Hendrick Zuck vom 1. FC Kaiserslautern im Duell mit Marcel Costly vom SV Waldhof Mannheim (Foto: imago images, HBM-Media)

Fußball | 3. Liga

FCK bricht den Bann: Erster Sieg in 2021 - ausgerechnet im Derby beim SV Waldhof

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Toller Einstand für den neuen Trainer Marco Antwerpen, wichtige Punkte im Abstiegskampf der 3. Liga: Der 1. FC Kaiserslautern setzte sich im Südwestderby beim SV Waldhof Mannheim mit 2:0 (2:0) durch - der erste Sieg für die Pfälzer im Jahr 2021.

Waldhof Mannheim und der 1. FC Kaiserslautern starteten mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Südwest-Derby am 23. Spieltag der 3. Liga. Während die Kurpfälzer zuletzt drei Spiele in Serie gewonnen hatten, hatten sich die Roten Teufel aufgrund der sportlichen Talfahrt unlängst von Trainer Jeff Saibene getrennt. Der neue Coach Marco Antwerpen feierte nun gegen den SVW seine Pflichtspielpremiere.

Hendrick Zuck bringt den FCK in Führung

Der FCK startete mit fünf Neuen in die Partie - und zeigte trotz der jüngsten Pleitenserie einen selbstbewussten Beginn, während der SV Waldhof zunächst zurückgezogen agierte. Die Pfälzer belohnten sich für ihr Engagement mit der frühen Führung. Marvin Pourié legte für Hendrick Zuck ab, der per Volleyschuss zum 0:1 traf (14. Minute).

Das Tor zum 1:0 im Spiel FCK vs. SVW am 22.10.1983 (Foto: imago images, IMAGO / Ferdi Hartung)
Der Ursprung der Derby-Rivalität: Am 22. Oktober 1983 trafen der 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim im Bundesliga-Duell erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Nach einer torlosen ersten Hälfte bezwangen die Lauterer den Aufsteiger auf dem Betzenberg mit 2:0. IMAGO / Ferdi Hartung Bild in Detailansicht öffnen
Eines der packendsten Duelle zwischen den Erzrivalen fand am 27. September 1986 in Kaiserslautern statt. Der FCK ging nach 45 Minuten mit einer knappen 1:0-Führung durch einen Treffer von Harald Kohr in die Kabine. Kurz nach der Pause konterte der Waldhof mit einem Doppelschlag. Wenig später flog der Torschütze der Lauterer nach einer Tätlichkeit vom Platz. Die Roten Teufel bestritten fast die gesamte zweite Hälfte in Unterzahl, schafften aber noch den Ausgleich und drehten die Partie in der 89. Minute zum 3:2-Sieg. IMAGO / Ferdi Hartung Bild in Detailansicht öffnen
Der 15. April 1987 und das wohl populärste Duell in der Derby-Geschichte zwischen dem FCK und dem SVW. Ein Aufeinandertreffen geprägt von der Zahl vier: Vier Elfmeter für den Waldhof, wovon Gerald "Gerry" Ehrmann zwei parierte. Fritz Walter erzielte alle vier Treffer für die Mannheimer (das entscheidende Tor zum 4:3-Endstand schoss er in der 89. Minute). Kurz vor Schluss fiel sogar noch der Ausgleichstreffer zum 4:4, der aber wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. picture alliance / dpa | Marcus Thelen Bild in Detailansicht öffnen
Die bislang letzte Bundesliga-Begegnung zwischen Mannheim und Kaiserslautern fand am 24. Februar 1990 im damaligen "Stadion am Alsenweg" statt. Damit ist es die einzige Ausgabe des Nachbarschaftsduells, die tatsächlich im Stadtteil Waldhof ausgetragen wurde. Mannheim demontierte den Erzrivalen in der Partie mit 4:0, nie gewann die Mannschaft im Derby deutlicher. Nach dem Spiel sagte der damalige Waldhof-Coach Günter Sebert (s. Foto) über den Gegner: "Wir haben heute den ersten Absteiger gesehen." Am Saisonende stiegen allerdings die Waldhöfer ab und nicht der FCK. Die Roten Teufel holten in der Folgesaison sogar die Deutsche Meisterschaft. IMAGO / Ferdi Hartung Bild in Detailansicht öffnen
Am 26. Mai 1997 feierte Atilla Birlik sein Zweitliga-Debüt für den Waldhof. Das dauerte jedoch nur wenige Minuten. Nachdem der Stürmer FCK-Torhüter Gerry Ehrmann einen Wischer verpasst hatte, flog er vom Platz. Bis heute wird Birlik von den Mannheimer Anhängern dafür gefeiert. Viel mehr zu feiern gab es für den Waldhof an diesem 32. Spieltag allerdings auch nicht. Der FCK siegte im Derby so deutlich wie nie: Unter Trainer Otto Rehhagel (s. Foto) gewannen die Roten Teufel daheim mit 5:0. Am Saisonende stieg die Mannschaft als Zweitliga-Meister auf, der Waldhof musste in die 3. Liga. picture alliance / dpa | Werner Baum Bild in Detailansicht öffnen
Verkehrschaos, Prügeleien und Rauchschwaden im Stadion: Am 28. November 2001 standen sich der damalige Zweitligist aus Mannheim und der Bundesligist aus Kaiserslautern in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegenüber. In einer packenden Partie durfte der Waldhof lange an die Sensation im eigenen Stadion glauben. Doch in der Nachspielzeit traf FCK-Stürmer Olaf Marschall für die Gäste zum entscheidenden 3:2. picture-alliance / dpa | Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Nach 22 Jahren spielten der FCK und Aufsteiger Waldhof Mannheim am 01. September 2019 erstmals wieder in der gleichen Liga. Ein lang ersehntes Derby im Südwesten - zwar nur in der 3. Liga, ordentlich Zündstoff gab es trotzdem. Nachdem die Partie auf dem Betzenberg verspätet angepfiffen und wegen Pyrotechnik kurzzeitig unterbrochen wurde, nutzten die Mannheimer ihre erste Chance zur frühen Führung. Der FCK traf eine gute halbe Stunde später zum 1:1-Endstand. Auch die seither folgenden zwei Drittliga-Partien endeten 1:1. picture alliance / Fotostand | Fotostand / Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
Das ist mal ein Einstand. Der 1. FC Kaiserslautern siegt beim Debüt von Trainer Marco Antwerpen mit 2:0 in Mannheim. Das bislang letzte Derby. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Kleinsorge nutzt Waldhofs Abwehrfehler

