Claus Vogt und Christian Riethmüller treten am 15. Dezember zur Präsdientenwahl bemi VfB Stuttgart an (Foto: Imago, imago images/Sportfoto Rudel)

Fußball | 2. Bundesliga Kommentar: Der VfB Stuttgart bekommt einen guten Präsidenten

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Der VfB Stuttgart hat die beiden Final-Kandidaten für die Präsidenten-Wahl bekanntgegeben. Claus Vogt und Christian Riethmüller sind Top-Leute, meint SWR Sport-Reporter Günther Schroth.

Es gibt diese Momente, in denen alles stimmt. Nur erwartet man die nicht unbedingt auf einer Pressekonferenz eines Fußball-Bundesligisten. Schon gar nicht, wenn sich zwei Konkurrenten um den prestigeträchtigen Präsidenten-Job des VfB Stuttgart einfinden.

Und dann das: Mit Christian Riethmüller und Claus Vogt stellten sich zwei Männer vor, die beide auf Anhieb erkennbare Führungsqualität mitbringen - und zwar diese Sorte von Führungsqualität, die es auch erträgt, wenn andere Meinungen auf dem Markt sind. Geduld und Selbstbewusstsein miteinander zu vereinbaren ist ja nicht jedem gegeben. Hier stimmt das Verhältnis. Bei beiden. So jedenfalls der Eindruck, wenn man eine gute Stunde mit Claus Vogt und Christian Riethmüller im selben Raum verbringt. Und anschließend die Gelegenheit zu einem halbwegs ausgeruhten Gespräch mit jedem der beiden hat.

SWR1 Stadion-Moderator Günther Schroth (Foto: SWR)
SWR Sport-Reporter Günther Schroth

Klar haben die Stuttgarter Sportjournalisten auf der Pressekonferenz kritisch gefragt – und klar könnte man da ganz schnell ganz viel falsch machen, wenn man vor gut zwei Dutzend Journalisten hockt, die geballte Skepsis ausstrahlen. Man könnte. Nur hat das keiner der beiden Präsidentschaftsbewerber getan.

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Beide sind sachkundig, beide können reden und beide gehören zu denen, denen der Brustring schon früh in die schwäbische Seele tätowiert wurde. Und beide hätten das Amt verdient. Wenn sie auch wissen, dass das keine Spaß-Veranstaltung wird. Auch deswegen, weil die Fraktion, die gerne Guido Buchwald auf dem Chefsessel des Traditionsvereines gesehen hätte, besänftigt werden muss.

VfB-Mitglieder können nicht viel falsch machen

Christian Riethmüller hat sich dennoch zur Kandidatur entschlossen. Auch weil der frühere Jugend-Schiedsrichter nach seiner Rede bei der Mitgliederversammlung vergangenen Sommer außerordentlich aufmunternde Reaktionen erhalten hat. Und für Claus Vogt, Gründer vom "FC PlayFair!", ist der Fußball, auch der der Profis, ein schützenswertes Kulturgut. 

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Ich bin froh, dass ich kein Mitglied des VfB Stuttgart bin und mich nicht zwischen beiden hochqualifizierten Kandidaten entscheiden muss. Denn schade ist jetzt nur, dass einer von beiden nicht gewählt werden wird. Der gelungenste Moment übrigens war dann der, als sich Vogt und Riethmüller gegenseitig lobten. Da hat dann jemand die "Doppelspitze" ins Gespräch gebracht. Dennoch: am 15. Dezember kann nur einer gewählt werden. Und da können die VfB-Mitglieder dann nicht viel falsch machen.

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