Der frühere Waldhof Mannheim-Sportchef Jochen Kientz (Foto: imago images, Imago/Eibner)

Fußball | 3. Liga

Waldhof Mannheim schließt Kompromiss mit Ex-Sportchef Kientz

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Fußball-Drittligist Waldhof Mannheim hatte im November 2021 überraschend seinem Sportdirektor Jochen Kientz gekündigt. Seither befanden sich beide Parteien im Rechtsstreit. Nun hat man sich auf einen Vergleich geeinigt.

Das Mannheimer Arbeitsgericht sollte heute ein Urteil fällen im Rechtsstreit zwischen Jochen Kientz und Waldhof Mannheim. Doch die Verhandlung wurde nach kurzer Zeit unterbrochen. Der Richter Rolf Maier hat an beide Seiten eindringlich appelliert, sich zu einigen. Der Prozess könne sich ansonsten noch Jahre hinziehen.

Richter bittet um Einigung

Und tatsächlich haben sich beide Parteien dann noch heute auf einen Vergleich geeinigt. Waldhof Mannheim nimmt die fristlose Kündigung zurück und Jochen Kientz wird bis Ende Juni dieses Jahres weiter regulär bezahlt. Danach bekommt er bis zum 15. August noch sein Grundgehalt. Gleichzeitig wird der frühere Sportchef freigestellt. Außerdem muss Waldhof Mannheim seine Vorwürfe zurücknehmen, die zur Kündigung geführt hatten.

Diese Einigung steht noch unter dem Vorbehalt eines Widerrufs, den Waldhof Mannheim bis 11. Mai einreichen kann. Allerdings sieht es nicht danach aus, dass diese Option gezogen wird. "Es ist immer gut, sich in solchen Situationen zu vergleichen. Das ist für alle Beteiligten positiv, weil man jetzt den Blick wieder nach vorne richten kann", sagte Waldhof-Anwalt Ralph Lüdtkehaus nach der Verhandlung.

Vorwurf der Vertuschung eines Coronafalls

Vorausgegangen war ein monatelanger Streit, weil der Verein seine Kündigung zumindest offiziell nicht begründet hatte. Vereinspräsident Bernd Beetz hatte nur über die Medien über die Gründe gesprochen. Danach soll Jochen Kientz mit einem positiven Coronafall im Oktober 2021 unsachgemäß umgegangen sein. Konkret soll es um die Vertuschung eines positiven Falls gegangen sein. In der Folge gab es einen großen Corona-Ausbruch im Team des SV Waldhof, 17 Spieler und Trainer Patrick Glöckner mussten in die Corona-Quarantäne. Ein erster Gütetermin vor dem Arbeitsgericht im vergangenen Dezember führte zu keiner Einigung zwischen Kientz und dem Verein. Auch ein anschließendes Güterichterverfahren endete erfolglos.

Wiederherstellung des guten Rufs

Der 49-Jährige Kientz war seit Dezember 2017 als sportlicher Leiter bei Waldhof Mannheim beschäftigt und hatte maßgeblichen Anteil an der positiven sportlichen Entwicklung des Vereins. Nach der fristlosen Kündigung wenige Stunden vor dem Pokalspiel gegen Union Berlin fürchtete Kientz um seinen guten Ruf. Die Kündigungsschutzklage, die Kientz mit seinem Anwalt Christoph Schickardt eingereicht hatte, zielte demnach mehr auf die Wiederherstellung seines ramponierten Images, als auf einen finanziellen Ausgleich für die Kündigung. "Das war eine schwere Zeit jetzt seit Oktober. Da braucht man Freunde und Familie, Leute die an deiner Seite stehen und diese Vorwürfe ebenfalls nicht nachvollziehen können, die da an die Öffentlichkeit gelangt sind", beschreibt Kientz-Anwalt Christoph Schickardt die Gefühlslage seines Klienten.

Erfolg für Kientz

Insgesamt wirkt dieser Kompromiss nun eher wie ein Erfolg für Jochen Kientz. Er gilt offiziell als rehabilitiert und kann bei der zukünftigen Jobsuche auf seinen tadellosen Ruf verweisen. Er bekommt vom Verein ein wohlwollendes Arbeitszeugnis ausgestellt. Fachlich war seine Arbeit ohnehin nicht zu beanstanden.

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