Und die Gäste legten nur wenige Minuten später nach. Die Mannheimer Abwehr schaffte es nicht, den Ball zu klären, trotz mehrmaliger Chancen dazu, Marius Kleinsorge nutzte die Gelegenheit und traf mit rechts in den rechten Winkel zum 0:2 (20.). Ein perfekter Start für den FCK.

Der Waldhof agierte danach offensiver, aber den Hausherren mangelte es an Kreativität - und daraus resultierend an klaren Chancen. So ging es mit dem verdienten 2:0 für die Roten Teufel in die Pause.

FCK zieht sich zurück

In der zweiten Halbzeit zunächst das gleiche Bild: Waldhof wollte, konnte aber nicht richtig. Der FCK zog sich zurück, versuchte, das Spiel zu kontrollieren und lauerte auf Ballverluste der Mannheimer, um dann Konter zu setzen. Diese Gelegenheiten wurden von den Gästen aber allzu oft unsauber ausgespielt.

Ein Plan, der aufging bis zur 65. Minute. Dann erhöhte der SVW den Druck, der FCK stand jetzt nicht mehr so sicher. Wohl auch, weil die erste Halbzeit die Pfälzer Kraft gekostet hatte. Ein Fallrückzieher von Gillian Jurcher war allerdings zunächst die einzige Torchance für die Hausherren (68.). Viel mehr kam vom SVW aber nicht - und so stand am Ende das verdiente 2:0 für Kaiserslautern. Für Waldhof Mannheim, das weiter bei 33 Punkten steht, ein kleiner Rückschlag, für die Roten Teufel (24) eminent wichtige drei Zähler im Abstiegskampf der 3. Liga.

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