Fans vom SV Waldhof Mannheim  (Foto: IMAGO, IMAGO/foto2press)

Fußball | 3. Liga

Waldhof-Trainer Neidhart: "Wir müssen auswärts stabiler werden"

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Julia Metzner

Beim Fußball-Drittligisten SV Waldhof bleibt keine Zeit für Pokal-Frust. Stattdessen wollen die Mannheimer in der Liga oben angreifen.

Eigentlich fällt die Zwischenbilanz nach dem ersten Saisonviertel für den SV Waldhof Mannheim gar nicht so schlecht aus - wäre da nicht die bittere Niederlage im badischen Pokal bei Astoria Walldorf. Der Favorit aus Mannheim, der zuletzt dreimal in Folge den Landespokal gewonnen und sich damit für den DFB-Pokal qualifiziert hatte, verlor unter der Woche nach der frühen Führung durch Dominik Kother mit 1:2. Die nächste Hiobsbotschaft in einer Woche, die schon mit einer schlechten Nachricht begonnen hatte: dem Kreuzbandriss von Routinier Marco Höger.

Keine Zeit für Pokal-Frust, in der Liga angreifen

Für den großen Pokal-Frust im Verein bleibt erstmal kaum Zeit, denn in der Liga steht das Spiel beim VfL Osnabrück an. "Unsere Heimbilanz ist überragend", bilanziert SVW-Trainer Christian Neidhart vor dem Spiel, gibt aber auch zu: "die Auswärtsbilanz ist dementsprechend bescheiden." Daran wolle man arbeiten. Dabei gibt es gleich zwei Extra-Motivations-Faktoren: Endlich den ersten Auswärtssieg zu holen (bislang drei Niederlagen und ein Unentschieden) und damit zweitens den Angriff auf die Aufstiegszone einläuten. Denn nach dem aus im Landespokal muss der Waldhof mindestens auf Platz vier landen, um im DFB-Pokal dabei zu sein.

Die Fans sind sauer: "Hätte nie gedacht, dass ich Glöckner vermissen werde"

Ob Trainer Christian Neidhart die Fan-Seele mit seinen Worten beruhigen kann, ist fraglich. Die Liste der Kritiker war spätestens nach dem Pokal-Aus lang. Der Coach passe nicht, das Spiel von Neidhart sei viel zu statisch, der Verein müsse reagieren, der Trainer müsse weg, bis hin zu dieser überraschenden Aussage: "Ich hätte nie gedacht, dass ich Glöckner vermissen werde!" Zur Erinnerung: Dem glücklosen Patrick Glöckner hatte die Vereinsführung den Aufstieg nicht zugetraut und seinen Trainervertrag nach der vergangenen Saison nicht verlängert. Die verbale Fan-Watschn bekam jetzt auch Sportchef Tim Schork ab. Als "größte Luftpumpe" wurde er betitelt, sofort entlassen solle man ihn.

Wir verlieren im Viertelfinale gegen den FC Astoria Walldorf mit 2-1.

#svw07 #wirsindwaldhof #wirsindmannheimPosted by SV Waldhof Mannheim 07 on Tuesday, September 27, 2022

Schork selbst hatte kurz vor dem Pokal-Aus im Podcast "Buwe Gebabbel" eine Bilanz nach dem ersten Viertel der Saison gezogen. "Auf der Autobahn würden wir uns jetzt auf der mittleren Spur befinden", sagte Schork dem Mannheimer Morgen und fügte hinzu: "Wir haben Bedarf und auch Ansätze, auf die linke Spur zu wechseln."

Richtungsweisende Wochen: Erst Osnabrück, dann das Derby gegen Saabrücken

Neun von 38 Spielen sind in der 3. Liga gespielt, der Waldhof steht nach fünf Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen mit 16 Punkten auf Tabellenplatz sechs. Mit nur einem Zähler Rückstand auf Platz drei und Freiburg II. Eine solide Punkte-Basis, klar. Dass aber noch viel Arbeit ansteht, um den Blinker auf die Überholspur zu setzen, hat der Pokal-Abend zum Vergessen untermauert.

Mit dem Schwung holen fürs Überholen sollte der Waldhof am besten an diesem 10. Spieltag beginnen und in Osnabrück die ersten Punkte zur kleinen Wiedergutmachung holen, um die aufgekommene Unruhe im Umfeld zu beruhigen. Nur dann wird Trainer Neidhart auch keine Fragen mehr zu seiner Person beantworten müssen - und ganz nebenbei seinen Geburtstag am Samstag auch wirklich genießen können.

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Julia Metzner

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