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Eklat im Verbandspokal: Nach einer Prügel-Attacke wurde das Halbfinale zwischen der TuS Rüssingen und Alemannia Waldalgesheim abgebrochen. Der Angreifer zeigte inzwischen Reue.

Der Schock sitzt immer noch tief: "Auch einen Tag später befinden wir uns im Zustand einer Ohnmacht; das Geschehene ist immer noch nicht greifbar", schreibt Dirk Dedores, Spielleiter der TuS Rüssingen, an Donnerstag in einer Stellungnahme des Vereins. Am Abend zuvor hatte ein Rüssinger Spieler mit einer Prügel-Attacke gegen einen Schiedsrichter-Assistenten für den Abbruch des Halbfinal-Spiels im Verbandspokal Südwest zwischen der TuS Rüssingen und Alemannia Waldalgesheim gesorgt. Der Fußball-Verbandsligist TuS Rüssingen hat seinen Spieler nach dessen Attacke mittlerweile suspendiert.

Schiedsrichter-Assistent will Anzeige erstatten

Rüssingen spielte nach einer Gelb-Roten Karte bereits in Unterzahl. Nach einem weiteren Platzverweis beim Stand von 1:0 für Rüssingen kam es zu einem Handgemenge, bei dem ein Spieler einen Assistenten mit einem Schlag ins Gesicht niederstreckte. Daraufhin brach der Schiedsrichter das Spiel nach 38 Minuten ab. Der Assistent kam immerhin wieder auf die Beine und konnte den Platz ohne Hilfe verlassen. Der attackierte Schiedsrichter-Assistent Jens Schmidt wolle laut Rheinpfalz Anzeige wegen Körperverletzung erstatten. "Das linke Auge ist dick. Ich habe Kopfschmerzen und mir ist schwindelig. Ich habe mich in der Nacht zwei-, dreimal übergeben", sagte Schmidt.

Laut Bild-Zeitung zeigte der Angreifer mittlerweile Reue: "Ich möchte den Linienrichter um Entschuldigung bitten. Natürlich war es ein Fehler, ich weiß nicht, was ich da gemacht habe. Ich möchte mich bei allen Menschen dafür entschuldigen, es tut mir sehr leid."

Verbandspräsident Drewitz kündigt Verfahren an

In einer Pressemitteilung verurteilte der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) die Prügel-Attacke "auf das schärfste". Waldalgesheims Trainer Aydin Ay forderte nun, der Verband müsse seiner Mannschaft am Grünen Tisch den Sieg und damit den Finaleinzug zusprechen. "Wir sind der sportlichen Möglichkeit beraubt worden, ins Finale einzuziehen", sagte Ay.

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Er verwies darauf, dass sein Team noch etwa 60 Minuten Zeit gehabt habe, um das Spiel zu drehen. SWFV-Präsident Hans-Dieter Drewitz kündigte ein entsprechendes Verfahren an: "Ich will zunächst den Schiedsrichter-Bericht abwarten", sagte der 70-Jährige. "Die Täter sind durch die Platzverweise ohnehin erst einmal auf Eis gelegt. Das Ganze wird dann seinen Weg vor die Spruchkammer nehmen. Der Kammer möchte ich nicht vorgreifen, aber mit Blick auf die Spielwertung braucht man nicht viel Fantasie."

Waldalgesheim hätte das Spiel lieber sportlich entschieden

Die Alemannia Waldalgesheim hätte das Spiel lieber sportlich entschieden, sagte Präsident Reinhard Schenk im Gespräch mit SWR Sport. Er habe "nie gedacht, dass das in der Verbandsliga vorkommen kann. Noch dazu in einem Pokal-Halbfinale [...] Wir waren alle sehr enttäuscht."

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Gewalt gegen Unparteiische im Amateurfußball nimmt zu

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Im Oktober hatte ein Spieler bei einem Kreisliga-Spiel zwischen dem FSV Münster und dem TV Semd den 22-jährigen Schiedsrichter bewusstlos geschlagen, nachdem er Gelb-Rot gesehen hatte. Der Fall aus Südhessen hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Im September hatte es nach zahlreichen gewalttätigen Übergriffen auf Unparteiische im Amateurfußball im Saarland einen Schiedsrichter-Streik gegeben. Auch in Berlin gab es bereits einen Schiedsrichter Streik.

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP
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