Der SV Waldhof feiert das 5:0 gegen Meppen (Foto: Imago, Imago)

Fußball | 3. Liga

Startet Waldhof Mannheim auch in Berlin richtig durch?

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Nach dem beeindruckenden 5:0 am Dienstag gegen den SV Meppen ist die Euphorie rund um den SV Waldhof neu entfacht. Am Samstag (14:00 Uhr) wartet bei Neuling FC Viktoria Berlin eine spannende Aufgabe für die Mannheimer.

Es waren Szenen wie nach einem Titelgewinn, die sich am Dienstagabend im Mannheimer Carl-Benz-Stadion abspielten. Mehr als 7.000 Zuschauer feierten die "Waldhof-Buwe" nach dem furiosen 5:0 gegen den bedauernswerten SV Meppen. Hüpfend und tanzend stimmten die Spieler vor der Otto-Siffling-Kurve mit ihren lautstarken Fans allseits bekanntes Fußball-Liedgut an. Was ein leidenschaftlicher Fußballabend. "Unfassbare Stimmung hier in Mannheim", strahlte der Doppeltorschütze und Kapitän Marcel Seegert gleich nach Spielende, "Flutlichtspiele sind immer geil. Und dass wir es mit einem 5:0 vergolden konnten, das ist mega. Und dann noch zwei Tore von mir, einfach wunderschön".

Der Waldhof nähert sich den Aufstiegsplätzen

Ein Fünferpack gegen den einstigen Angstgegner aus Meppen. Es war der erste Heimsieg der Saison, der zweite Dreier in der 3. Liga in Folge nach dem 3:2 vom letzten Wochenende in Köln. Der SV Waldhof stürmt mit Vehemenz Richtung Aufstiegsplätze, steht nach dem fünften Spieltag mit acht Punkten auf Rang acht - nur zwei Zähler hinter dem Tabellenzweiten Berlin. "Es ist immer gut, so einen Sieg dominant einzufahren", freut sich Trainer Glöckner gegenüber SWR Sport auch Tage nach dem Kantersieg über die souveräne Vorstellung gegen die Emsländer. "Aber wichtig ist, dass man auch wieder runterkommt und fokussiert auf das nächste Spiel ist und jeden Gegner 100 Prozent ernst nimmt".

Mit Schnatterer und Höger neue erfahrene Stützen

Patrick Glöckners dezenter Tritt auf die Bremse. Aber natürlich weiß auch der Coach, dass das Selbstbewusstsein seiner neuformierten Elf mit den jüngsten Erfolgen enorm gestiegen ist. Nach den Abgängen der letztjährigen Leistungsträger wie Max Christiansen, Jan-Hendrik Marx, Marco Schuster oder Arianit Ferati hat sich das Mannheimer Team erstaunlich schnell gefunden und formiert.

Mit der Heidenheim-Legende Marc Schnatterer (35) besitzt der Waldhof jetzt einen der besten Standard-Spezialisten der Liga, der auch selbst immer wieder torgefährlich wird. Von Racing Straßburg angelte sich Mannheim mit Adrien Lebeau (22) einen ganz feinen Techniker, der schon in seinen ersten Einsätzen die Waldhof-Anhänger verzückte, gegen Meppen das eine oder andere Kabinettstückchen präsentierte.

Dazu wechselte vor zwei Wochen auch noch der bundesliga-erfahrene Marco Höger (159 Spiele) fürs zentrale defensive Mittelfeld an den Alsenweg. Der 31-jährige frühere Kölner wird behutsam aufgebaut und kam bislang erst als Joker zum Einsatz. Auch dank Höger schlummert noch viel Potenzial im Waldhof-Kader.

DFB-Pokalauslosung am Sonntag

Und was das Team von Patrick Glöckner auch gegen klassenhöhere Gegner zu leisten imstande ist, das zeigte sich Anfang August beim faszinierenden Auftritt im DFB-Pokal: Der Bundesligist Eintracht Frankfurt wurde verdient mit 2:0 aus dem Wettbewerb gekegelt, die Mannheimer Arena bebte vor Begeisterung. Am Sonntag wird in der ARD-Sportschau die zweite Runde ausgelost, Patrick Glöckner wünscht sich in jedem Fall "einen Traditionsverein. Der 1. FC Köln oder der HSV, das wären so Vereine, die ich gerne ziehen würde".

Acht Stunden Busfahrt in die Hauptstadt

Vor dem mit viel Spannung erwarteten Pokal-Los allerdings wartet noch viel Geduld und harte Arbeit. Genauer gesagt eine achtstündige Busfahrt zum nächsten Auswärtsspiel nach Berlin: "Ein Vorteil ist das nicht", weiß Patrick Glöckner, "aber wir suchen nicht nach Ausreden, da müssen wir durch". Auch die Aufgabe auf dem Rasen wird hart, denn mit dem forschen Neuling FC Viktoria Berlin freut sich am Samstag (14:00 Uhr) der Überraschungs-Tabellenzweite auf den Waldhof. "Die spielen rotzfrech runter in der Liga, haben gute Einzelspieler", warnt Glöckner vor den Berlinern, "die haben ihre Stärken im Offensivbereich, besitzen drei, vier starke Stürmer vorne drin."

Das nächste Waldhof-Tänzchen in Berlin?

Die lange Reise und das Spiel in Berlin bedeuten das Ende einer kräftezehrenden Englischen Woche für Patrick Glöckner und seine Jungs: "Wir müssen jetzt alle regenerativ behandeln, auch die Köpfe ein Stück weit freibekommen", so der Coach. Auf der einen oder anderen Position wird der Waldhof-Trainer rotieren, aber: "Die Spieler sollten in einem entsprechen Fitnesszustand sein, so dass wir einen Großteil der Stamm-Elf auf den Platz bringen können".

Und sollte dem SV Waldhof der dritte Sieg in Serie gelingen, dann dürfte auch nach Spielende noch genügend Energie zur Verfügung stehen, um mit den mitgereisten Fans gleich das nächste Tänzchen aufzuführen.

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