchte der 50-Jährige eine "Interessenvertretung innerhalb des deutschen Profi-Fußballs" schaffen oder auch "Transparenz, Mitbestimmung der Fans und Fairplay in Organisationen des Profi-Fußballs" fördern. Auch der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir von den Grünen ist dort Mitglied. Özdemir kennt Vogt persönlich und glaubt, dass "man einen wie ihn, gut beim VfB gebrauchen kann", wie er im Gespräch mit der "Welt" sagt. Vogt sei "VfBler durch und durch". Zugleich gilt er als Kritiker des modernen Fußballs und der im Sport zunehmenden Kommerzialisierung.

Dauer

Als Thema liegt ihm vor allem die strategische Ausrichtung des VfB Stuttgart am Herzen. Er könnte sich zum Beispiel vorstellen bei der Suche nach einem zweiten Investor umzudenken und hat ein Konsortium aus mittelständischen Unternehmen der Region ins Spiel gebracht. "Man kann sich überlegen: Braucht man einen zweiten Investor und wenn ja welchen, aus finanziellen Gründen und aus strategischen Gründen. Oder können wir da vielleicht auch in eine andere Richtung denken: An den schwäbischen Mittelstand", sagte Vogt bei seiner Vorstellung am Donnerstag. Der Zweitligist will bis zu 24,9 Prozent der Anteile an seiner Fußball AG an Investoren veräußern und damit 100 Millionen Euro einnehmen. Anker-Investor Daimler hat für 11,75 Prozent davon 41,5 Millionen Euro bezahlt.

Die Kandidaten im Überblick: Christian Riethmüller

Christian Riethmüller ist studierter Betriebswirt und Geschäftsführer der Tübinger Buchhandelskette "Osiander", die 1596 gegründet wurde und seit mehreren Generationen in Familienbesitz ist. Riethmüller will beim VfB Stuttgart eine Werte-Diskussion führen: "Die Werte stehen auf dem Papier. Aber man muss sie auch mit Leben füllen", sagte er und kritisierte in diesem Zusammenhang Ex-Sportvorstand Michael Reschke und VfB-Profi Holger Badstuber.

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Dass Reschke rund um die Entlassung von Trainer Tayfun Korkut vor einem Jahr Lügen als Notwendigkeit bezeichnet habe, "geht gar nicht". Zudem kritisierte der 44-Jährige Holger Badstuber er für dessen Verhalten nach der Gelb-Roten Karte beim 1:2 gegen Holstein Kiel, als er beim Verlassen des Platzes geschimpft und die Schiedsrichter beleidigt hatte. "Wenn ein Spieler des VfB, der sehr erfahren ist, in einer Woche, wo ein Kreisliga-Schiedsrichter bewusstlos geschlagen wird, einen Schiedsrichter so beschimpft, dann ist das für mich ein schwerwiegender Fehler", sagte Riethmüller. Dass Badstuber sich danach entschuldigt habe, sei gut gewesen. "Wenn Mannschaftskameraden und sportlich Verantwortliche das Ganze runterspielen und sagen, das ist doch normaler Umgang auf dem Fußballplatz, dann sage ich, vertreten diejenigen nicht die Werte des VfB Stuttgart."

REDAKTION
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