Guido Buchwald vom VfB Stuttgart (Foto: Imago, Imago Images Sportfoto Rudel)

Fußball | 2. Liga Kommentar: Der VfB Stuttgart und die Buchwald-Frage

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Die VfB Stuttgart AG hat mit Thomas Hitzlsperger einen neuen Chef gefunden, fehlt noch ein Präsident des Vereins. Vielleicht ja Guido Buchwald? SWR Moderator Günther Schroth sagt, warum er das nicht für die Ideallösung hält.

Manchmal braucht es einen GAU, einen größten anzunehmenden Unfall, damit die Dinge sich bessern. Im Fußball ist ein solcher GAU ein Abstieg. Diesen hat der VfB Stuttgart erfolgreich hinter sich gebracht. Erfolgreich deswegen, weil man die Dinge enorm verbessert hat. Zuletzt mit der Entscheidung, Thomas Hitzlsperger zum Chef der VfB Stuttgart AG zu zu machen.

Das sollte man sich jetzt nicht mit einer falschen Entscheidung in Sachen Präsidentschaftsbewerber verderben. Und deswegen bezweifle ich, dass die Personalie Guido Buchwald die allergeeigneste für dieses Amt ist. Das soll bitte keiner falsch verstehen. Guido Buchwald steht in meiner persönlichen Rangfolge als großer Fußballer ganz weit oben. Und genauso weit oben steht er in meiner persönlichen Rangfolge als außerordentlich sympathischer Mitmensch.

Es braucht andere Fähigkeiten

Ich befürchte nur, dass das für das Führen eines solchen Vereins nicht ausreicht. Ein großer Traditionsverein wie der VfB braucht einen Chef oder eine Chefin, die den vielen Meinungen und Mentalitäten gerecht werden kann. Der Verein hat jetzt 70.000 Mitglieder.

Die alle unter einen Hut zu bringen, dazu braucht es die Fähigkeiten eines kommunikativen Erfolgspolitikers. Es gibt Leute dieses Schlages. Guido Buchwald aber zählt nicht dazu. Er ist eine offene, ehrliche Haut - und hat damit beim VfB schon jetzt nicht nur gute Erfahrungen gemacht.

Tritt für den VfB der "GAG" ein?

Das Geschäft sei ja jetzt leicht, sagen einige, der Präsident sei ja nur noch Grüßgottaugust. Genau das ist nicht der Fall. Der Präsident dieses Großvereins ist eine Person, die in der Öffentlichkeit sehr genau beobachtet wird. Guido Buchwald sollte man daher bitten, wieder für den Verein tätig zu werden. Gerne wieder als Botschafter. Und seine vereinsinternen Widersacher müssen ihm wieder die Hand reichen.

Präsident aber muss einer werden, den alle haben wollen. Das wäre dann der GAG, der größte anzunehmende Glücksfall, für den Verein. Vor allem, wenn man anschließend wieder aufsteigt.

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