1.000 Tage Pellegrino Matarazzo beim VfB (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | VfB Stuttgart

"Mit Höhen und Tiefen" - 1.000 Tage Pellegrino Matarazzo beim VfB

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Kersten Eichhorn

An diesem Sonntag ist Pellegrino Matarazzo seit genau 1.000 Tagen Cheftrainer des VfB Stuttgart. Das bedeutet endlich wieder Kontinuität auf der Bank der Schwaben.

"Pellegrino wer...?" Die Überraschung war durchaus groß bei vielen VfB-Fans an jenem 30. Dezember 2019. Stuttgart hatte an diesem Tag kurz vor dem Jahreswechsel in der 2. Liga seinen neuen Cheftrainer für den entlassenen Tim Walter verkündet: Einen Mann namens Pellegrino Matarazzo, bis dahin nur den echten Fußball-Experten ein Begriff in der Trainer-Szene.

Nur Streich und Fischer sind länger im Amt

Jetzt ist alles anders. An diesem Sonntag ist Pellegrino Matarazzo, 44, ehemals Jugend-Coach beim 1. FC Nürnberg und Co-Trainer unter Julian Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim, genau 1.000 Tage als Chef-Coach beim VfB Stuttgart im Amt und längst jedem in der Fußball-Bundesliga ein Begriff. Schließlich hat der US-Amerikaner aus dem "Schleudersitz VfB-Bank" eine Sitzgelegenheit mit Verweildauer und Nachhaltigkeit gemacht. Und: "Ich fühle mich hier zuhause", sagt er ohne Umschweife.

1.000 Tage - das sind beinahe drei Jahre am Stück und in der Bundesliga inzwischen eher von Seltenheitswert. Aktuell sind nur Freiburgs Dauer-Trainer Christian Streich (3.923 Tage) und Urs Fischer von Union Berlin (1.547 Tage) länger im Amt als "Rino".

Matarazzo und die 1.000 Tage: "Viele Sonnenuntergänge"

1.000 Tage? "Das ist im Trainergeschäft schon eine lange Zeit", so Matarazzo auf der VfB-Homepage zu seinem Dienstjubiläum, "viele Sonnenuntergänge", fügt er schmunzelnd dazu. "Allerdings fühlt es sich auch ehrlich gesagt nicht so lange an. Es ist sehr kurzweilig, ich mag es jeden Tag aufzustehen und hierher zu fahren."

Eine intensive Zeit, es ist schließlich viel geschehen in diesen 1.000 Tagen Pellegrino Matarazzo beim VfB: "Wir haben unsere Ziele immer erreicht, Aufstieg und zweimal Klassenerhalt, ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt. Der Aufstieg 2020 war großartig. Im ersten Bundesliga-Jahr haben wir super Fußball gespielt mit viel Euphorie drumherum. Dann haben wir sicherlich ein schwieriges zweites Jahr in der Bundesliga erlebt, mit einem großartigen Finish", so Matarazzo im vereinseigenen "VfB-TV".

Längst angekommen bei den Schwaben

Pellegrino Matarazzo, der Mann mit den italienischen Wurzeln, der in der Nähe von New York aufwuchs, hat sich längst eingelebt bei den Schwaben: "Ich liebe das Volk hier, auch wenn ich nicht so oft in der Stadt bin. Die Jungs im Verein, den ganzen Staff, das sind tolle Menschen, ich fühle mich sehr zuhause hier."

Spitzenreiter Jürgen Sundermann

Längere Amtszeiten als Cheftrainer beim VfB erlebten nur fünf Matarazzo-Kollegen: Helmut Benthaus (1.095 Tage), Christoph Daum (1.113), Armin Veh (1.163), Felix Magath (1.183) und Spitzenreiter Jürgen "Wundermann" Sundermann (1.889 Tage).

Zum Ende der Saison könnte Pellegrino Matarazzo also bis auf Platz zwei der Trainer-Bestenliste beim VfB vorrücken, auch wenn's momentan weniger glücklich läuft, der VfB neben Bochum als einziges Bundesliga-Team noch ohne Sieg dasteht.

Matarazzo: "Freue mich auf jeden Tag"

Das Vertrauen bei den Verantwortlichen in die Geschicke des sympathischen und ruhigen Fußballlehrers ist aber groß, sein Vertrag bis Juni 2024 datiert. "Ich freue mich auf jeden weiteren Tag beim VfB", sagt Pellegrino Matarazzo über seine Zukunft in Stuttgart, "es macht extrem viel Spaß. Ich freue mich auf die Weiterentwicklung im Verein, wir sind auf einem sehr guten Weg."

"Pellegrino wer...?" Diese Frage gibt es schon lange nicht mehr. Pellegrino Matarazzo ist inzwischen in der vierten Saison VfB-Trainer und längst etabliert in der Bundesliga.

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