Der SV Waldhof Mannheim ist heiß auf den Start der 3. Liga (Foto: Imago, foto2press)

Fußball | 3. Liga Der ganze Waldhof fiebert dem Start entgegen

Nach 16 Jahren endlich zurück im Profifußball: Am Sonntag (13 Uhr) startet der SV Waldhof Mannheim beim Chemnitzer FC in die 3. Liga. Die Vorfreude ist riesengroß.

Letzte Übungseinheiten auf dem Platz, große Betriebsamkeit in der Geschäftsstelle, lange Schlangen vor den Vorverkaufskassen. Es knistert und kribbelt in diesen Tagen am Mannheimer Alsenweg, alle warten gespannt auf den Anpfiff der 3. Liga. Schaut man beispielsweise Abwehrspieler Marcel Seegert in die Augen, sieht man dieses gewisse Leuchten: "Die Vorfreude ist riesengroß. Wir sind neugierig, uns erwartet eine neue Liga, eine neue Herausforderung." Der 25-Jährige ist ein echter "Monnemer Bub", nur ein paar Hundert Meter vom Waldhof-Trainingszentrum entfernt ist er groß geworden. Er kennt diese spezielle Fußball-Befindlichkeit im Mannheimer Norden wie kaum ein anderer.

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Trares: "Wir sind wahnsinnig motiviert"

Stolz, Begeisterung, Vorfreude. Auch Bernhard Trares, der Trainer und Aufstiegsmacher, kennt diese Gefühlswelt: "Wir sind in der Stadt, im Verein, in der Mannschaft wahnsinnig motiviert, das Thema Profifußball wieder anzunehmen. Und wir freuen uns wahnsinnig drauf, am Sonntag damit anzufangen."

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Schon 3.300 Dauerkarten verkauft

Die Rückkehr in den Profifußball nach endlos langen 16 Jahren hat eine kleine Euphorie im Stadtteil Waldhof entfacht. Rund 3.300 Dauerkarten hat der Verein für die kommende Saison bereits verkauft: "Damit stehen wir in der 3. Liga immerhin auf Platz sieben", freut sich Pressesprecher Domenico Marinese über die begehrten Abonnements. Mindestens 1.000 Fans werden am Sonntag die weite Reise in den Osten antreten und ihr Team in Chemnitz lautstark unterstützen. Und für den DFB-Pokalhit gegen Eintracht Frankfurt gingen schon am ersten Vorverkauftstag am Donnerstag mehr als 7.000 Karten weg wie die berühmten "warmen Semmeln".

Unvergessen die Feierlichkeiten an Ostern rund um den Aufstieg: "Das war cool, voller Emotionen," erinnert sich Seegert gerne an die Sause im Carl-Benz-Stadion und rund um den Wasserturm. Wunderdinge, weiß Seegert, werden jetzt von den treuen Waldhof-Fans in der neuen Liga sowieso nicht erwartet, und das ist gut so: "Wenn du hier kämpfst, wenn du läufst, wenn du alles gibst, dann werden dir auch Fehler verziehen. Das ist doch etwas Schönes. Wir müssen nur den Funken von unten nach oben auf die Tribüne übertragen"

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Der Teamspirit ist außergewöhnlich

Entscheidend ist auf dem Rasen. Nach der überragenden Saison in der Regionalliga Südwest, muss sich der SV Waldhof in der 3. Liga erstmal einfinden. "Erstmal müssen wir uns als Aufsteiger akklimatisieren", sagt Torhüter Markus Scholz. Abwehr-Kollege Seegert zeigt sich optimistisch: "Wir werden eine gute Rolle spielen. Unsere spielerische Qualität ist extrem hoch, da sind wir kein typischer Regionalliga-Aufsteiger." Klar gehe es körperlich in der 3. Liga stärker zur Sache, weiß Seegert, "aber da werden wir uns anpassen." Und, ganz wichtig: "Wir haben Teamspirit. Das ist die Basis für alles, das ist unser Trumpf. Wir sind eine gewachsene Mannschaft, an den alten Spielern können sich auch die neuen Spieler orientieren und gut integrieren."

Auch Torhüter Markus Scholz zeigt sich begeistert vom Zusammenhalt des Teams: "Man sagt ja, man hat immer ein ´Schwarzes Schaf´ in der Mannschaft", schmunzelt der Zwei-Meter-Mann, "aber selbst im fünften Jahr hier hab´ ich das noch nicht erlebt". Alle Jungs, so Scholz, "können gut miteinander. Man macht in der Freizeit einiges, man geigt sich auch mal die Meinung. Aber dann ist auch wieder gut".

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Gelingt der Start in Chemnitz?

Die "Drittliga-Uhr" tickt, der Auftakt ist am Sonntag (13 Uhr) beim Chemnitzer FC. "Wenn wir gut aus den Startlöchern kommen", glaubt Torhüter Scholz, "dann kann sich wieder so ein positiver Lauf entwickeln. Und dann schauen wir mal, wo das hinführt." Dass die neu entfachte Euphorie rund um den Waldhof möglicherweise zu Unachtsamkeit verleiten könnte, das ist für Coach Trares überhaupt kein Thema: "Euphorie ist nie gefährlich. Euphorie ist immer top und toll. Klar sind wir jetzt gefragt, Ergebnisse zu holen," so Trares: "Es ist eine schwierige, eine enge Liga. Es wird spannend".

Da ist es wieder, dieses Leuchten in den Augenwinkeln. Auch beim Waldhof-Trainer.

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