Waldhof MAnnheim: Nach Pokalfight gegen Union Berlin ausgeschieden (Foto: IMAGO, foto2press)

Fußball | DFB-Pokal

"Alles reingefeuert": Stolz statt Frust nach Pokal-Aus bei Waldhof Mannheim

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Der SV Waldhof Mannheim lieferte gegen Union Berlin einen starken Pokalfight. Am Ende verließen den Drittligisten in der Verlängerung die Kräfte. Sportlich passt es bei den Kurpfälzern. Der Rauswurf von Sportchef Jochen Kientz bleibt trotzdem das große Thema.

Trotz der 1:3 Niederlage in der Verlängerung wurden die Mannheimer Profis noch lange nach Spielende gefeiert. Der Drittligist durfte auch erhobenen Hauptes den Platz verlassen. Denn die Waldhöfer lieferten dem Bundesligisten aus Berlin einen wahren Pokalfight. "Ich bin absolut zufrieden mit dem Spiel und mit der Leistung. Die Jungs haben alles reingefeuert, haben gekämpft wie die Löwen", analysierte Waldhof-Trainer Patrick Glöckner sichtlich stolz nach der Partie. Fast 90 Minuten lang war Mannheim auf Augenhöhe mit Union, dann machte sich in der Verlängerung die fehlende Frische nach der Corona-Quarantäne deutlich bemerkbar. Einige Spieler hatten Krämpfe. "Dann wurde es auch schwer, mit den wenigen Körnern die wir zur Zeit haben, dagegen zu halten", erklärte Glöckner.

Schnatterer: „Als Mannschaft viele Herzen erobert“

Alexander Rossipal hatte die Gastgeber bereits nach vier Minuten in Führung gebracht. Das Carl-Benz-Stadion mit den über 14.000 Zuschauern kochte. Kapitän Marcel Seegert war voll des Lobes für einen stimmungsvollen Pokalabend. "Unfassbar geile Kulisse. Es hat einfach Spaß gemacht zu fighten und Union so lange wie möglich zu ärgern." Und auch Routinier Marc Schnatterer, der auch zum „Man of the Match gewählt“ wurde, lobte die "unglaubliche Atmosphäre. Man sieht was die Stadt und die Fans hier auf die Beine stellen." Der 35-Jährige war nach der Partie „natürlich frustriert. Wir waren in der zweiten Halbzeit nah dran am zweiten Treffer." Aber auch der Neuzugang vom 1. FC Heidenheim blickte bereits wieder nach vorne. "Als Mannschaft haben wir viele Herzen erobert. Ich hoffe, dass die Leute das auch trotz der Niederlage anerkennen und uns in den nächsten Wochen in den Heimspielen weiter so unterstützen."

Kientz-Rauswurf überschattet Pokalabend

Trotz Stolz über ein sportlich und atmosphärisch gelungenes Pokalspiel, lag die kurz vor der Partie bestätigte Trennung vom Sportlichen Leiter Jochen Kientz wie ein Schatten über dem Abend. Über die Gründe für die Entlassung des 49-Jährigen, der seit Dezember 2017 für die Mannheimer gearbeitet hatte, wurde Stillschweigen vereinbart. Das Verhältnis zwischen Kientz und Geschäftsführer Markus Kompp gilt seit längerer Zeit als zerrüttet. Die Freistellung von Kientz sei aber "alleine die Entscheidung des Aufsichtsrates" gewesen und "nicht die des Geschäftsführers", hieß es in einer Mitteilung. Mannheims Präsident Bernd Beetz sagte beim TV-Sender "Sky" auf die Frage, ob es mit den 17 Coronafällen im Team zu tun habe: "Es hat damit etwas zu tun." Beim SV Waldhof hatte es zuletzt große Unruhe gegeben, nachdem das für den 16. Oktober geplante Spiel bei 1860 München wegen eines großen Corona-Ausbruchs im Kader der Mannheimer abgesagt werden musste.

Am Samstag wartet das Topspiel

In der 3. Liga kommt es für die Kurpfälzer bereits am Samstag zum nächsten Highlight. Dann trifft Mannheim als Tabellenfünfter auf den drittplatzierten 1. FC Saarbrücken. Ein weiteres Topspiel im Carl-Benz Stadion. Die Waldhöfer haben nur einen Zähler und ein Spiel weniger als die Saarländer und könnten mit einem Sieg am FCS vorbeizuziehen. Dementsprechend motiviert geht Waldhof Mannheim in die Partie, aber nach intensiven 120 Pokal-Minuten auch mit ziemlich schweren Beinen.

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